Trinkhilfe Ulla

Ich bin ja schon ein Werbeopfer, man kann es nicht anders sagen. Und Werbung bei Instagram erwischt mich leider viel zu oft.
Naja, aber diesmal war es ja was Sinnvolles.
Ich bin ein notorischer Nicht-Trinker. Wenn ich nicht aufpasse, komme ich locker mit <1l pro Tag aus. Ich habe einfach nur wenig Durst. Nun weiß ich aber, dass es sinnvoll wäre, mehr zu trinken und leide auch häufig an Kopfschmerzen, was ja oft damit in Verbindung gebracht wird. Also habe ich schon länger überlegt, wie ich das beheben kann. Wenn ich Cola Zero und Konsorten trinke, ist es ganz einfach, auf 3 Liter am Tag zu kommen, aber auch ohne Zucker ist das Zeug ja eigentlich nicht gerade empfehlenswert und dass es so zum Weitertrinken animiert ist schon irgendwie ein bedenkliches Zeichen. Naja, egal, ich trinke es trotzdem, aber versuche schon, gerade im Büro, mich auf Wasser zu beschränken. Aber Wasser ist halt langweilig. Ich versuchte, mich über Apps zu motivieren, aber nur weil ich genervt auf mein Handy tippe, oder eine Erinnerung in Chrome weg drücke, heißt das noch lange nicht, dass ich auch was trinke. “Ja, ja, mach ich gleich” und schwupps ist wieder ne halbe Stunde ohne was rum. Jedenfalls schlug mir Instagram schon Ende letzten Jahres immer wieder Ulla vor. Ein kleines Ei, was man mit Hilfe eines Gummibandes an jedes Glas/Flasche anbringen kann und was etwa 30 Minuten nach dem letzten Schluck anfängt zu blinken. Und zwar so lange, bis man wirklich das Glas in die Hand nimmt und eine Trinkbewegung macht. Und da man nun das Glas wirklich physisch in die Hand nehmen muss, trinkt man auch. Es gibt dafür keine App, keine Einstellungsmöglichkeiten, nichts. Ulla spürt anhand von Vibrationen, wenn man morgens ins Büro kommt und blinkt dann zuverlässig, bis man nicht mehr reagiert und dann geht sie schlafen. Lange habe ich sie noch nicht, aber meine 1,5l Wasserflasche ist jetzt immer leer, plus was halt noch an Kaffee, Tee oder Softdrinks dazu kommt. Ich möchte nicht behaupten, dass ich schon total toll merke, dass ich viel fitter, intelligenter, schöner und wacher bin, aber ich muss mindestens stündlich aufs Klo, was zumindest meine Schrittzahl über den Tag erhöht. (der allergrößte Grund übrigens, um nicht so viel zu trinken! Ich hab eh schon so ne Zwergenblase… *narf*) Der Versand von der Slowenischen Webseite erfolgte prompt und schon nach 2 oder 3 Tagen war sie da. Man kann gleich loslegen und angeblich hält die Knopfzellen-Batterie ein halbes Jahr und dann kann man sie einfach selbst tauschen.

25,-€ kostet eine Ulla plus 5,-€ Versand. Erstmal nicht ganz günstig, aber hält ja (hoffentlich) ewig und macht einen hervorragenden Job, also passt das schon.

Disclaimer: Der Eintrag ist nicht gesponsored und ich bekomme nichts, falls jemand sich auch eine Ulla kauft. Aber ich fand es ein nettes Tool, was mir tatsächlich bei meinem Trink-Problem geholfen hat und vielleicht kann sich ja noch jemand vorstellen, dass es was für ihn ist.

Spamkommentare II

Ok, manchmal schüttel ich doch wieder den Kopf. Der eine lobt immerhin mein Theme und wie schnell mein Blog im IE lädt (äh ja, super *thumbs up*)

Aber ganz hervorragend finde ich gerade ein paar religiöse Kommentare, die schon fast Romanlänge haben. Hier nur mal ein ganz kurzer, aber über/an/von diesen Richard sind hier ganz viele, zu den verschiedensten Beiträgen. WTF?! Da lob ich mir die Casino Werbungen.

