Category "Privat"

Dinge aus meinem Privatleben

7 Wochen – Woche 1

Tag 1:
Heute gab es vor allem viel Obst und Tee. Einerseits um jegliche Lust auf “süß” zu unterbinden und weil ich dachte, die Kaffee/Cola-Diät kann ich ja auch gleichmal nutzen, um meinen Teeschrank endlich zu leeren.
Leider hatte ich vergessen, dass ich von Tee immer Unterleibsschmerzen bekomme. Keine Ahnung warum, aber nach etwa 3 Gläsern (egal welche Sorte) habe ich Unterleibsschmerzen. Mal sehen, ob sich das in den Wochen weg trainieren lässt. Google sagt mir dazu nichts, meine Follower wissen leider auch nichts… Und immer, wenn mal die Frage im Netz kommt “kann es sein, dass ich vom Tee Blähungen bekomme” (was gar nicht so selten kommt) ist die Antwort: “nein, kann gar nicht sein, hab ich noch nie gehört”. Also scheint es sowas doch irgendwie zu geben. Zu viel Luft im Bauch durch Tee.
Die offene Colaflasche im Bürokühlschrank lässt mich aber doch immer wieder für einen Moment zucken, weil es eben doch irgendwie leckerer/befriedigender ist, als Vilsa Lemon (Mineralwasser mit einem Hauch Zitrone, keine Limo) und Tee. Aber hoffentlich hat der Kollege sie bald weg getrunken und mich lacht in Zukunft nichts mehr an.

Ich habe für mich die folgenden Einschränkungen gemacht: schwarzer/grüner Tee is ok, wenn sie halt nur ab und zu mal zwischen all den Kräuter- oder Früchtetees getrunken werden.
Süßes Essen ist ok, solange ich es selber zubereitet habe. Soll heißen, die Bananen in meiner Küche müssen jetzt nicht bis Ostern gammeln, ich werde davon irgendwann ein Bananenbrot backen und es essen. Aber gekaufte Süßigkeiten und Kuchen sind nicht. Genauso wären selbst gebaute Süßkartoffelpommes ok.

Tag 2:
Kopfschmerzen from Hell! Ob das was mit dem Koffeein zun tun hat? Ich weiß es nicht. Startete schon gestern Abend und heute morgen war ich völlig ausgeknockt. 2 Ibu haben mich immerhin über ein paar Stunden gebracht. Insgesamt würde ich sagen, es geht eher in Richtugn Migräne, da mir auch ein bisschen übel ist, aber genau sagen kann ich es jetzt natürlich nicht. Ich habe mir einen Matcha-Latte gemacht, also ein bisschen “gesünderes” Koffein. Kann nicht behaupren, dass das etwas bewirkt hat, also lag es vielleicht doch nicht am Entzug.
Und fast hätte ich was Süßes gegessen… was so vertieft in Twitter, dass ich schon nach der Schokolade greifen wollte. Bis ich in meine Ativitäten schaute, wo jemand den Kommentar über die Süßigkeiten geherzt hatte. Dafiel mir dann wieder ein, dass ich ja gar keine Schokolade darf/will. Diese Gedankenlosigkeit und einfach zu sich nehmen, weil etwas da ist, ohne wirklich bewusst darüber nachzudenken… das ist echt übel.

Tage 3-7

Das einzige, was ich konsequent durchgezogen habe, war das mit dem Geld, der Rest war eher durchwachsen. Koffein war sehr reduziert, aber kam noch vor und Süßes… Nunja, reden wir nicht drüber. Mein heutiges Fazit auf MFP erzählte mir, dass die meisten Kalorien aus einem einzigen Lebensmittel die salted-caramel-dark Küsschen waren. Naja, nun sind sie weg und es geht mir ja auch wieder gut. Süß heißt ja oft, dass es mir schlecht geht.

Das mit dem Koffein nervt mich ein bisschen, denn mein Netto hat bspw gar nichts anderes als zuckerfreie Version da haben. Aldi hatte wenigstens Zitrone und Orange. Nur Tee und Wasser gehen nicht. Zwischendurch muss es auch mal Britzel mit Geschmack sein. Und bei mir regt das auch nicht die Lust auf Süßes an, sondern dient als Ersatzbefriedigung.
Aber mit meinem Teekonsum bin ich ganz zufrieden. Wenn ich nicht zu viel direkt hintereinander trinke, dann geht das auch mit dem Bauch ganz gut. 2 Packungen sind schon geleert, fehlen nur noch etwa 46 😉

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7 Wochen ohne…

Ab Mittwoch beginnt die Fastenzeit (14.2. – 31.3.) und meine Yogalehrerin fragte (wie jedes Jahr) was wir uns denn vornehmen würden. Muss ja nicht zwingend Essen sein, kann ja auch eine schlechte Angewohnheit sein, die man mal fasten möchte.
In den letzten Jahren habe ich zwar drüber nachgedacht, aber nie etwas gemacht. Aber da ich ja eh noch im Diätmodus bin, dachte ich, ich kann mir ja mal was raus suchen und versuchen, meine Disziplin wieder etwas zu fo(ö)rdern.

Klar kommen da erstmal die klassischen Dinge in den Sinn:

  • Kein Zucker – Das ist scheiße viel Aufwand, denn überall ist Zucker drin und ich hab nicht die Zeit oder Lust, 7 Wochen alles von Null auf selbst zu machen
  • kein Weißmehl – nehme ich eh schon an vielen Stellen nicht, das könnte also fast von selber passieren… aber extra drauf achten werde ich wohl nicht
  • Kein Fleisch – nope, not gonna happen. Ich bin eh ein recht bewusster und seltener Fleischesser, aber dabei bleibt es auch
  • Kein Kaffee/Koffein – Das ist tatsächlich etwas, was ich probieren will. Kaffee und ich haben eine eh sehr seltsame Beziehung. Ich empfinde keinerlei positive Wirkung und brauche es auch morgens nicht, um ansprechnbar zu sein. Schmecken tut er meist auch nicht, aber ich trinke ihn trotzdem jede Woche – warum auch immer. Ein Grund ist vielleicht, dass die Milch (ich trinke ja meist eher Milch mit Kaffee als andersherum) eine Art Sättigungsgefühl gibt und der Kaffee einfach das Volumen erhöht, ohne die Kalorien noch schlimmer zu machen. Aber ich denke schon, dass ich eine gewisse Abhängigkeit entwickelt habe, denn wenn ich weder Kaffe noch Cola trinke, neige ich zu Kopfschmerzen. Also alles nur noch koffeinfrei.
  • Keine Süßigkeiten / Knabbereien – Immer eine gute Idee und ich werde es versuchen. Viel ist es dank der Diät eh nicht, aber ich bin ja eigentlich ein großer Verfechter der Idee, dass man sich nichts verbieten sollte, sondern nur bewusst damit umgehen, damit man nach der Diät einfach weiter machen kann und keine Gelüste entwickelt. Also mal schauen, da rutscht vielleicht doch mal was durch, aber ist geplant.
  • Kein Alkohol – na gut, da müssen wir nicht drüber reden, das gibts bei mir eh nicht
  • Kein Junkfood – Das versuche ich eh und halte es meist durch, also darf gerne mit auf die Liste

