Tag "freunde"

Freunde und Beziehungen

Freunde… ein kein ganz einfaches Thema für mich. Ich bin super introvertiert und schließe nicht schnell Freundschaften. Auch bin ich niemand, der sich häufig meldet, was aber nicht bedeutet, dass mir die Leute nicht wichtig sind! Nur muss ich sie nicht so oft sehen, um zu wissen, dass sie da sind.
Ich habe wenige Freunde, aber die sind eigentlich dafür alle auch sehr gut. Es gibt auch keinen Unterschied, ob es Männer oder Frauen sind. In meiner Welt ist es nämlich völlig problemlos möglich, dass Männer und Frauen Freunde sind, auch wenn ich aus Erfahrung weiß, dass das bei vielen auch Probleme macht.
Und da Freunde für mich eher schwierig sind, merke ich mir auch, was da so schief ging. Hier eine Sammlung von Problemen (und auch guten Beispielen)

Der Empörte und Blasi-Hasi

Im Jahre 2001 traf ich in einer Arbeitsamt-Schulung einen Mann, mit dem ich mich sehr gut verstand. Wir hatten einen sehr guten Draht und dass da kein Interesse an einer Beziehung bestand, war relativ klar. Aber wir hatten eine gute Zeit und eines Abends saßen wir zusammen und ich fragte ihn, wie es denn wäre, wenn er eine Freundin hat. Er sah mich an, als wäre ich ein Auto und sagte, dass das doch kein Problem sei. Auf meine vorsichtige Anmerkung, dass sie mich ja nun ggf nicht mögen könnte, war er ernsthaft empört, wie ich denn glauben könne, dass er sich von seiner Freundin vorschreiben lassen würde, mit wem er befreundet ist.
Nunja, die Realität schlug etwa 2 Wochen später zu, als er mit einem der Mädels aus dem Kurs zusammen kam. Sie wusste, dass ich gemeinsame Interessen mit ihm hatte, die sie total langweilig fand und ich so auf meine Art eine Verbindung zu ihm hatte, an die sie nicht ran kam. Also was tat sie? Sie verbat ihm den Kontakt mit mir und er verabschiedete sich “vorerst, bis es sich beruhigt” und ward nie wieder gesehen.
Als ich ihn zufällig ein paar Jahre später wieder traf, erzählte er mir, dass die Beziehung schnell wieder getrennt wurde, weil es halt doch nicht passte und sie durch ihre Eifersucht und Forderungen viel kaputt gemacht hatte. Ich habe ihn nicht gefragt, warum er sich dann nicht wieder gemeldet hat, aber zu dem Zeitpunkt war es mir dann auch ehrlich egal. Anfangs habe ich ihn jedoch sehr vermisst.