D. G. Hart: Richard S., do you think Edwards would have wept at a baseball game? RS: Yes, over the souls of those who played on the Sabbath, those who wasted so much money on beer, and over those who profaned the name of the Lord while cheering/cursing. But other than that, probably not

Periode

So, liebe Leser, ich denke, der Titel sagt genug, dass ihr euch überlegen könnt, ob ihr weiterlesen wollt, oder nicht. Ist einerseits vielleicht interessant, aber andererseits vielleicht auch ein biiisschen TMI 😉

Warum schreibe ich jetzt über sowas? Gute Frage, war mir gerade nach und ich beschäftige mich im Moment ein bisschen mit Menstruationstassen, daraus ergab sich das.

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Spotify Mixtapes

Spotify gibt sich ja Mühe und hat einen Algorithmus, der einem jeden Monat 30 Lieder ermittelt, von denen er glaubt, dass man sie gut fände.

Ich weiß nicht Recht, wo der bei mir mal falsch abgebogen ist, aber in der Regel sind diese Vorschläge definitiv nicht das, was ich gut finde. Ja klar, es sind mal gute Stücke dabei, aber auch so unendlich viel Schrott!

Ich bin ja eigentlich ganz entspannt, was Musik angeht und höre wirklich viel, aber es gibt Dinge, die gehen nicht und ganz weit vorne sind alle Varianten von “Ballermann – Mucke”! Sowas wird sofort weggedrückt, wenn es mal auftaucht, aber das hält Spotify nicht davon ab, es immer wieder zu versuchen. Dazu auch gerne Deutsche/Niederländische/Skandinavische (Pop-)Schlager. Aber warum?!

Nun ja, jetzt gibt es ein relativ neues Feature, welches sich “Mixtapes” nennt. Das sind thematisch geordnete endlos-Playlists. Und nun schauen wir doch mal, was uns da so unterbreitet wird:

1. Soundtracks von Computerspielen und Filmen: Großartig! Hauptsächlich orchestral und episch.
2. Pop aus den 80er/90ern: Jepp, definitiv my guilty pleasure. DJ Bobo macht einfach Spaß
3. Klassik, hauptsächlich auch instrumental. Jepp, immer gern genommen.
4. Deutsche Schlager! WTF?! Helene Fischer und Mathias Reim??? Ja, zugegeben, es gibt deutlich schlimmere Musik (da sind wir wieder beim Ballermann) aber trotzdem, das ist nicht meine Musik, die ich mir jetzt freiwillig als Endlos-Playliste anhören möchte.

Verstehe ich nicht. Irgendwann muss ich mal irgendwas gehört haben, was den Algorithmus so verwirrt hat, dass er nicht mehr weiter weiß. Meine ganzen Chorstücke, die ich so zum lernen höre, werden aber z.B. ziemlich ignoriert. Naja, trotzdem ne schöne Funktion und die ersten Tapes sind defintiv cool. Außerdem habe ich auch in den Vorschlägen schon wirklich interessante neue Stücke entdeckt.

Ich versuche mal, ob ich meinen Weekly-Mix einbinden kann und ob er dann auch updated: (Und die Liste vom 2.1. ist zu einem überraschend großen Teil hörbar)

Rückblick 2016 – Vorschau 2017

2016… was kann/will man zu diesem Jahr sagen?

Na gut, lassen wir alle Politik mal außen vor und beschränken uns auf das, was bei mir persönlich passiert ist.

Vorsätze hatte ich im letzten Jahr gar keine gemacht. Wobei ich vielleicht sogar die ein oder andere Sachen hätte abhaken können. Na gut, ich sammle mal zusammen, was so passiert ist. Und eigentlich war auch nichts schlimmes dabei, sondern nur eher gute Sachen.

