[Musik] Toni Basil – Hey Mickey

Oh, das letzte Video ist ja schon eine Weile her.
Ich fragte neulich schon bei Twitter, ob es irgendwo eine Möglichkeit gäbe, mit der man die Songs in den wöchentlichen Listen von Spotify tracken und darüber die Häufigkeit von bestimmten Liedern sehen kann. (Wahrscheinlich sollte ich einfach die Connection zu Last.fm aktivieren, fällt mir gerade so ein, damit hat man vielleicht zumindest einen Anhaltspunkt)
Die gefühlten Top 5 bei mir sind: Macarena, das Fliegerlied in verschiedenen Sprachen, Hey Mickey, Westerland und Mambo No.5
Einer der Songs ist fast immer dabei und es gab auch schon Wochen, wo ich zweimal den gleichen Song hatte, nur halt in unterschiedlichen Versionen. Ist ja nun nicht so, dass Spotify so langweilig wäre, mir immer die gleiche Version zu geben, nein, das sind schon unterschiedliche Stücke!)

Nunja, das hier kannte ich tatsächlich vorher noch gar nicht, aber ich habe mich dran gewöhnt und begrüße es immer wie einenn alten Bekannten, wenn es wieder auftaucht. Und doch, es gibt weitaus schlimmere Stücke in meinen Listen 😉

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Gewichtsgedanken

Das wird wahrscheinlich ein langer Eintrag und ob was Informatives dabei raus kommt, kann ich auch noch nicht versprechen, aber ich lege einfach mal los.

Es gibt immer mal wieder Momente und Menschen, wo ich mich frage, wie es zu so einem Gewichtsanstieg kommen konnte, ohne, dass zwischendurch irgendwann mal auf die Bremse getreten wurde. Ein Beispiel dafür ist mein Kollege. Der Mann ist gut 1,90 Groß und wiegt deutlich über 200Kg. Das sind Außmaße, die einem wirklich Probleme im normalen Leben machen. Er ist gesundheitlich soweit topfit und hat (bisher) keine ernsten Probleme, aber immer wenn er von seiner Lifeguard-Karriere als Schüler erzählt, möchte ich gerne mal ein Bild von damals sehen und möchte wissen, wann und warum alles so aus dem Ruder gelaufen ist. Aber sowas fragt man natürlich nicht.

Also habe ich mal über mich selber nachgedacht. Zu meinen Spitzenzeiten (~2009) habe ich über 90Kg gewogen, was für eine “Größe” von 1,55 schon verdammt viel ist. Aber mein Vorteil war immer, dass ich gerade durch die geringe Größe deswegen nie in einen Bereich kam, in dem ich “zu viel” für irgendwas war. Ich konnte immer in normalen Läden einkaufen gehen (gut, es musste Größe 46/48 sein, aber die findet sich heutzutage recht häufig) und auch Sitze (Stühle mit Seitenlehnen, Zug, Flugzeug) waren nie ein Problem. Nur die Schaukeln auf dem Kinderspielplatz, aber das ist vielleicht verständlich 😉
Und ich hatte immer das Glück, dass ich sehr kompackt bin und einfach rundum gleich viel gepolstert. Dadurch sah man nicht, *wie* viel das eigentlich so war. Die mittlere Schwester hat viel bauch, die Kleine ist obenrum ziemlich schmal und hat dafür einen riesigen Hintern. Das macht es natürlich sehr viel auffälliger, als wenn jemans halt von oben bis unten gut zusammen passt und halt nur insgesamt dick ist.

Wie ist es also bei mir dazu gekommen? Das waren mehrere Schübe.
Bis zur Pubertät (~15) war ich immer moppelig und laut BMI im unteren “Übergewicht” Bereich. (Ab 60 ist normal, ich lag immer so bei etwa 60-63). Das lag zu einem großen Teil an meiner Mama. Klingt jetzt doof, das so abzuwälzen, aber war tatsächlich so. Sie selber war immer untergewichtig und isst auch total wenig. Nicht, weil sie es so möchte oder drauf achtet, sondern weil es sich einfach nicht anders ergibt. Ein Brot zum Frühstück, dann ein kleines Stück Kuchen zum Kaffee und abends eine moderate Portion irgendwas warmes. Damit ist sie happy und braucht nicht mehr. Bei etwa 1,60 und knapp 40Kg hat sie vermutlich auch nicht viel mehr Energiebedarf.