Dazu dann noch ein paar Sachen, die nichts mit Essen zu tun haben:

  • Kein unnötiges Geld ausgeben – Das ist wahrscheinlich mein größter Vorsatz überhaupt. Ich habe nur eine sehr begrenzte Abwehrhaltung bei Instagramwerbung oder Amazon… Ich brauche Werbeblocker nicht, weil mich die Werbung nervt, sondern weil ich sonst viel zu viel kaufe #Werbeopfer. Außerdem muss ich die Arztrechnung vom Diabeteskater auch erstmal wieder langsam ausgleichen, da sollte ich eh nichts sinnlos ausgeben. Das beinhaltet Klamotten, Kosmetik, Schuhe, Schnickschnack aus dem Chinesischen Internet und ähnliches.
  • Nicht fluchen – ähm… Meine Sprache ist ziemlich ok und die Flüche, die da raus kommen, sind so von Herzen und spontan, dass ich eh keine Chance habe, sie zurück zu halten
  • Nicht lästern – da bin ich noch nicht sicher… manche Leute stellen sich einfach zu bekloppt an
  • Nicht ausgehen – Mindestens ein Frühstück/Brunch wird in die Zeit fallen, aber der gehört zu einem Geburtstag und ist nicht nur ein Luxusessen auswärts. Aber sonst fällt das auch in die Kategorie “Kein Geld ausgeben”
  • Nicht mit dem Auto fahren – Das krieg ich hin 😉 Wobei, nein, wahrscheinlich liegt eine Fahrt genau am 31.3. Die lässt sich dann aber auch weder vermeiden noch verschieben.

Ansonsten müsste man halt ein paar gute Vorsätze noch umdrehen, damit sie ins Verzichten passen. “Nicht den ganzen Abend ohne Sport rumgammeln” oder “nicht immer bei brauchbarem Wetter mit dem Bus ins Büro fahren” oder so 😉

Macht ihr sowas? Nutzt ihr die Fastenzeit für schlechte Angewohnheiten? “7 Wochen ohne…” ist ja nun der Slogan der evangelischen Kirche, der damit jedes Jahr auch ein Motto verbindet (dieses Jahr: Zeig dich), aber ich mache das auch ganz unabhängig davon, weil es halt immer ein Extra-Grund von außen ist, der einem dann vielleicht noch so einen Kick geben kann, gewisse Dinge in Angriff zu nehmen. Klar kann man das immer und braucht dafür keine vorgegebenen Aktionen, aber man hält sich halt doch immer gerne an Sachen wir “ab Montag”, “ab dem 1.” oder “Im neuen Jahr”, also warum soll man nicht auch so etwas für sich nutzen. Es ist ein fester Zeitrahmen, auf Twitter hat man ggf auch einige Leute mit dem Hashtag #SiebenWochenOhne in der TL, sodass man sich nicht ganz so allein fühlt.

Also, wer Lust hat, überlegt euch doch bis nächsten Mittwoch auch ein, zwei Dinge, auf die ihr verzichten möchtet und macht mit 🙂

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Rückblick 2017 – Vorschau 2018

Und wieder ist ein Jahr rum. Schauen wir uns mal an, worum es beim letzten Rundblick ging:

Oh, ich war ganz excited über meine Fitnesstudio-Mitgliedschaft… war 2017 jedoch kein einziges Mal mehr dort und habe dann auch schnellstmöglich wieder gekündigt. Das war echt so gar nicht meins. Und wenn man die Übungen nur mit nem halben Arsch macht, kann man es auch sein lassen.

Muffins Diabetes hat sich ganz gut entwickelt. Ist nicht immer ganz einfach, dass man zu festen Zeiten spritzen muss, aber dank meines besten Freundes, der auch im Haus wohnt, klappt es doch ganz gut. Der Kater ist glücklicherweise super fit und scheint davon gar nicht weiter beeinflusst. Sogar das Überdosis-Drama, Anfang des Jahres, hat er gut weggesteckt. Oh, ich sehe gerade, davon habe ich nie erzählt. Also, als besagter Freund das erste Mal spritzen sollte, hat er 30 statt 3 Einheiten genommen und Muffin musste für einige Tage ins Krankenhaus. Hat er zum Glück schnell kapiert, dass da was nicht richtig war und ist sofort in die Klinik gefahren, so ist da nichts schlimmes passiert.

Bei Hugo ist zu dem ursprünglichen Herzfehler, den er eh schon hatte, eine chronische Erkältung dazu gekommen, die dauerhaft mit Kortison behandelt werden muss. Nicht schön, aber auch ganz gut händelbar. Also zwei Tabletten für den einen und zwei Spritzen für den anderen… aber sonst geht es ihnen gut hier.

Aber die eigentlichen beiden großen Themen des Jahres für mich waren Abnahme und Auto.

Am 3. April habe ich beschlossen, dass ich das mit dem Abnehmen jetzt wirklich durchziehe. Dazu gab es das Buch “Fettlogik” und einen Account bei MyFitnessPal. Dazu gab es im Laufe des Jahres auch zwei Einträge (Gewichtsgedanken und 10 Kilo geschafft) und ich will das jetzt nicht weiter ausführen. Ich bin zum Ende des Jahres zwar nicht bei meinem Zielgewicht gelandet, aber ich konnte Nov/Dec mit einer Nullrunde abschließen, was bei der Menge an Plätzchen, die ich so verdrückt habe, schon absolut großartig ist. Auch habe ich die 60 unterschritten und bin damit im oberen Bereich meines “Normal-BMIs” gelandet. Warum das alles noch nicht reicht und ich nach anderen Messmethoden immer noch fett bin (waist-to-hip oder waist-to-height z.b.), könnt ihr in den verlinkte Einträgen nachlesen.
Sportlich bin ich inzwischen wieder bei einem Programm auf meiner Wii angekommen, was mich auch 2011 schon begleitet hatte. 30 Minuten Ausdauer und Kraft gemixt an allen Abenden, an denen ich die Zeit dafür habe.