  • Ich habe einige alte Bekanntschaften aufgefrischt und auch aufgewertet, dazu einen ganzen Schwung neuer Leute kennen und schätzen gelernt. (Im Rahmen dessen habe ich mal Soerens Blog in meinen Blogroll aufgenommen. Ein kleiner Privatblog, der aber mit viel Liebe geführt wird.)
  • Ich habe mich in einem Fitnessstudio angemeldet – ginge ich jetzt auch noch regelmäßig hin, wäre es gleich noch viel awesomer *hust*.
  • Bei mir hat sich grundlegend in meiner Lebenseinstellung viel geändert, nachdem ich im Frühjahr ein paar psychologische Bilder entdeckt habe, die mein Leben auf einmal so gut erklären. Worte zu haben für etwas, was man vorher nicht beschreiben konnte, ist erleichternd. Es ändert nichts an den Symptomen, aber man kann so viel freier damit umgehen und muss sich nicht selbst immer in Frage stellen oder rätseln, warum so grundlegende Dinge einfach nicht klappen. Ja, sehr vage, ich weiß, aber es ist sehr persönlich und ich bin noch nicht sicher, ob und wie ich das teilen möchte. Es ist nichts schlimmes und ich bin nicht krank, soviel kann ich verraten.
  • Hugo hat sich ausgesprochen gut hier eingelebt <3
  • Ich habe 50+ Bücher geschafft, dieses Jahr. Da bin ich schon ein bisschen stolz drauf. Wenig gestrickt, aber doch Zeit fürs Lesen gefunden.
  • Ich bin dank @Sonnenhexer dieses Jahr ein bisschen in den Diablo3 Rausch verfallen. Nicht schlimm, aber immerhin. Außerdem habe ich mir Overwatch angesehen und bin halt ein totaler Shooter-Noob, aber ab und zu macht es doch Spaß 😉
  • Oh doch, einen Vorsatz hatte ich: mehr Tee trinken. Das ist nicht wirklich was geworden. Ich trinke ihn, aber nicht so viel und ich kaufe deutlich mehr nach… also schauen wir mal, ob ich dieses Jahr mehr wegschmeiße als neu kaufe

Ich denke, das ist alles, was ich über das alte Jahr sagen kann. Also Good-Bye!

Für das neue Jahr hat schon mal mit einer Diabetes-Diagnose für Muffin begonnen *schniff* Gut zu behandeln (morgens und abends Insulin spritzen), aber trotzdem blöd.
Ansonsten muss ich an meinen sozialen Fähigkeiten arbeiten (ja, das ist auch eine alte Story) und definitiv eine Routine fürs Fitnessstudio. Ich bin ja immerhin schon ganz angetan, dass ich mich endlich angemeldet habe, aber ich seh mich ja schon, dass ich Muffin als Ausrede, da ich ja um 8 für das Insulin zu Hause sein muss 😉 Naja, gibt ja auch noch Wochenenden.

Vielleicht wieder ein bisschen mehr stricken, die 50 Bücher beibehalten (hab das Widget auch schon aktualisiert) und sonst Abenteuer wagen und nicht alles durchplanen und absichern. “Was nützt ein Plan, ist er auch noch so schlau – er bleibt doch immer Theorie. Und nur das eine weiß mach ganz genau: so wie man plant und denkt, so kommt es nie!” Oh und aus gegebenem Anlass: ich muss mehr trinken und zwar nicht nur Tee, sondern allgemein.

Amsterdam

Ich war verreist! Ja, nur 3 Tage, aber hey. Und es war auch noch jemand dabei!

Im Herbst unterhielt ich mich mit L. über Holland, da er dort zu einem Kunden fahren musste. Auf seinen Kommentar, dass er das Land eigentlich gar nicht kennt, buchte ich spontan ein Zimmer für Dezember.

Vor einer Woche, am 19. ging es dann also los. Wir trafen uns unterwegs im Zug und fuhren gemeinsam nach Amsterdam. Ich war schon ein paar mal dort und finde die Stadt einfach super. Wetter war auch trocken und oft sonnig, also was will man mehr.

