Mar 29 2010

Wieder da

Moin,

offensichtlich hab ich mit einem Plugin all meine Leser ausgesperrt. Dank @Rumpelkasten konnte ich es jetzt beheben, denn mir als eingeloggtem Admin wurde immernoch alles angezeigt.

Also, alles gut, ich bin noch da :)

Eine schöne Woche euch.


Mar 15 2010

Das Internet ist voller Leute, die man nie treffen würde

Moin,

wenn ich meine Twitter Timeline so lese und mich auf etwaigen Treffen so umschaue, dann wird mir klar, dass dieses “Internet” voller Menschen ist, die ich im normalen Leben gar nicht kennen würde. Sei es, weil ich sie gar nicht ansprechen würde (na gut, ich spreche eh nie jemanden an, aber wenn)  oder schlicht und ergreifend, weil man sich weder geographisch noch beruflich jemals begegnen würde.

Da gibt es Promis, mit denen man plötzlich per du ist, da gibt es Personal Trainer, die an mir reich werden könnten, aber mich niemals zu Gesicht bekämen, Politiker, Zahnärzte, Schüler, Studenten jeder couleur und so weiter und so fort. Aber etwas haben sie gemeinsam: sie nutzen das Internet, können schreiben (in meinem Umfeld sogar fehlerfrei und in ganzen Sätzen) und sie haben keine Berührungsängste.

Naja, zumindest nicht im Internet. Viele dieser Menschen, will man im echten Leben aber auch gar nicht kennen. Sie wären einem peinlich, zu albern, zu gekünstelt zu jung, zu alt, zu verrückt. Im Internet ist das egal. Da lässt man sich schon morgens beim Frühstück von neurotischen Besserwissern unterhalten, verbringt die Mittagspause mit minderjährigen Geeks und schaut abends gemeinsam mit allen TV und lästert über die Sendung.

Was im Internet nett und spleenig ist, wäre im echten Leben nervig und idiotisch, wer sich in 140 Zeichen amüsant und interessant gibt, ist in der Realität ein nörgelnder Langweiler und wer online die Liebe deines Lebens sein könnte, riecht im RL komisch und bringt dich mit seinen Eigenschaften an den Rand des Wahnsinns.

Ich behaupte immer, ich wäre ich selbst, ich würde mich nicht verstellen. Bewusst mache ich das auch nicht. Ich erfinde keinen glamourösen Job, erfolgreichen Freund oder ähnliches, da mir diese Lügengeschichten schlicht zu anstrengend wären. Ich bin ich und was ich schreibe, denke ich auch – aber ich schreibe nicht, was ich denke… ich halte mich zurück. Das ist ebenfalls eine Art der Verstellung. Trotz allem nicht man selbst sein, weil man nur einen Teil veröffentlicht. Ich schreibe schon, dass ich keine Lust auf Gäste habe und soziale Pflichten furchtbar finde. Aber schriftlich kann man das alles noch irgendwie charmant rüber bringen…

Also, wie weit verstellt ihr euch? Was sind eure Erlebnisse mit “Den Leuten aus dem Internet”, die ihr auf einmal real getroffen habt?

Edit: Es scheint, als würde mein Eintrag den Eindruck erwecken, als wäre ich gegen die Internetbekanntschaften, das stimmt so aber nicht! Ich habe durchaus auch neue RL Freunde übers Internet gefunden und sonst würde ich da auch nicht so viel rumhängen ;)

Aber es gibt eben auch immer mal wieder diese Diskrepanzen, die entweder nicht vorherzusehen waren und niemandes Schuld sind (jemanden “nicht riechen können”) oder eben die Erkenntnisse, dass sich manche Menschen eben doch verstellen.


Mar 1 2010

Ein paar Gedanken über meinen Job

Ich bin Programmiererin und auch wenn die coolen Jungs nach der Antwort “C#” trotzdem nicht mit mir spielen wollen, weil ich nicht dazu gehöre, so schauen mich “normale” Menschen doch meist mit bewundernd großen Augen an und sind angemessen beeindruckt.

In der eigentlichen Arbeitswelt ist es allerdings tatsächlich völlig wurscht, ob man Männlein oder Weiblein ist, auch wenn alle immer denken, ich hätte eine Art Exotenstatus, weil ich bei uns die einzige Frau bin. Dem ist aber nicht so, ich hatte noch nie das Gefühl, dass für mich irgendetwas leichter/schwerer/anders war, nur, weil ich ne Frau bin.

Generell ist mir diese ganze Genderkiste völlig egal und ich habe bis heute nicht verstanden, warum die Bemerkung “Uns ist das Geschlecht egal, wir behandeln alle gleich und machen keine Frauenpolitik” damals von den Piraten zu dermaßen großen Diskussionen und Wellen geführt hat. Ich weiß noch, dass ich mal einen Blogeintrag einer solchen empörten Frau gelesen habe, incl. etwa 700 Kommentaren und am Ende habe ich es trotzdem nicht verstanden.

Dass ich Programmiererin wurde, war eher Zufall und nicht geplant. Eigentlich wollte ich eine berühmte Sopranistin werden, bis mir dann während des Abis klar wurde, dass das vielleicht doch nicht so der Knüller ist.
In normalen Familien würde man dann ein Aufatmen erwarten, aber ich bin ja ein Kind mit Waldorf-Paten, die beide bis heute bestürzt sind, dass ich mich der Kunst ab- und ausgerechnet dem Teufel Technik zugewandt habe.

Aber warum überhaupt dieser Exkurs über meine Berufswahl? Ganz einfach, weil ich heute Früh drüber nachgedacht habe, ob ich meinen Job mag, angestoßen unter anderem durch eine Bemerkung von @Fastcloud, der meinte, ich solle mir doch einen anderen Job suchen, wenn ich so stöhne und den Horrorbürojob-Eintrag von @LottaWicked.

Und ja, doch, eigentlich mag ich meinen Job wirklich. Meine Kollegen sind sehr nett, die Arbeit… na gut, die ist nicht immer toll, aber was solls. Viel Frickelei, um irgendwelche Fehler zu finden und zu beheben, oder Stunden für irgendwelche abstrusen Kundenwünsche, die niemand versteht und die auch keinen Sinn ergeben, aber bezahlt und somit realisiert werden ;)

Ich will keinen anderen Job (na gut, das ist gelogen, aber wir wollen mal realistisch bleiben und ich werde halt doch keine Opernsängerin mehr *g*) und fühle mich sehr wohl hier, auch wenn ich momentan (es ist gerade sehr stressig, wegen kritischer Deadlines) über die Überstunden stöhne und mir Urlaub wünsche, aber es ist extrem befriedigend, zu sehen, wie nach ein paar Handgriffen dann doch alles so tut, wie es soll.

Ich brauche immer das sofortige Feedback und zu sehen, dass ein paar kleine Änderungen im Code dann auch ein sichtbares Resultat in der Applikation bringen, ist super. Viele kleine Erfolgserlebnisse über den Tag verteilt ;) (naja, oder auch nicht, das sind dann die frustrierenden Tage).