Und das Auto… bzw. das Autofahren. Im Januar habe ich mir einen Polo mit Automatik gekauft, weil mich dieses Anfahren verrückt machte und mich davon abhielt, öfter zu fahren. Wenn ich alleine bin und übe, hat es immer super geklappt, sobald Menschen hinter mir an der Ampel stehen, hab ich völlig versagt. Also haben wir uns überlegt, den Seat wieder zu verkaufen und ein echtes, neues (so gut wie) Auto beim Händler zu kaufen. Ein silberner Polo von 2014 ist es geworden und wir haben uns gut angefreundet. Ich fahre nach wie vor nicht viel und gerade die Stadt stresst mich immer noch sehr, aber ich habe zwei Touren nach Gütersloh gemacht (~230Km) und war über Weihnachten sogar in Berlin (~410Km). Es braucht immer ein bisschen, bis ich drin bin (weswegen das in der Stadt eh nichts wird, weil ich nicht lang genug fahre, um rein zu kommen), aber dann bin ich auch entspannt. Gerade auf die Hinfahrt nach Berlin bin ich recht stolz. Eine kurze Pause 15km nach Start, um zu Frühstücken und dann in einem Rutsch durch. Zurück war ich eigentlich zu müde und hatte nichts gegessen. Das war schlecht, aber ich habe es trotzdem durchgezogen, auch wenn eine Pause angebracht gewesen wäre, weil es nur noch 45 Minuten waren. Außerdem war wenig Verkehr. Wäre mehr los gewesen oder die Strecke noch länger, hätte ich auf jeden Fall angehalten, denn ich war völlig im Eimer. Aber jetzt habe ich das wenigstens auch mal erlebt.

Ansonsten… habe ich mal eine Chorpause gemacht, was sehr angenehm war. Es sind schon viele Termine und es ist ja auch nicht nur Spaß, sondern auch sehr anstrengend.

Bücher wurden es dieses Jahr nicht so viele, aber dafür habe ich wieder vermehrt gestrickt. Socken für kleine und große Menschen. (Ich bin ehrlich froh über meine Schuhgröße 37!)

Alles in allem war es ein gutes Jahr für mich und ich habe tolle Menschen um mich herum <3 Für das nächste Jahr sehe ich keine großen Änderungen. Business as usual. Stricken, lesen, singen, arbeiten, kuscheln, Auto fahren, Katzen versorgen, noch ein bisschen abnehmen, Sport treiben...

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“Ich verdiene das nicht”

Ja, ich schreibe schon wieder als nicht Betroffene über ein Thema aus dem Bereich Depressionen.
Ich habe schon viel zu viel Berührung damit gehabt und denke, ich habe eine ganz gute Sensibilität dafür entwickelt. Ich verstehe an vielen Stellen, warum jemand etwas bestimmtes denkt oder sagt, auch wenn ich es nicht wirklich nachvollziehen kann. Ich habe keinerlei Ausbildung, das sind alles Gedanken meiner persönlichen Erfahrungen mit Menschen, die mir nahe stehen und auch solchen, die ich nur bei Twitter mal lese.

In Anlehnung an das Thema “Wertschätzung”, was ich ja nun lang lang genug durchgekaut habe, begegnet mir immer wieder das Szenario, dass Menschen sich selbst nicht für würdig halten, dass man ihnen etwas Gutes gut. Die fühlen, dass sie es nicht verdient hätten, dass man sie liebt und sie als wertvoll ansieht.

Das ist etwas, was mich ehrlich fertig macht! Was muss jemandem in seinem Leben passiert sein, oder was müssen Menschen ihm eingeredet haben, damit er wirklich das Gefühl hat, er sei nichts Wert und habe nichts Gutes verdient. Manche fühlen, sie hätten dafür alles schlimme verdient und seien selbst daran Schuld, andere fühlen, sie haben gar nichts verdient.

Ich schreibe bewusst “fühlen”, denn wenn ich etwas gelernt habe, dann ist es, dass diese Menschen (oder ein Großteil davon) ganz rational durchaus erkennen können, dass sie tolle Menschen sind und dass sie Gutes bewirken können und dass sie wunderbar sind. Aber da sind immer diese völlig irrationalen Gefühle, die eine Mauer zwischen der Seele dieses Menschen und der Realität bauen. Eine Mauer, durch die all diese rationalen Gedanken, oder alles, was ihnen von außen gesagt wird, nicht durch kommt. Und sie wissen, dass diese Mauer da ist und dass sie sich damit selbst schaden. Sie können sich selbst ständig erzählen, dass sie toll und wertvoll sind, genau wie alle anderen auch, aber diese irrationale Gefühlsmauer sagt “redet ihr mal, ich weiß es besser!”

Ich kann nur ahnen, wie sich das anfühlt. Ich kann es mit meiner Schüchternheit vergleichen, die mich in gewissen Situationen unendlich nervös werden lässt, obwohl ich weiß, dass mir nichts passieren wird. Ein ganz banales Beispiel: Klassenabend der Gesangsschüler. Ich weiß, dass niemand mich auslachen wird, da ich in den vergangenen 5 Jahren bis auf 2 Konzerte alle anderen versaut habe. Ich habe bei allen Abenden so gepatzt, dass ich aufhören und neu einsetzen musste. Und ich habe immer nur Freundlichkeit und Lob geerntet. Es gibt also faktisch keinen Grund, dass ich da vorne stehe und so verkrampft bin, dass da nur noch Entenquaken raus kommt. (und ich wieder 2 mal starten muss) Aber genau das passiert jedes Mal wieder. Gut, nach all den Jahren wird es besser und letztes Jahr bin ich tatsächlich durchgekommen, ohne abbrechen zu müssen, aber die Ente am Anfang war trotzdem da. Also ja, ich verstehe ein klitzekleines Bisschen, was es heißt, zu wissen, dass alles gut ist, aber trotzdem etwas ganz anderes zu fühlen.