Der Kämpfer und die Eifersüchtige

Etwas ganz ähnliches ist mir just heute Früh wieder passiert.
Mein Exfreund hat sich neu verliebt. Ich bin nicht glücklich darüber, aber nunja, Shit happens.
Man muss dazu sagen, dass unsere Beziehung immer eher eine gute Freundschaft war (~80-90%), die mit ein paar Streuseln Beziehungskram bestreut war. Wenn ich an ihn denke, dann sind mir Dinge wichtig, wie unsere Ausflüge, gemeinsame Konzerte, die Motivation bei der Diät, sogar der Besuch bei seiner Familie. Ich habe ihn unterstützt und war glücklich, zu sehen, wie sich aus dem kleinen, kranken Kätzchen, was mir da irgendwann vor die Türe gesetzt wurde, ein großer, stattlicher Kater wurde.
Von daher war ich nicht glücklich, als er Schluss machte, aber konnte es verstehen und war froh, dass er mir versprach, dass wir gute Freunde bleiben würden, auch wenn mir klar war, dass ich damit trotzdem viel verlieren würde, weil seine Definition von Freundschaft leider doch auch eine andere ist, als meine und er vieles als “partner-exklusiv” ansieht, was für mich auch in eine Freundschaft gehört. Aber man nimmt ja, was man kriegen kann und wir haben so viele Gemeinsamkeiten, dass es wirklich schade und traurig wäre, wenn das alles verloren wäre.
Nunja… gestern erfuhr ich, dass seine neue Freundin dagegen ist, dass er auf meinem Sofa übernachtet, wenn er zu einem Chorwochenende kommt. Hallo Vertrauen?! Na gut, das lässt sich auch irgendwie regeln, auch wenn es ärgerlich ist. Er versprach, das noch mal ansprechen und dafür kämpfen zu wollen, dass wir uns weiter sehen können. Denn wenn ich nicht bei ihm auf dem Sofa schlafen darf, kann ich ihn nicht besuchen, da *ich* nicht in der Lage bin, 2 mal am Tag 250Km zu fahren und jedesmal ein Hotel nehmen, wenn ich einen Freund sehen will… ?
Nun ja, heute Früh kam dann die Meldung, dass er gar keinen Kontakt mit mir haben soll, denn sonst würde sie die Beziehung nicht fortführen wollen…
Ja, ich bin angepisst und enttäuscht, aber mal ganz ehrlich, ich finde sowas nicht in Ordnung! Ich kann doch meinem Freund nicht vorschreiben, mit wem er seine Zeit verbringen darf. Und jemanden dazu zu zwingen, sich zwischen mir und anderen Menschen zu entscheiden, wissend, dass er mich liebt und alles für mich tut, geht gar nicht!
Ich wünsche ihm, dass es das Wert ist und er nicht am Ende dasitzt und wieder völlig unten angekommen ist, weil die Beziehung nicht funktioniert hat und er sich selber fertig macht, weil er dafür seine Freunde abgeschossen hat.
Wahrscheinlich würde ich ihn sogar noch mal aufbauen, sofern er es über sich bringt, sich wieder bei mir zu melden und sich nicht in seine Schuldgefühle einmauert und den Kontakt vermeidet.
Also, wenn du das liest: Melde dich bei mir, wenn es schief geht!!!

Der Gute Bekannte

Wie ich schon schrieb, habe ich nicht viele Freunde und wenn jemand nicht will, dann ist das so. Ein Mann, den ich über Twitter kenne und mit dem ich gerne essen ging oder Filme schaute, sagte mir mal ganz deutlich, dass ich keine Freundin sei, sondern nur eine gute Bekannte.
Ich habe in dem Moment etwas geschluckt, aber na gut, ich dränge mich bestimmt niemandem auf.
Neulich sagte ich einen Filmabend ab, weil ich nicht gut drauf war und er schrieb zurück: Nur so zum trösten könntest du auch rumkommen. Weißt du, nä?
Ich starrte etwas verwirrt auf mein Handy. Nein, das wusste ich nicht. Ich erwarte von einem “guten Bekannten” nicht, dass er mich einfach nur tröstet, weil es mir gerade doof geht. Keine Ahnung, ob er da andere Ansichten hat oder ich in den letzten Jahren in der sozialen Hierarchie angestiegen bin, aber das überraschte mich doch sehr.

Der beste Freund

Mein bester Freund ist mein Ex. Wir haben uns damals relativ dreckig getrennt und von Betrug bis Drohungen war alles dabei. Aber da ich viel zu nett für diese Welt bin, habe ich ihn nicht auf die Straße gesetzt, sondern ihm die Chance gegeben, sich etwas zu suchen und ihn weiter bei mir in einer WG leben lassen. Dadurch konnten wir uns nie komplett aus dem Weg gehen und konnten irgendwann unseren Streit hinter uns lassen und als Freunde neu anfangen. Heute, fast 18 Jahre später, ist er ein Teil meiner Familie und nicht mehr weg zu denken. Die Idee, wieder etwas miteinander anzufangen entlockt uns beiden nicht mehr als ein “örks, nee, lass ma!” aber wir sind füreinander da und wichtig.
Ich weiß nicht, was mit uns passiert wäre, wenn er direkt ausgezogen und weg gewesen wäre. Wahrscheinlich hätten wir uns tatsächlich ziemlich aus den Augen verloren und hätten heute keinen Kontakt mehr.

Die beste Freundin und die Beziehung

Bei meiner allerbeste Freundin hat das übliche Schicksal des “ich hab einen Freund und kümmere mich um sonst niemanden mehr” zugeschlagen. Dazu kam eine Depression, die es ihr er schwer machte, mich auf einem gleichwertigen Level zu sehen und so haben wir uns leider sehr auseinander gelebt. Aber das ändert nichts daran, dass wir uns sehr wichtig sind und langsam wird es auch wieder enger und besser.