Die ersten 20€ ließ ich direkt in einem Laden ganz am Anfang, der UK/US Süßigkeiten verkaufte. Pfefferminz/Erdnussbutter/Mandel M&Ms <3 L. war cleverer und erledigte den Einkauf auf dem Heimweg.

Zwar hatten wir uns grob überlegt, was wir vorhaben, aber so richtig nen Plan hatten wir nicht, also erstmal zum Hotel gelaufen und dann im Vondelpark ans Wasser und erstmal überlegt, wie es weitergeht.

Erstmal einigten wir uns auf Essen. Da sind wir zum Glück sehr kompatibel und so gingen es zu einem unglaublich pompööös eingerichteten Sushiladen mit All you can eat. Ja, nicht ganz Niederländische Nationalküche, aber die kam dann später. Omnomnom, war das gut!

Danach hatten wir eigentlich das Van Gogh Museum angedacht, aber irgendwie wurde es dann doch nur der Shop und ein Bummel über den anliegenden Weihnachtsmarkt (naja, das, was da so unter Weihnachtsmarkt läuft – als Deutscher ist man da ja schon sehr verwöhnt). Der Shop ist neben dem großen I Amsterdam Zeichen, von dem man nur sehr menschenreiche Fotos bekommt.

Für den Abend haben wir uns dann eine Kanalfahrt durch das Amsterdam Light Festival gegönnt. Lichtkunst entlang der Hauptgrachten. Sehr schön.

A video posted by Miss Evil (@serpina) on

Tag 2 startete mit einem eher miesen Frühstück im Hotel, wunderbarer Sonne und einen extrem nervigen schwäbischen Kiffer, der mit schlechten Witzen ein paar Spenden für den nächsten Joint sammelte.

DHL liefert auch über Wasser, was gerade im Innenstadtbereich auch deutlich entspannter ist, als mit dem Auto zu fahren. Meine Fresse, der Verkehr ist da heftig.

Weiter ging es dann mit einem besucht im Science Museum NEMO (Hier die Wasseruhr im Eingangsbereich)

dem scheußlichsten Kaffee ever, Burger und Pommes und einem Besuch im Rotlichtviertel – halt um mal da gewesen zu sein. Wir haben uns nicht die groß angepriesene Banana-Show angeschaut.
Auf dem Rückweg dann noch ein bisschen Besinnlichkeit.

Am letzten Tag gab es dann nicht nur endlich echte niederländische Pfannkuchen zum Frühstück, sondern auch gute Pommes mit Erdnusssauce zu Mittag <3 Ein Vogel gab sich sogar Mühe, und einen Schwank aus seinem Leben zu erzählen, um was abzubekommen (und er war deutlich netter und besser als der Schwabe vom Vortag), aber er bekam nichts.

Bevor dann der Abschlusseinkauf beim Delikatessenhändler (Delikatessen und US Food passt ja auch wie die Faust aufs Auge) kam, waren wir noch im Katzenmuseum, wo es sogar ein paar lebende Exemplare gab.

Der Abschied war dann dunkelgrau und regnerisch, was die Trennung nicht so schwer machte.

Dafür war die Heimfahrt dann noch ein Abenteuer, da ein Auto auf die Schienen gefahren war und so der Zugverkehr erstmal brach lag. Also mit dem Bus nach Bad Bentheim und von da dann weiter in die verschiedenen Richtungen. Ich habe fast noch den Fehler gemacht, von Osnabrück den RB mit 2:30 Laufzeit zu nehmen, anstelle des geplanten IC, der nur 50 Minuten unterwegs ist. Aber noch rechtzeitig gemerkt und so nur 2 Stunden Verspätung, statt 4.