Aber diese Wertlosigkeit… das ist furchtbar! Menschen, die es nicht schaffen, Post von guten Freunden oder lieben Verwandten zu lesen, weil sie das Gefühl haben, dass sie so schlimme Versager sind und es gar nicht verdienen, zu lesen, dass sich jemand um sie sorgt und ihnen helfen möchte und die Briefe wochenlang ungeöffnet herumliegen lassen.
Menschen, die sich eigentlich schon gar nicht mehr trauen, ihren besten Freunden unter die Augen zu treten, weil sie das Gefühl haben, dass sie demjenigen gegenüber alles falsch gemacht haben und die Beziehung komplett ruiniert. Und da hilft es auch nicht, wenn man als dieser Freund sagt, dass man es selbst gar nicht so drastisch empfunden hat und es schon seit Jahren vergessen und vergeben hat, was passiert ist. Das ist egal, es ist trotzdem eine unendliche Überwindung, sich mit mir zu treffen. Und das macht mich so unendlich unglücklich.

Ich möchte doch eine Hilfe und ein Anker für diese Menschen sein und möchte da sein und eine Hand hinhalten, wenn sie gebraucht wird. Nicht selbst wegen einer Auseinandersetzung vor 3 Jahren ein Stressfaktor sein. Es ist traurig, wenn die allerbeste Freundin, die man je hatte, solche Beklemmungen hat, einen zu sehen… und ich kann nichts tun. Ich kann nur immer und immer wieder sagen, dass ich da bin und sie für mich genauso wichtig ist, wie damals, als alles noch in Ordnung war. Aber dann kommen wir wieder an diese Mauer…

Da mich das Thema die Tage sehr beschäftigte, fragte ich heute noch jemand anderen, der auch krank ist, ob das bei ihm auch so sei. Die Antwort war ähnlich erschreckend. Er habe nicht nur nichts gutes, sondern einfach gar nichts verdient und gefühlt sieht er sich in seiner jetzigen Situation darin auch komplett von der Vergangenheit bestätigt. Ich weiß nicht im Detail, was alles schief gelaufen ist, aber damit ein erwachsener Mensch sich so gering schätzt und so wenig anerkennt, was er kann und ist, dann muss da schon sehr viel familiär kaputt gegangen sein.

Aber wie twitterte meine Schwester so schön:

Wieder einmal ein zusammengewürfelter Haufen Gedanken, aber das beschäftigt mich gerade sehr und ich meine es todernst, wenn ich schreibe:

Danke fürs Lesen und keine Ahnung, ob ich damit irgendwas Gutes tue, aber es war mir wichtig!

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“Lass uns Freunde bleiben”

So, hier ist der letzte Eintrag zum Thema Kurztherapie, denn sie wurde gestern abgeschlossen. Nicht erfolgreich, aber mit der Erkenntnis, dass da so weiter nichts zu machen ist. Die Resistenz stand ja schon beim letzten Mal im Raum.

Wie es jetzt weiter geht? Keine Ahnung.

Sie empfiehlt dringend Psychopharmaka, um meine Widerstände zu lösen, weil so eine Phobie nur schlimmer werden kann.

Ich denke nicht, dass das notwendig ist, da ich keine akute Phobie habe. (ja, ja, ich weiß, Verdrängung und so) denn so, wie es mir jetzt geht, geht es mit seit 37 Jahren. Ich habe nie neue Symptome entwickelt oder mich weiter zurück gezogen. Ich bin eher mehr unter Menschen und in sozialen Situationen als früher. Also alles, was ich (und die Leute um mich herum) als Veränderung wahrgenommen haben, ist also höchstens eine Verbesserung. Ich stecke nicht in einer schlimmen Phobie, die jetzt immer schlimmer wird. Ich bin einfach so und das schon seit dem Kindergartenalter.

Muss ich mein – für mich – glückliches und zufriedenes Leben mit einem Menschen, den ich gerne mag (mich!) also wirklich in Frage stellen, weil jemand mich für psychisch gestört hält? Ich denke nicht. Ich habe Gespräche mit Menschen gesucht, die mich gut/lange kennen und zum Teil selbst auch Erfahrungen mit Therapien und etwaigen Störungen haben. Ich bin ja durchaus bereit zu akzeptieren, dass ich blocke und mich nicht ändern will, weswegen ich es wichtig fand, mir Feedback von anderen zu holen, ob ich da vielleicht etwas übersehe oder nicht wahrnehme, weil ich es nicht kenne/in Worte fassen kann.

Die Ergebnisse waren alle ähnlich: keiner hält mich für so labil/gestört, dass er dem Vorschlag, mir Medikamente zu holen, sofort zustimmen würde. Es gab interessante Gespräche und ich werde auch weiterhin versuchen, mit Freunden darüber zu sprechen und mir ein Feedback zu holen und es im Auge behalten. Ich bin ja sogar geneigt, es drauf ankommen zu lassen und es mal einem Psychiater zu erzählen, um mir so von einem echten Profi eine Antwort geben zu lassen. Nur, damit ich nicht mehr drüber nachzudenken brauche. Und wenn er sieht, dass da dringend was getan werden muss, dann vertraue ich ihm jedenfalls mehr, als dieser Therapeutin, die mich ja durchaus auch an einigen Stellen sehr falsch eingeschätzt hat.

Warum jetzt aber der Titel? Als wir uns dann drauf einigten, dass es keinen Sinn mehr habe und uns verabschiedeten, drückte sie mir ihre Visitenkarte in die Hand und sagte, wir könnten ja in Kontakt bleiben und wenn ich Fragen hätte, oder mal eine zweite Meinung bräuchte, solle ich mich ruhig melden. “Sie sind ein außergewöhnlicher Mensch und ich mag außergewöhnliche Menschen”. War nett gemeint und wer weiß, ob ich es nicht mal brauchen kann, aber nach diesen hoffnungslosen 6 Terminen und der “Beziehung”, die so gar nicht funktioniert hat, wirkte es einfach genau so: “Lass uns Freunde bleiben”.

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Soziale Phobie

Ja, die Therapie geht weiter und ich beschäftige mich damit. Und da mir Aufschreiben und Worte finden immer ganz gut hilft, beschäftigt ihr euch jetzt auch damit.

Wenn sie noch einmal sagt, dass ich mich nicht achte und wertschätze, dann schreie ich. Dieser Satz macht mich wirklich, wirklich aggressiv! Aber ich denke eh darüber nach, aufzuhören, wobei wir jetzt gerade an einem Punkt angekommen sind, an dem es nach Flucht aussieht.

Die letzte Diagnose lautet: Soziale Phobie

Ich denke, damit liegt sie grundlegend nicht verkehrt. Nachdem ich anfangs erstmal heftig abgewehrt habe, da ich einige Phobiker kenne und mich keinesfalls in deren Situation (Panikattacken, Schwierigkeiten in normalen Alltagssituationen) sehe. Aber natürlich kann eine Phobie verschieden stark ausgebildet sein und durch meine extremen Kontrollmechanismen habe ich alles gut im Griff, sodass ich die Symptome niemals als krankhaft einstufen würde. Aber wie sagt man so schön, man kommt immer kränker vom Arzt wieder, als man hingegangen ist.