Fazit

Also, wie man sieht, bin ich sehr gutgläubig, viel zu verständnisvoll und leicht auszunutzen, aber ich finde, Freunde dürfen auch mal Scheiße bauen und wenn sie die Verantwortung dafür übernehmen, was sie getan und gesagt haben und wenn sie sich ehrlich bemühen, dann sind sie es mir auch Wert, dass ich ihnen verzeihe und wir da weiter machen können, wo wir aufgehört haben.
Natürlich weiß ich, dass in vielen Köpfen dadurch ein “Missy macht/hilft schon, die nimmt mich auch zurück” steckt und dass ich meinen Wert damit herabsetze[n lasse], aber es hatte ja Gründe, dass diese Menschen in meinem Leben waren/sind und die haben sich in der Regel ja auch nicht geändert.

Klar sagen mir alle, ich solle den “Kämpfer” zum Mond schießen, weil ich das nicht nötig habe, aber ich mag ihn und er ist mir wichtig und ich will keinesfalls, dass er in das Loch zurück fällt, aus dem ich ihn raus geholt habe. Außerdem haben wir viele Gemeinsamkeiten und ich fühle mich wohl mit ihm. Klar ist das gerade alles ein gigantisches Desaster und gemeinsam mit all den Problemen, die ich sonst so habe (Haus, Garten, Katzen) macht mich das gerade extrem fertig, aber ich will nicht aufgeben und die Beispiele hier zeigen ja auch, dass es sich oft lohnt und auszahlt, am Ball zu bleiben. Nicht für eine Beziehung, denn dafür war ich wohl nicht die richtige für ihn, aber als gute Freunde.

Und an die wundervollen Menschen, die hier unerwähnt blieben: ihr seid super und ich bin froh, euch zu haben, egal, ob alt oder neu <3

Wie immer, ein sehr verworrener und unzusammenhängender Eintrag, aber genau dafür hab ich diesen Blog ja, um Gedanken loszuwerden, die mich bewegen und vielleicht auch Reaktionen und Diskussionen damit zu wecken.

P.S.

Und während ich das hier hochlade, entdecke ich einen Kommentar, der mir seine Liebe gesteht… keine schlimmen Links, DSGVO Häkchen gesetzt… ich bin verwirrt. Ist das ernst gemeint??? Also, lieber Jemand, als anonymer Kommentar kommen wir da nicht weiter 😉

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“Ich verdiene das nicht”

Ja, ich schreibe schon wieder als nicht Betroffene über ein Thema aus dem Bereich Depressionen.
Ich habe schon viel zu viel Berührung damit gehabt und denke, ich habe eine ganz gute Sensibilität dafür entwickelt. Ich verstehe an vielen Stellen, warum jemand etwas bestimmtes denkt oder sagt, auch wenn ich es nicht wirklich nachvollziehen kann. Ich habe keinerlei Ausbildung, das sind alles Gedanken meiner persönlichen Erfahrungen mit Menschen, die mir nahe stehen und auch solchen, die ich nur bei Twitter mal lese.

In Anlehnung an das Thema “Wertschätzung”, was ich ja nun lang lang genug durchgekaut habe, begegnet mir immer wieder das Szenario, dass Menschen sich selbst nicht für würdig halten, dass man ihnen etwas Gutes gut. Die fühlen, dass sie es nicht verdient hätten, dass man sie liebt und sie als wertvoll ansieht.

Das ist etwas, was mich ehrlich fertig macht! Was muss jemandem in seinem Leben passiert sein, oder was müssen Menschen ihm eingeredet haben, damit er wirklich das Gefühl hat, er sei nichts Wert und habe nichts Gutes verdient. Manche fühlen, sie hätten dafür alles schlimme verdient und seien selbst daran Schuld, andere fühlen, sie haben gar nichts verdient.

Ich schreibe bewusst “fühlen”, denn wenn ich etwas gelernt habe, dann ist es, dass diese Menschen (oder ein Großteil davon) ganz rational durchaus erkennen können, dass sie tolle Menschen sind und dass sie Gutes bewirken können und dass sie wunderbar sind. Aber da sind immer diese völlig irrationalen Gefühle, die eine Mauer zwischen der Seele dieses Menschen und der Realität bauen. Eine Mauer, durch die all diese rationalen Gedanken, oder alles, was ihnen von außen gesagt wird, nicht durch kommt. Und sie wissen, dass diese Mauer da ist und dass sie sich damit selbst schaden. Sie können sich selbst ständig erzählen, dass sie toll und wertvoll sind, genau wie alle anderen auch, aber diese irrationale Gefühlsmauer sagt “redet ihr mal, ich weiß es besser!”