Nach wie vor eine tolle Stadt und mit L. auch eine sehr angenehme Begleitung. 5 *****, gerne wieder 😉

Hosentaschenpsychologie

Naja, eigentlich ist der Titel falsch, aber mir fiel nichts passenderes ein.
Es geht weniger darum, dass ich mich gerne damit befasse und freiwillig meine Zeit damit verbringe, als darum, dass ich inzwischen mit so vielen kaputten Menschen zu tun hatte, dass ich so viel daraus gelernt habe.

Ich bin niemand, der andere Menschen zwingend in Schubladen steckt. Sei, wie du möchtest, solang du mich anständig behandelst, ist alles gut. Aber mich selbst analysiere ich gerne. Ich bin ein ISTJ, ein Realist, ein extrem introvertierter Mensch, ein könnte-wenn-wollte, ein Mensch, der sehr empathisch ist und gut mit anderen Menschen kann, aber nicht möchte, ein sehr stabiler und selbst-zufriedener Mensch, ein Mensch, der viel mit dem Informations- und dem Apellohr hört, aber dafür nur schwer Zugang zu Menschen mit großen Beziehungsohren hat.

Es macht mir Spaß, diese Dinge über mich heraus zu finden und wenn jemand solche Informationen mit mir teilt, bin ich durchaus auch dankbar, da das das Leben einfacher machen. All diese Dinge über mich zu wissen, hilft mir ungemein, mit anderen Menschen klar zu kommen. Wenn man erstmal verstanden hat, dass jemand hauptsächlich auf dem Beziehungsohr hört, dann versteht man auch, dass man 1. nicht einfach den Mund aufmachen darf und sagen, was man denkt und 2. dass man sich leider auch nicht einfach mit einem “Ich bin nur verantwortlich für das, was ich sende und nicht für das, was du verstehst.” aus der Nummer wieder raus kommt. Auch wenn der Satz meiner Meinung nach korrekt ist und ich es oft sehr anstrengend finde, jeden Satz genau vor-formulieren zu müssen, bevor ich ihn sage und mich dann auf unendlich emotionale Diskussionen einlassen zu müssen, weil es eben doch wieder in den falschen Hals kam. Und ich bin nun echt nicht jemand, der ungefiltert alles raus blökt, was ihm einfällt.

Aber all die Jahre mit solchen Menschen, haben mich sensibel für die Problematik gemacht und ich kann heute einschätzen, woher es kommt, wenn jemand angefressen reagiert und nehme es nicht mehr so persönlich, wie ich es früher getan hätte. Ich bin geduldiger, wenn jemand immer wieder die gleichen [Selbst-] Zweifel äußert und daraus resultierend immer wieder die gleichen Fragen stellt. Wo ich früher zickig geworden wäre, werde ich heute traurig, weil es nur deutlich macht, wie kaputt jemand eigentlich ist und wie viel da in einem Leben schief gelaufen ist. Und wenn mir jemand nicht vertrauen kann, weil er schon so oft verarscht wurde, dann gefällt mir das vielleicht nicht, aber ich akzeptiere es und gebe ihm die Zeit, um zu lernen, dass ich ein wirklich netter Mensch bin und weder verstellt, noch bösartig.

Selbst wenn ich mich mit jemandem im Streit trennen würde, würde ich niemals seine Schwächen in irgendeiner Form ausnutzen. Das ist nicht meine Art und ich kann mir im Moment auch nicht vorstellen, was jemand dafür tun müsste, dass sich das ändert. Und mir wurden schon eine Gaspistole vor die Nase gehalten und ich habe nicht mal zu dem Zeitpunkt mein Wissen in irgend einer Form gegen denjenigen verwendet.

Dafür bin ich aber auch immer noch naiv genug, dass ich glaube/hoffe, dass ich mit meiner Nettigkeit etwas bei solchen Menschen erreichen kann. Dass ich ihnen den Glauben an andere Menschen wenigstens ein klitzekleines bisschen wieder herstellen kann oder dass ich ihr Leben wenigstens für ein paar Momente verbessern kann. Natürlich bin ich nur ein Tropfen auf den heißen Stein und was da teilweise schon seit frühester Kindheit durch die Familie zerstört wurde, kann ich nicht wieder gut machen, das ist mir schon bewusst. Aber ich kann hoffentlich zeigen, dass es auch andere Menschen gibt und man nicht immer auf der Hut sein muss.