Meine Selbsteinschätzung sagt: Ich bin sehr introvertiert und schüchtern, aber kann eigentlich ziemlich gut mit Menschen, wenn ich mich denn dann mal dazu überwinde, etwas in die Richtung zu tun.

  • Ja, ich bin nervös, wenn ich vor Leuten reden muss
  • Ja, ich bin nervös bei Bestellungen / Anrufen / live-support Chats
  • Ja, ich erröte unglaublich schnell und bekomme schwitzige Hände
  • Ja, ich weigere mich, in einem MMO in Random Gruppen zu gehen
  • Ja, ich vermeide, mich in anderer Leute Leben zu drängen und jemanden anzurufen, ihn bei FB zu adden oder ne Mail zu schreiben (wir reden hier von neuen Menschen, die ich nicht näher kenne, nicht Freunden – wobei ich auch Freunde nicht ungefragt anrufe)
  • Ja, ich tue mich schwer, Blogeinträge/Tweets zu veröffentlichen, weil ich mir Gedanken darüber mache, was meine Leser darüber denken
  • Ja, ich kann Leuten schlecht sagen, dass ich etwas nicht möchte, weil ich mir Sorgen mache, dass ich sie damit vor den Kopf stoße

Objektiv betrachtet sind das klare Anzeichen für eine Soziale Phobie, aber eigentlich lässt sich das doch auch prima mit Introvertiertheit / Schüchternheit erklären, oder? Ich habe keine wirklichen Angstmomente, ich mache mir nur Gedanken oder werde nervös. Und wenn etwas schief geht, kann ich immer darüber lachen und mache mir nie lange einen Kopf darum. Klar ist es in dem Moment kurz peinlich, aber danach ist es vorbei.
Mein Standardbeispiel dafür sind immer die “Konzerte” bei meinem Gesangslehrer. Das ist eine kleine Gruppe, fast nur aus uns Schülern und in 6 von 7 Konzerten habe ich verkackt. Ich war so nervös, dass ich die Kontrolle über meine Stimme verlor und quakend wie eine Ente eingesetzt habe. Ich musste jedes Mal das Stück abbrechen und neu ansetzen. Und ja, das macht mich vorher schon schrecklich nervös, aber wenn es dann passiert, dann kann ich ganz souverän damit umgehen und danach läuft alles prima. Der Worst Case ist eingetreten, also kann es jetzt nur noch besser werden. Das klingt doch eigentlich ziemlich gesund, oder?

Es steht jetzt im Raum, stimmungsaufhellende Maßnahmen zu ergreifen und Cortisol zu senken. Ich komme mir dabei vor, wie so ein Möchtegern. Ich habe wirklich viele psychisch kranke Menschen mit fiesen Problemen in meinem Leben und weiß, wie schwer sie sich tun. Ich sehe, wie sehr sie kämpfen müssen.
In meinen Augen geht es mir prima und ich bin zufrieden und happy mit meinem Leben. Das bisschen Introvertiertheit ist manchmal ein bisschen lästig, aber nichts, womit ich nicht umgehen könnte. Die Vorstellung, dass ich, der ich der stabilste und ruhigste Mensch bin, den ich kenne (naja, fast wenigstens) jetzt plötzlich über Stimmungsaufheller nachdenken soll, ist so strange.
Heutzutage braucht man eine psychische Erkrankung, um dazuzugehören… Bei Twitter sind alle irgendwie kaputt… So fühlt es sich für mich an, weil ich mich mit Leuten wie meiner Schwester vergleiche, die seit Jahren arbeitsunfähig ist und unter Antidepressiva steht, weil sie an schlechten Tagen nicht mal Bus fahren kann, ohne Panik zu haben und selbst an guten Tagen hat sie Beklemmungen.

Es gibt noch mehr Facetten, die mir dabei zu denken geben und den Wunsch wecken, die ganze Sache sein zu lassen. Das wäre jetzt zu viel für diesen Rahmen, aber in meinen Augen stimmen da viele Verhältnismäßigkeiten einfach nicht. Und ich bin unsicher, wie weit ich mich da rein ziehen lassen sollte und ob ich damit nicht tatsächlich eher irgendetwas aufputsche, was schon ok ist.
Sie hat mich als Therapie-resistent eingestuft (auch ein Grund für die Stimmungsaufheller und das Cortisol), sodass ich mich bald entscheiden muss, ob ich weiter mache, oder nicht. Denn wenn ich mich nicht darauf einlasse, dann ist alles weitere reine Zeit-/Geldverschwendung.
Sie hat mir eine Liste von Lebensmitteln gegeben, mit denen man das Cortisol natürlich senken kann (Walnüsse, getrocknete Aprikosen, Tomaten und Pflaume oder Kiwi). Das habe ich jetzt immerhin mal angefangen und werde mir das für 2 Wochen anschauen, ob sich da irgendwas tut. Der nächste Schritt wäre dann Johanniskraut und danach… Psychiater.
Alternativ kann/muss ich halt sagen, ich lebe damit und finde mich und mein Leben so, wie es gerade ist, ziemlich dufte, also sind wir hier fertig.

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Selbstachtung / Therapie

Selbstwertgefühl. Selbstachtung. Sich selbst lieben.
Nur wer sich selbst liebt, kann auch andere lieben.

Keine unbekannten Worte / Sätze, aber was macht denn bitte Selbstachtung aus?

Ich persönlich denke, dass ich mich achte und wertschätze. Ich nehme mir Zeit für mich, tue Dinge, die mich glücklich und zufrieden machen und vermeide Situationen, von denen ich weiß, dass sie mir nicht gut tun und viel Kraft kosten. Ich habe mich sehr gerne und wir sind gute Freunde. Und wenn ich mich mit anderen vergleiche und sehe, was da für negative Gefühle gegen sich selbst gerichtet sind und wie wenig manche Menschen von sich halten, dann denke ich mir immer, wie gut es mir geht und dass ich da auf jeden Fall etwas richtig mache.