Aber sie hatte eine große Schwäche für Schokolade und damals immer so eine 400g Milka unter der Sofalehne. Und daraus ergab sich dann die Tradition, dass sie uns Kindern auch jedem jeden Tag eine Tafel Schokolade oder ähnliches mitbrachte. Jeden Tag eine Tafel Schokolade! Für jedes Kind, nicht etwa zu dritt geteilt. Rückblickend kann man sich da nur an den Kopf fassen, aber damals war es natürlich geil.
Das, gepaart damit, dass wir kein Frühstück hatten und uns selber um unser Essen irgendwie gekümmert haben (außer das warme Abendessen) war natürlich die ideale Voraussetzung für Desaster.

Wir alle drei waren dick. Ich war immer noch froh, nicht die dickste zu sein, aber habe das auch nicht als Anlass genommen, um irgendwas zu ändern, aber ich hätte auch nicht gewusst, was und wie. Meine mittlere Schwester war halt die dickste und hat unendlich gelitten. Wo mir vieles egal war und mich meine Mitschüler auch nicht sonderlich interessiert haben, hat es sie extrem mitgenommen, Außenseiter zu sein und gehänselt zu werden.
Wie die Kleine damit umgegangen ist, weiß ich tatsächlich gar nicht. Auch das von der Mittleren habe ich erst vor wenigen Jahren erfahren. Ich war nie so der führsorgliche Typ und sie waren halt auch 4, bzw. 6 Jahre jünger als ich.

Der erste große Zunahmeschub kam dann als ich meine erste richtige Beziehung hatte. Ich habe die 10 Kg damals auf die Pille geschoben, in der Realität war es eher, dass wir ziemlich schnell zusammen gezogen sind und uns um unser eigenes Essen kümmern mussten. Freiheit! Jeden Scheiß kaufen, den man wollte und die Minipizzen von der Pizzaria an der nächsten Kreuzung waren einfach nur göttlich!

Als ich dann 19 war, lag ich bei Kleidergröße 42 (das weiß ich nur noch, weil ich mich an die Suche nach einem Abi-Outfit erinnere). Das müssen also locker schon 75Kg gewesen sein.

Der Umzug nach Bremen brachte Abi-Stress, bald Trennungs-Stress und viele Trostsüßigkeiten. Da kamen wohl ein paar Kilo eher schleichend.

Der letzte große 15Kg Schwung kam dann mit meinem Job. Ich hatte Geld und komnnte mir kaufen, was ich wollte (Essen und Klamotten), ich saß nur noch vor dem Rechner, trank jeden Tag einen Liter Orangensaft, ohne mir darüber klar zu sein, dass das mal eben 450 Kalorien sind und genoss es, endlich angekommen und stabil zu sein.

Natürlich habe ich es gemerkt, aber neue Sachen kaufen war einfacher und mehr Spaß als Abnehmen. Und ich ertappe mich bis heute immer bei dem Gedanken, dass ich denke “ist zwar scheiße, aber noch sind es unter xxKg und ich werde jetzt drauf achten” Dieses “noch unter xx” erhöhte sich zwar über die Jahre, aber ich habe mich auch einfach lange nicht auf die Waage gestellt.

Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, was mich zu Jahreswechsel ’10/’11 letztendlich dazu bewegt hat, aber ich habe mit WW online 22Kg in 10 Monaten abgenommen. Anfangs war ich grundlegend motiviert und später haben mich die Erfolge motiviert. Es ging irgendwie so einfach. Was aber auch nicht schwer ist, wenn man sich vorher ausschließlich von TK-Pizza oder Mikrowellenzeugs und Schokolade ernährt hat. Ich fing an zu kochen und habe Gemüse für mich entdeckt, die ich noch nie gegessen habe oder immer dachte, ich würde sie nicht mögen. Meine Mama hasst beispielsweise Kürbis und so gab es das bei uns nicht und ich war immer sehr skeptisch. Aber so eine großartige Suppe aus Kürbis und Apfel ist was sehr feines!