Und je mehr man sich damit beschäftigt, desto besser versteht man auch die Leute um sich herum und kann auch die nicht-diagnostizierten Dinge entdecken, die in vielen von uns schlummern.

Als Jugendliche habe ich darüber nachgedacht, Psychologie zu studieren, wobei ich nie in die klassische Therapie wollte, sondern eher weiter in Richtung Musikpsychologie. Hat sich so nicht ergeben, aber spannend finde ich es immer noch und es hilft so sehr im Umgang mit Menschen, wenn man zumindest eine grobe Idee davon hat, was in manchen Köpfen vorgeht. Die Umstände, unter denen ich einen Großteil dessen gelernt habe, waren nicht schön, aber im nachhinein bin ich dankbar und froh darüber, weil ich Menschen, die mir nahe stehen, damit unterstützen und angemessen behandeln kann.

Danke fürs Lesen und ich denke, das war erstmal der letzte Post in diese Richtung. Als nächstes gibt es wieder einen Jahresrückblick und es gibt auch immer noch ein paar Lieder auf meiner Liste.

Veränderung

So viel ist passiert in diesem Jahr. Bei mir auf persönlicher Ebene. Dinge, die ich gelernt habe, Menschen, die ich kennen gelernt habe. Und so wandere ich durch meinen Blog und bleibe bei einem Eintrag aus dem Frühjahr hängen. Eine Meinung, die ich damals vertrat, weil ich sie für richtig hielt… und auf einmal sehe ich das Thema ganz anders.

Ganz konkret geht es um das Lied “Wolke 4“, was ich im März als Thema hatte. Ich stimme immer noch dem Tweet so zu und es ist richtig, dass es richtig scheiße ist, wenn einem jemand sagt, dass man halt nicht erste Wahl ist, aber unter den gegebenen Umständen, ja akzeptabel sei. Daran hat sich nichts geändert, denn das hat niemand verdient. Aber ich habe aufgrund von persönlichen Entwicklungen eine insgesamt positivere Haltung dem eigentlichen Lied gegenüber. Denn manchmal muss man sich einfach überlegen, ob man wirklich Wolke 7 braucht, oder ob Wolke 4 nicht einfach reicht, um glücklich zu werden mit einem Menschen. Das geht ein bisschen Hand in Hand mit dem Eintrag über die Große Liebe. Muss es denn wirklich das Feuerwerk der Liebe sein, oder ist so ein beständiges Kaminfeuer der Freundschaft nicht viel mehr Wert?
Manchmal kann es einfach nicht mehr sein und man muss sich entscheiden, ob man für immer und ewig auf ein Wunder hofft, oder ob man jemanden nimmt, mit dem man sich wunderbar versteht und den man sehr gerne hat, aber halt nicht gleich Schmetterlinge und rosarote Herzchen überall. Den letztendlich sind die anderen Dinge andauernder und wichtiger.

Aber der große Unterschie dabei ist dann auch, dass derjenige eben nicht zweite Wahl ist, sondern auf seine Weise trotzdem erste Wahl. Denn wie gesagt, dabei bleibe ich: niemand sollte sich damit zufrieden geben, dass er für jemand anderen nur zweite Wahl, Lückenfüller oder ähnliches ist. Dann lieber alleine, als quasi drauf warten zu können, dass man abgeschossen wird, wenn was besseres kommt.