Klar bin ich nicht perfekt, aber ich kann mir Fehler verzeihen. Ich verletze mich nicht absichtlich, ich zerstöre nicht mein Ego, indem ich mir selbst sage, wie unfähig und wertlos ich bin. Alles Dinge, die ich bei anderen immer wieder sehe und die mich erschrecken. Schlimm genug, wenn andere einem das einreden, aber man selbst…

Aus Gründen war ich vor einigen Tagen bei einer Therapeutin. Und die Hypothese lautete: Sie lieben/achten/wertschätzen sich nicht und ihr Vater ist Schuld. Sie brachte auch gleich die entsprechenden Psychologischen Konzepte und ja, ich weiß, dass meine Eltern an vielen Stellen hätten besser handeln können und ganz von der Hand zu weisen ist ihre Argumentation auch nicht, aber seien wir mal ehrlich: irgendwas ist immer und ich weigere mich, mir deswegen absprechen zu lassen, dass ich ein gutes Verhältnis zu mir habe.

Sie wollte, dass ich mir vorstelle, wie ich und mein Leben wären, wenn ich mich lieben würde und nicht alles kontrollieren wollen würde und mich nur nach sozialen Normen richten würde.
Konnte ich ihr nicht beantworten, denn dafür reichte meine Vorstellungskraft nicht aus.

Aber was müsste ich denn bitte tun, um mich selbst zu achten? Was bedeutet denn Selbstachtung / -wertschätzung? Darauf wollte sie mir keine Antwort geben, sondern stellte neue Gegenfragen.

Also habe ich bei Twitter nachgefragt. Was glauben andere Menschen, dass Selbstachtung und Selbstwertschätzung sei. Was tun sie für sich, weil sie sich lieben?

Überraschung: sie tun die gleichen Dinge, die ich auch tue. Anscheinend glaube nicht nur ich, dass sich Zeit für sich selbst zu nehmen und Dinge zu tun, die einen glücklich machen und die Welt mal außen vor zu lassen, genau das ist, was man tut, weil man sich selbst wichtig nimmt.

Daraus ergibt sich jetzt natürlich eine Art Widerstandshaltung, die für Therapien immer ganz hervorragend ist. Aber ich hasse es, mir Dinge unterstellen zu lassen, die so nicht wahr sind, nur weil sie in irgendein Konzept passen.

Und wenn dann meine eigenen Gedanken zum Thema abgetan werden mit “nein, so ist das auf keinen Fall, denn das was du beschreibst hat nur was mit neurologischen/physischen Ursachen zu tun”, was aber schlichtweg falsch ist, dann ist die Bereitschaft, viel Geld zu investieren, eher gering, auch wenn die Neugierde da ist, ob sie es tatsächlich schafft, aus mir einen besseren Menschen zu machen – was ich aber mal so überhaupt nicht sehen kann.

Ich bestehe nicht auf meine Selbstdiagnose, aber ich habe genug recherchiert um zu verstehen, dass neurologische Probleme zwar ein Grund sein können, aber keinesfalls immer vorhanden sein müssen (und großteils auch nicht sind) um die Diagnose zu stellen.

Ganz ehrlich, ich habe ein bisschen Schiss, denn das, was sie da als Ziel formuliert hat, ist etwas, was komplett außerhalb meiner Vorstellung ist. Wenn man in eine Therapie geht, hat man ja normalerweise eine Idee, wie es am Ende aussehen soll. Ein depressiver Mensch kennt seine “guten” Tage und weiß, dass er dadurch mehr davon haben kann. Als ich vor Jahren eine Verhaltenstherapie gemacht habe, wusste ich, dass ich danach in der Lage sein sollte (das Ergebnis war nicht überzeugend, aber das ist eine andere Geschichte) besser mit psychisch kranken Menschen umzugehen und Grenzen zu ziehen.

Aber diesmal? Das klingt, als würde sich ein ganz grundlegender Teil meiner Persönlichkeit ändern. Ja, Liebe ist was gutes und es kann eigentlich nur positiv ausgehen, aber wie soll das aussehen? Ich weiß es nicht. Und da ich ja schon sehr zufrieden bin, tue ich mich schwer damit, ggf 2000€ in etwas zu investieren, was völlig außerhalb meiner Vorstellungskraft ist und von dem ich nicht sicher bin, dass ich es auch wirklich erreiche. Ja, ich muss alles selber bezahlen, da es sich hierbei um eine Privatbehandlung handelt.

Die ersten Hausaufgaben bestanden darin, Dinge an mir zu finden, die ich hübsch finde. Ja, kann ich, kein Problem. Das Ziel dabei ist es, positive Gefühle zu generieren, aber dafür finde ich Schönheit leider echt nicht wichtig genug. Und das Konzept, mir auf etwas auf etwas einzubilden, für das ich nichts kann, finde ich ein bisschen albern. “Ätsch, ich bin hübscher als du”, ist genauso blöd wie “ätsch, ich bin Deutsche und du nicht”. Also aus meinem Aussehen Stolz und positive Gefühle generieren… naja, mal schauen.

Morgen ist der nächste Termin und nachdem ich mich direkt am Tag nach dem letzten schon per Mail über ihre Misinterpretation meiner Selbstdiagnose aufgeregt habe, wird das bestimmt recht lustig. Naja, ich werde hingehen und ihr zumindest für ein paar Sitzungen eine Chance geben, bevor ich ein endgültiges Resümee ziehe.

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Gewichtsgedanken

Das wird wahrscheinlich ein langer Eintrag und ob was Informatives dabei raus kommt, kann ich auch noch nicht versprechen, aber ich lege einfach mal los.

Es gibt immer mal wieder Momente und Menschen, wo ich mich frage, wie es zu so einem Gewichtsanstieg kommen konnte, ohne, dass zwischendurch irgendwann mal auf die Bremse getreten wurde. Ein Beispiel dafür ist mein Kollege. Der Mann ist gut 1,90 Groß und wiegt deutlich über 200Kg. Das sind Außmaße, die einem wirklich Probleme im normalen Leben machen. Er ist gesundheitlich soweit topfit und hat (bisher) keine ernsten Probleme, aber immer wenn er von seiner Lifeguard-Karriere als Schüler erzählt, möchte ich gerne mal ein Bild von damals sehen und möchte wissen, wann und warum alles so aus dem Ruder gelaufen ist. Aber sowas fragt man natürlich nicht.