Ende ’11 machte ich dann aus Krankheitsgründen Pause und war davon überzeugt, ich könne ja jederzeit wieder starten, weil es so einfach war. Dann kam Weihnachten und der Beginn von 2012, 13, 14 und ich kam nie wieder rein. Dadurch, dass ich ja inzwischen nicht mehr so unglaublich falsch aß, konnte ich ja nicht mehr so viel verbessern und die einzige Möglichkeit war halt, die Menge wirklich runter zu schrauben. Aber das ist so doooof.

Dann ergab sich aber auch ein weiteres Problem, was ich erst vor ein paar Tagen verstanden habe. Wenn ich meine Daten in irgendwelche Rechner eingab, erzählten die mir immer, dass ich ja mit meiner Bewegung (immerhin 10Km Rad am Tag und Singen ist auch anstrengender als es aussieht) deutlich über 2000 Kalorien am Tag verbrauchen würde. Da ja überall die 2000 als Durchschnittswert für normale Frauen angegeben wird, habe ich das auch nie in Frage gestellt.

Also suchte man sich eine 1500 Kalorien-Diät und hoffte, dass man damit dann doch pro Monat wieder die 2Kg verlieren sollte, wie auch schon 2011. Tat ich aber nie. Als ich mich bei MyFitnessPal.com anmeldete und denen sagte, dass ich 1Kg in der Woche verlieren will, setzten sie mich auf 1400 Kalorien. Wenn man von einem normalen Durchsatz von 2400 ausgeht, dann ist die Rechnung ja auch korrekt.

Aber ich verbrauche am Tag nur etwa 1700 Kalorien. Und das beinhaltet schon das Fahrrad fahren. Da ich nur 1,55m groß bin, braucht mein Körper gar nicht so viel, selbst bei einem BMI der zwischen Übergewicht und Adipös I liegt.

Von daher sind die 1400 (was einfach der generelle Tiefstwert ist, den MFP vorschlägt) natürlich nichts, was mir auch nur ein halbes Kilo pro Woche bringt. (1 Kilo besteht aus 7000 Kalorien. Also muss man 1000 am Tag weniger essen, als dass man verbraucht, um in einer Woche 1 Kilo loszuwerden)

Das habe ich tatsächlich erst letzte Woche entdeckt. Ich hatte mich immer auf diese 2×00 verlassen.

Jetzt versuche ich also, mich mit etwa 1000-1100 Kalorien über den Tag zu bringen, um noch ein brauchbares Defizit zu erzeugen. Es ist für mich nicht schwer, mit 1000 Kalorien zu überstehen. Ich merke, dass mir das von der Energie absolut reicht, aber 1000 sind halt verdammt schnell erreicht und wenn man auch noch drauf achten will, dass man genug Eiweiß zu sich nimmt, (was ich momentan noch nicht mache), dann ist man auch ziemlich festgelegt auf vieles.

Von daher habe ich schon immer wieder Hunger, wenn ich dann halt zum Frühstück ein Glas Chocomel hatte, weil es noch im Kühlschrank steht und ich es ja nicht wegkippen will. Aber das Glas hat dann halt auch 1/4 meiner Tageskalorien und auch wenn mir die Energie problemlos reicht, so meldet sich der Magen doch schon, wenn er nichts Substanzielles bekommt.

Das ist das Problem, wenn man so klein ist. 1000 Kalorien sinnvoll zu füllen heißt halt auch, dass wenig Platz für Ausrutscher oder Genuss bleibt. Denn wenn ein paar Stückchen Schokolade dann spontan das Abendessen komplett ersetzen, ist man zwar für den Moment glücklich, aber nicht satt.

Aber im Moment bin ich motiviert und ein-, zweimal im Monat gibt es eh “Cheatdays” an denen ich dann mit Freunden brunche. Wobei das Frühstück neulich “nur” 2000 Kalorien hatte, da hatte ich doch mehr befürchtet und wollte erst gar nicht aufschreiben. Aber da war ich auch pappsatt und hab den Rest des Tages dann nichts mehr gegessen. Aber das möchte ich mir auch nicht nehmen. Dafür esse ich zu gerne, als dass ich vollständig darauf verzichten würde.
Ich habe auch schon eine Sushi-Verabredung in 2 Wochen, das ist auch nicht mit 1000 Kalorien erledigt, aber ich freue mich riesig drauf und werde es genießen, egal, wie viel es am Ende wird.