Mal wenig Information und viel Philosophie in diesem Eintrag, aber das kam so, als ich wieder einmal über den Eintrag stolperte und mich an das Lied erinnerte. Und wenn ihr das anders empfindet, kommentiert gerne, das hier ist natürlich nur meine Meinung und wie man sieht, können sich Meinungen innerhalb von einigen Monaten auch grundlegend ändern. Falls ihr meiner Meinung seid, dürft ihr natürlich auch kommentieren 😉

So schön und so traurig

Neulich wurde mir dieser Retweet in die TL gespült und irgendwie finde ich den Spruch wunderschön und habe ihn direkt geliked, retweeted und an einen betroffenen Menschen in meiner Umgebung weiter geleitet.
Es ist so wahr! Aber wenn man auf den Regen eingestellt ist, dann kann man damit auch umgehen und wird danach mit einer heißen Tasse Kakao und kuscheln auf dem Sofa belohnt.

Skurrilstes Geschenk mit Hintergrundgeschichte

Aus irgendeinem Grund wurde ich heute an ein Weihnachtsgeschenk erinnert, was ich 2012 bekam und mir damals nur ein extremes WTF?! entlockte. Nein, ist nicht wahr, die Schenkerin stand neben mir und ich schluckte es runter und bedankte mich.

Im Hauptbahnhof stand am 6. November offenbar ein Nikolaus, mit dem man Bilder machen konnte. Sie hielt es für eine gute Idee, sich über eine halbe Stunde lang dort anzustellen, für ein liebloses Bild mit einem (viel zu dünnen und wenig freundlichen) Nikolaus und es mir zu Weihnachten zu schenken.

Eine 39-jährige Frau hielt es für eine süße Idee, das einer 32-jährigen Freundin zu schenken. So ganz im Ernst. Kein Scherz, kein albernes Gegacker, während man da ansteht, kein doofes Selfie, nein, sie stellte sich da alleine an und meinte es todernst.

Jetzt mal ehrlich, das ist ein Geschenk, was man seinen (Groß-)Eltern machen kann. Oder was man im Scherz mit Freunden macht. Aber so?! Ich war ratlos, etwas verstört und um Worte verlegen.

Ein Jahr später war sie tot und ich hatte ein Gespräch mit dem Psychologen, der sie bis dahin in ihrer Kur/Reha/Psychoklinik betreut hatte. (Sie war schwer traumatisiert und nahm tonnenweise Tabletten, um überhaupt existieren zu können.)

Er erklärte mir, dass diese 40-jährige Frau auf dem emotionalen Niveau einer etwa 7-jährigen stehen geblieben war. Sie war nicht doof, war jahrelang verheiratet, hatte studiert und erfolgreich gearbeitet, aber ihre Emotionen und tiefen Bedürfnisse waren auf einem Niveau stehen geblieben, was mich in ihrem Kopf zu einer Art Ersatzmutter oder großen Schwester machte.

Das erklärte viele WTF Momente in unserer Freundschaft und es hätte mir/uns sicher sehr viel weiter geholfen, das zu ihren Lebzeiten zu verstehen. Ich konnte viele ihrer Aktionen/Aussagen/Erwartungen nicht verstehen und habe immer überlegt, wie ein gebildeter und vernünftiger Mensch dazu kommt. Aber da zeigt sich halt, wie wenig Alter und Bildung mit aussagen.

Aber all diese Dinge helfen mir heute weiter, wenn ich auf psychisch kranke Menschen treffe. Ich kann mit vielen Dingen deutlich besser umgehen und anstatt zu sagen “reiß dich zusammen, das ist nicht so”, weiß ich, dass es nicht geht und dass diese Menschen all die rationalen Antworten, die ich ihnen geben kann, selbst kennen, aber dass die Gefühle stärker sind als die Vernunft. Meist macht sie diese Ambivalenz völlig fertig. Zu wissen, dass ihre Ängste irrational sind und sie sich “nur anstellen” vs. die Emotionen, die ihnen einfach eine Angst vermitteln. Da brauchen sie nicht noch einen Menschen von außerhalb, der ihnen sagt, wie albern sie sich benehmen.

Das heißt nicht, dass ich nicht innerlich manchmal mit den Augen rolle und jemandem sagen möchte, dass sein Verhalten lächerlich ist, aber das heißt, dass ich es besser weiß und versuche, da zu sein, anstatt zu urteilen.