Ich kann nur ahnen, wie sich das anfühlt. Ich kann es mit meiner Schüchternheit vergleichen, die mich in gewissen Situationen unendlich nervös werden lässt, obwohl ich weiß, dass mir nichts passieren wird. Ein ganz banales Beispiel: Klassenabend der Gesangsschüler. Ich weiß, dass niemand mich auslachen wird, da ich in den vergangenen 5 Jahren bis auf 2 Konzerte alle anderen versaut habe. Ich habe bei allen Abenden so gepatzt, dass ich aufhören und neu einsetzen musste. Und ich habe immer nur Freundlichkeit und Lob geerntet. Es gibt also faktisch keinen Grund, dass ich da vorne stehe und so verkrampft bin, dass da nur noch Entenquaken raus kommt. (und ich wieder 2 mal starten muss) Aber genau das passiert jedes Mal wieder. Gut, nach all den Jahren wird es besser und letztes Jahr bin ich tatsächlich durchgekommen, ohne abbrechen zu müssen, aber die Ente am Anfang war trotzdem da. Also ja, ich verstehe ein klitzekleines Bisschen, was es heißt, zu wissen, dass alles gut ist, aber trotzdem etwas ganz anderes zu fühlen.

Aber diese Wertlosigkeit… das ist furchtbar! Menschen, die es nicht schaffen, Post von guten Freunden oder lieben Verwandten zu lesen, weil sie das Gefühl haben, dass sie so schlimme Versager sind und es gar nicht verdienen, zu lesen, dass sich jemand um sie sorgt und ihnen helfen möchte und die Briefe wochenlang ungeöffnet herumliegen lassen.
Menschen, die sich eigentlich schon gar nicht mehr trauen, ihren besten Freunden unter die Augen zu treten, weil sie das Gefühl haben, dass sie demjenigen gegenüber alles falsch gemacht haben und die Beziehung komplett ruiniert. Und da hilft es auch nicht, wenn man als dieser Freund sagt, dass man es selbst gar nicht so drastisch empfunden hat und es schon seit Jahren vergessen und vergeben hat, was passiert ist. Das ist egal, es ist trotzdem eine unendliche Überwindung, sich mit mir zu treffen. Und das macht mich so unendlich unglücklich.

Ich möchte doch eine Hilfe und ein Anker für diese Menschen sein und möchte da sein und eine Hand hinhalten, wenn sie gebraucht wird. Nicht selbst wegen einer Auseinandersetzung vor 3 Jahren ein Stressfaktor sein. Es ist traurig, wenn die allerbeste Freundin, die man je hatte, solche Beklemmungen hat, einen zu sehen… und ich kann nichts tun. Ich kann nur immer und immer wieder sagen, dass ich da bin und sie für mich genauso wichtig ist, wie damals, als alles noch in Ordnung war. Aber dann kommen wir wieder an diese Mauer…

Da mich das Thema die Tage sehr beschäftigte, fragte ich heute noch jemand anderen, der auch krank ist, ob das bei ihm auch so sei. Die Antwort war ähnlich erschreckend. Er habe nicht nur nichts gutes, sondern einfach gar nichts verdient und gefühlt sieht er sich in seiner jetzigen Situation darin auch komplett von der Vergangenheit bestätigt. Ich weiß nicht im Detail, was alles schief gelaufen ist, aber damit ein erwachsener Mensch sich so gering schätzt und so wenig anerkennt, was er kann und ist, dann muss da schon sehr viel familiär kaputt gegangen sein.

Aber wie twitterte meine Schwester so schön:

Wieder einmal ein zusammengewürfelter Haufen Gedanken, aber das beschäftigt mich gerade sehr und ich meine es todernst, wenn ich schreibe:

Danke fürs Lesen und keine Ahnung, ob ich damit irgendwas Gutes tue, aber es war mir wichtig!