Also habe ich mal über mich selber nachgedacht. Zu meinen Spitzenzeiten (~2009) habe ich über 90Kg gewogen, was für eine “Größe” von 1,55 schon verdammt viel ist. Aber mein Vorteil war immer, dass ich gerade durch die geringe Größe deswegen nie in einen Bereich kam, in dem ich “zu viel” für irgendwas war. Ich konnte immer in normalen Läden einkaufen gehen (gut, es musste Größe 46/48 sein, aber die findet sich heutzutage recht häufig) und auch Sitze (Stühle mit Seitenlehnen, Zug, Flugzeug) waren nie ein Problem. Nur die Schaukeln auf dem Kinderspielplatz, aber das ist vielleicht verständlich 😉
Und ich hatte immer das Glück, dass ich sehr kompakt bin und einfach rundum gleich viel gepolstert. Dadurch sah man nicht, *wie* viel das eigentlich so war. Die mittlere Schwester hat viel Bauch, die Kleine ist obenrum ziemlich schmal und hat dafür einen riesigen Hintern. Das macht es natürlich sehr viel auffälliger, als wenn jemand halt von oben bis unten gut zusammen passt und halt nur insgesamt dick ist.

Wie ist es also bei mir dazu gekommen? Das waren mehrere Schübe.
Bis zur Pubertät (~15) war ich immer moppelig und laut BMI im unteren “Übergewicht” Bereich. (Ab 60 ist normal, ich lag immer so bei etwa 60-63). Das lag zu einem großen Teil an meiner Mama. Klingt jetzt doof, das so abzuwälzen, aber war tatsächlich so. Sie selber war immer untergewichtig und isst auch total wenig. Nicht, weil sie es so möchte oder drauf achtet, sondern weil es sich einfach nicht anders ergibt. Ein Brot zum Frühstück, dann ein kleines Stück Kuchen zum Kaffee und abends eine moderate Portion irgendwas warmes. Damit ist sie happy und braucht nicht mehr. Bei etwa 1,60 und knapp 40Kg hat sie vermutlich auch nicht viel mehr Energiebedarf.

Aber sie hatte eine große Schwäche für Schokolade und damals immer so eine 400g Milka unter der Sofalehne. Und daraus ergab sich dann die Tradition, dass sie uns Kindern auch jedem jeden Tag eine Tafel Schokolade oder ähnliches mitbrachte. Jeden Tag eine Tafel Schokolade! Für jedes Kind, nicht etwa zu dritt geteilt. Rückblickend kann man sich da nur an den Kopf fassen, aber damals war es natürlich geil.
Das, gepaart damit, dass wir kein Frühstück hatten und uns selber um unser Essen irgendwie gekümmert haben (außer das warme Abendessen) war natürlich die ideale Voraussetzung für Desaster.

Wir alle drei waren dick. Ich war immer noch froh, nicht die dickste zu sein, aber habe das auch nicht als Anlass genommen, um irgendwas zu ändern, aber ich hätte auch nicht gewusst, was und wie. Meine mittlere Schwester war halt die dickste und hat unendlich gelitten. Wo mir vieles egal war und mich meine Mitschüler auch nicht sonderlich interessiert haben, hat es sie extrem mitgenommen, Außenseiter zu sein und gehänselt zu werden.
Wie die Kleine damit umgegangen ist, weiß ich tatsächlich gar nicht. Auch das von der Mittleren habe ich erst vor wenigen Jahren erfahren. Ich war nie so der führsorgliche Typ und sie waren halt auch 4, bzw. 6 Jahre jünger als ich.

Der erste große Zunahmeschub kam dann als ich meine erste richtige Beziehung hatte. Ich habe die 10 Kg damals auf die Pille geschoben, in der Realität war es eher, dass wir ziemlich schnell zusammen gezogen sind und uns um unser eigenes Essen kümmern mussten. Freiheit! Jeden Scheiß kaufen, den man wollte und die Minipizzen von der Pizzaria an der nächsten Kreuzung waren einfach nur göttlich!

Als ich dann 19 war, lag ich bei Kleidergröße 42 (das weiß ich nur noch, weil ich mich an die Suche nach einem Abi-Outfit erinnere). Das müssen also locker schon 75Kg gewesen sein.

Der Umzug nach Bremen brachte Abi-Stress, bald Trennungs-Stress und viele Trostsüßigkeiten. Da kamen wohl ein paar Kilo eher schleichend.

Der letzte große 15Kg Schwung kam dann mit meinem Job. Ich hatte Geld und komnnte mir kaufen, was ich wollte (Essen und Klamotten), ich saß nur noch vor dem Rechner, trank jeden Tag einen Liter Orangensaft, ohne mir darüber klar zu sein, dass das mal eben 450 Kalorien sind und genoss es, endlich angekommen und stabil zu sein.

Natürlich habe ich es gemerkt, aber neue Sachen kaufen war einfacher und mehr Spaß als Abnehmen. Und ich ertappe mich bis heute immer bei dem Gedanken, dass ich denke “ist zwar scheiße, aber noch sind es unter xxKg und ich werde jetzt drauf achten” Dieses “noch unter xx” erhöhte sich zwar über die Jahre, aber ich habe mich auch einfach lange nicht auf die Waage gestellt.

Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, was mich zu Jahreswechsel ’10/’11 letztendlich dazu bewegt hat, aber ich habe mit WW online 22Kg in 10 Monaten abgenommen. Anfangs war ich grundlegend motiviert und später haben mich die Erfolge motiviert. Es ging irgendwie so einfach. Was aber auch nicht schwer ist, wenn man sich vorher ausschließlich von TK-Pizza oder Mikrowellenzeugs und Schokolade ernährt hat. Ich fing an zu kochen und habe Gemüse für mich entdeckt, die ich noch nie gegessen habe oder immer dachte, ich würde sie nicht mögen. Meine Mama hasst beispielsweise Kürbis und so gab es das bei uns nicht und ich war immer sehr skeptisch. Aber so eine großartige Suppe aus Kürbis und Apfel ist was sehr feines!

Ende ’11 machte ich dann aus Krankheitsgründen Pause und war davon überzeugt, ich könne ja jederzeit wieder starten, weil es so einfach war. Dann kam Weihnachten und der Beginn von 2012, 13, 14 und ich kam nie wieder rein. Dadurch, dass ich ja inzwischen nicht mehr so unglaublich falsch aß, konnte ich ja nicht mehr so viel verbessern und die einzige Möglichkeit war halt, die Menge wirklich runter zu schrauben. Aber das ist so doooof.

Dann ergab sich aber auch ein weiteres Problem, was ich erst vor ein paar Tagen verstanden habe. Wenn ich meine Daten in irgendwelche Rechner eingab, erzählten die mir immer, dass ich ja mit meiner Bewegung (immerhin 10Km Rad am Tag und Singen ist auch anstrengender als es aussieht) deutlich über 2000 Kalorien am Tag verbrauchen würde. Da ja überall die 2000 als Durchschnittswert für normale Frauen angegeben wird, habe ich das auch nie in Frage gestellt.

Also suchte man sich eine 1500 Kalorien-Diät und hoffte, dass man damit dann doch pro Monat wieder die 2Kg verlieren sollte, wie auch schon 2011. Tat ich aber nie. Als ich mich bei MyFitnessPal.com anmeldete und denen sagte, dass ich 1Kg in der Woche verlieren will, setzten sie mich auf 1400 Kalorien. Wenn man von einem normalen Durchsatz von 2400 ausgeht, dann ist die Rechnung ja auch korrekt.

Aber ich verbrauche am Tag nur etwa 1700 Kalorien. Und das beinhaltet schon das Fahrrad fahren. Da ich nur 1,55m groß bin, braucht mein Körper gar nicht so viel, selbst bei einem BMI der zwischen Übergewicht und Adipös I liegt.

Von daher sind die 1400 (was einfach der generelle Tiefstwert ist, den MFP vorschlägt) natürlich nichts, was mir auch nur ein halbes Kilo pro Woche bringt. (1 Kilo besteht aus 7000 Kalorien. Also muss man 1000 am Tag weniger essen, als dass man verbraucht, um in einer Woche 1 Kilo loszuwerden)

Das habe ich tatsächlich erst letzte Woche entdeckt. Ich hatte mich immer auf diese 2×00 verlassen.

Jetzt versuche ich also, mich mit etwa 1000-1100 Kalorien über den Tag zu bringen, um noch ein brauchbares Defizit zu erzeugen. Es ist für mich nicht schwer, mit 1000 Kalorien zu überstehen. Ich merke, dass mir das von der Energie absolut reicht, aber 1000 sind halt verdammt schnell erreicht und wenn man auch noch drauf achten will, dass man genug Eiweiß zu sich nimmt, (was ich momentan noch nicht mache), dann ist man auch ziemlich festgelegt auf vieles.

Von daher habe ich schon immer wieder Hunger, wenn ich dann halt zum Frühstück ein Glas Chocomel hatte, weil es noch im Kühlschrank steht und ich es ja nicht wegkippen will. Aber das Glas hat dann halt auch 1/4 meiner Tageskalorien und auch wenn mir die Energie problemlos reicht, so meldet sich der Magen doch schon, wenn er nichts Substanzielles bekommt.

Das ist das Problem, wenn man so klein ist. 1000 Kalorien sinnvoll zu füllen heißt halt auch, dass wenig Platz für Ausrutscher oder Genuss bleibt. Denn wenn ein paar Stückchen Schokolade dann spontan das Abendessen komplett ersetzen, ist man zwar für den Moment glücklich, aber nicht satt.

Aber im Moment bin ich motiviert und ein-, zweimal im Monat gibt es eh “Cheatdays” an denen ich dann mit Freunden brunche. Wobei das Frühstück neulich “nur” 2000 Kalorien hatte, da hatte ich doch mehr befürchtet und wollte erst gar nicht aufschreiben. Aber da war ich auch pappsatt und hab den Rest des Tages dann nichts mehr gegessen. Aber das möchte ich mir auch nicht nehmen. Dafür esse ich zu gerne, als dass ich vollständig darauf verzichten würde.
Ich habe auch schon eine Sushi-Verabredung in 2 Wochen, das ist auch nicht mit 1000 Kalorien erledigt, aber ich freue mich riesig drauf und werde es genießen, egal, wie viel es am Ende wird.

Bleibt am Ende noch das Thema Sport, denn damit könnte ich ja meinen Umsatz hervorragend anheben und müsste nicht mehr so jammern. (Ich frage mich gerade, bei welchem Umsatz ich denn dann lande, wenn ich bei meinem Zielgewicht bin, dann ist ja gar nichts mehr übrig…)
Das ist richtig, aber ich hasse Sport! Und solange ich nichts finde, was mir wirklich Spaß macht, wird das auch nichts werden. Ich fahre bei halbwegs anständigem Wetter 10-15Km Rad am Tag, das bringt grob +200. Das Studio war ein Reinfall, aber so habe ich es ausprobiert und weiß, dass das in dieser Form für mich nicht funktioniert. Denn wenn ich mich nur hinquäle, dann mache ich alles nur mit nem halben Arsch, um schnell wieder raus zu sein. Daraus habe ich bisher keinerlei Verbesserung/Veränderung wahrgenommen.
Was 2011 gut funktioniert hat und was ich wieder angehen wollte (aber die Gewohnheit muss sich auch erst wieder einschleifen) war ein Wii Sportprogramm, was Cardio und Muskeln bearbeitet und zwischendurch auch immer Fortschritte festhält. Hat auch keinen Spaß gemacht, aber das ist ne halbe Stunde, die man abends mal eben zwischendurch erledigt und dafür nichts extra machen muss. Irgendwann war es drin und ich habe es vor dem Schlafen gehen fast automatisch gemacht und gar nicht mehr drüber nachgedacht.

Na, noch jemand an Board? Wie erwartet, ist der Eintrag ein bisschen ausgeufert, aber das bewegt mich die Tage gerade, denn speziell diese 1700 haben mich echt überrascht und frustriert. Zusätzlich habe ich das Buch “Fettlogik” gelesen, was mir schon vor Jahren mal empfohlen wurde und bei Twitter gerade einen ziemlichen Hype erlebt. Da war vieles drin, was sehr interessant ist. Klar, man findet immer und zu allem Studien, die einem beweisen, was man will, aber ich finde, was sie schreibt ist für mich schlüssig und dass das ganze Drama meine Schuld ist, weil ich einfach zu gerne leckere Sachen esse, habe ich eh nie in Frage gestellt. War jetzt also nicht der Heilige Gral und ein Engelschor begann zu singen, wie es bei manchen der Fall zu sein scheint, wenn man bei Twitter liest, aber es ist gut, manche Sachen bestätigt, nochmal erklärt oder eben auch widerlegt zu bekommen, die da so seit 30 Jahren in meinem Kopf rumschwirren. Vieles davon sind ja wirkich Sachen, die man immer wieder irgendwo hört und einfach ohne großes Nachdenken verinnerlicht. Und die Kritiker, die ihr vorwerfen, 500 Kalorien am Tag zu propagieren, haben es nicht richtig gelesen.

Wer gerne einen Kommentar oder eigene Leidens-/Erfolgsgeschichten dalassen möchte, ist herzlich eingeladen, ich freue mich über Nachrichten.

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