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Grübeln

Ich bin generell zum Glück keine Grüblerin, aber alle Jubeljahre erwischt es mich mal. Diesmal hat mich der Abend mit einem sehr netten Herrn mit Schwung in dieses Loch katapultiert. Er hat unbewusst einige Dinge getriggert, die tief in mir vergraben sind und schon seit Jahren nicht mehr raus kamen. Der Vorteil an tief vergrabenen Dingen ist, dass sie einem egal sind und man sich keinen Kopf darum macht.

Worum geht es denn ganz konkret? Um gesunde Freundschaften, um das Gefühl, ohne Hintergedanken gemocht und einfach mal festgehalten zu werden.

Mit dieser pauschalen Aussage tue ich jetzt einer guten Freundin Unrecht, die mir das nämlich auch alles gibt und was ich auch sehr zu schätzen weiß, aber irgendwie sind die Umstände da anders, sodass mich das nie so erwischt hat. Also, fühl dich keinesfalls von den nächsten Absätzen angesprochen! :-*

Ich habe nicht viele gute Freundschaften und tue mich sehr schwer damit, neue Leute kennen zu lernen. Die Freunde, die ich habe, sind alle schon ewig in meinem Leben, was auch der Grund ist, warum ich den Kontakt niemals abbrechen würde, obwohl diese Freundschaften nicht gesund sind.

Was bedeutet nicht gesund? Dafür gibt es zwei Antworten:

  1. Ein Freund, der den anderen langsam zerstört und emotional erpresst, missbraucht und benutzt. Ich hatte solche Freunde, glücklicherweise sind sie inzwischen tot. Ja, klingt böse, aber war für alle Beteiligten der einzige Ausweg.
  2. Eine Freundschaft, die nicht auf Gleichheit basiert. Eine Person ist von der anderen abhängig (in welcher Form auch immer, bspw finanziell) und es besteht ein dauerhaftes Ungleichgewicht, Schuldgefühle und ähnliches. Das ist zwar nicht ungesund für mich, aber für die Freundschaft als solche.

Dieser Abend hat mich daran erinnert, dass es Menschen gibt, die einen einfach mal in den Arm nehmen, feste drücken, einen auf die Haare küssen und sagen “alles gut, Hasenkind, das kriegen wir hin” (nein, hat er nicht gesagt, dass ist ein Spruch eines Kollegen von vor 16 Jahren).

Nicht, dass meine Freunde sowas nicht tun oder sagen würden, natürlich unterstützen sie mich auch und sagen nette Dinge, wie das, aber da ist eine andere Dynamik dahinter. Schwer zu erklären, aber es war einfach schön, mit jemandem so ganz unvoreingenommen und unbelastet den Abend zu verbringen, ohne drüber nachdenken zu müssen, was man sagt oder tut, sondern einfach nur Spaß haben.

Und es erinnerte daran, dass es eine gewisse körperliche Nähe gibt, die mir fehlt. Das hat nichts mit Sex zu tun, das hat nichts mit Liebe/Beziehung zu tun, sondern mit Vertrauen, Chemie und Nähe. Entweder ich sitze mit Leuten einfach so rum und unterhalte mich, aber habe keinen Körperkontakt, oder ich habe Sex mit jemandem, den interessiert es dann aber nicht, einfach nur Zeit mit mir zu verbringen und etwas normales zu tun, denn dafür hat er ja seine Freunde. Das ist beides auf seine Art ok und ich möchte nicht mit jedem knuddeln, mit dem ich mal was Essen gehe. Nicht, dass jetzt jemand auf komische Gedanken kommt 😉

Aber für diesen einen Abend war da jemand, der keine Berührungsängste hatte, aber auch einfach nur an den Dingen meines Lebens interessiert war und Fragen gestellt hat, was ich denke und will. Das war sehr schön, aber hat mich eben auch in diese Grübelei gestürzt.

Keine Ahnung, ob wir Freunde werden können. Sowas lässt sich ja nicht planen. Und im Moment kann ich froh sein, wenn er nicht wegläuft, weil ich zu verzweifelt rüber komme 😉 Ich hoffe, dass der Kontakt erhalten bleibt, aber wir werden sehen.

Und in ein, zwei Wochen bin ich aus diesem Loch hoffentlich auch wieder raus und wieder glücklich und zufrieden mit meinem Leben – egal, wie es weiter läuft. Denn zum Glück bin ich eigentlich keine Grüblerin und happy mit mir selber und meinem Leben.

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