Bleibt am Ende noch das Thema Sport, denn damit könnte ich ja meinen Umsatz hervorragend anheben und müsste nicht mehr so jammern. (Ich frage mich gerade, bei welchem Umsatz ich denn dann lande, wenn ich bei meinem Zielgewicht bin, dann ist ja gar nichts mehr übrig…)
Das ist richtig, aber ich hasse Sport! Und solange ich nichts finde, was mir wirklich Spaß macht, wird das auch nichts werden. Ich fahre bei halbwegs anständigem Wetter 10-15Km Rad am Tag, das bringt grob +200. Das Studio war ein Reinfall, aber so habe ich es ausprobiert und weiß, dass das in dieser Form für mich nicht funktioniert. Denn wenn ich mich nur hinquäle, dann mache ich alles nur mit nem halben Arsch, um schnell wieder raus zu sein. Daraus habe ich bisher keinerlei Verbesserung/Veränderung wahrgenommen.
Was 2011 gut funktioniert hat und was ich wieder angehen wollte (aber die Gewohnheit muss sich auch erst wieder einschleifen) war ein Wii Sportprogramm, was Cardio und Muskeln bearbeitet und zwischendurch auch immer Fortschritte festhält. Hat auch keinen Spaß gemacht, aber das ist ne halbe Stunde, die man abends mal eben zwischendurch erledigt und dafür nichts extra machen muss. Irgendwann war es drin und ich habe es vor dem Schlafen gehen fast automatisch gemacht und gar nicht mehr drüber nachgedacht.

Na, noch jemand an Board? Wie erwartet, ist der Eintrag ein bisschen ausgeufert, aber das bewegt mich die Tage gerade, denn speziell diese 1700 haben mich echt überrascht und frustriert. Zusätzlich habe ich das Buch “Fettlogik” gelesen, was mir schon vor Jahren mal empfohlen wurde und bei Twitter gerade einen ziemlichen Hype erlebt. Da war vieles drin, was sehr interessant ist. Klar, man findet immer und zu allem Studien, die einem beweisen, was man will, aber ich finde, was sie schreibt ist für mich schlüssig und dass das ganze Drama meine Schuld ist, weil ich einfach zu gerne leckere Sachen esse, habe ich eh nie in Frage gestellt. War jetzt also nicht der Heilige Gral und ein Engelschor begann zu singen, wie es bei manchen der Fall zu sein scheint, wenn man bei Twitter liest, aber es ist gut, manche Sachen bestätigt, nochmal erklärt oder eben auch widerlegt zu bekommen, die da so seit 30 Jahren in meinem Kopf rumschwirren. Vieles davon sind ja wirkich Sachen, die man immer wieder irgendwo hört und einfach ohne großes Nachdenken verinnerlicht. Und die Kritiker, die ihr vorwerfen, 500 Kalorien am Tag zu propagieren, haben es nicht richtig gelesen.

Wer gerne einen Kommentar oder eigene Leidens-/Erfolgsgeschichten dalassen möchte, ist herzlich eingeladen, ich freue mich über Nachrichten.

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Von “Feuer und Flamme” zu “meh” in einer Woche

Ich bin jemand, der sich recht gut und schnell für Dinge begeistern kann. Allerdings meist nicht besonders lang.

Zeig mir 3 tolle YT Videos zu einem Thema und ich kaufe alles, was man dafür braucht und gebe nach etwa 3 Tagen auf, weil ich es (selbstverständlich, ohne Übung) nicht kann. Bis dahin habe ich dann auch etwa 683 weitere Videos geschaut und werde die Empfehlungen das nächste halbe Jahr nicht los, aber dann ist es mir auch ziemlich schlagartig wieder komplett egal und ich traure dem Hobby nicht frustriert nach.

Ein Beispiel war dafür Ende 2015 das Hand-Lettering; also schöne Buchstaben fabrizieren. Ich habe jetzt 4 oder 5 solcher Pinsel-Stifte und 2 Bücher zu dem Thema, aber in der Realität bin ich nie damit warm geworden. Dafür fehlt mir die Kreativität. Man muss vorher eine Idee haben, wie das Ergebnis aussehen soll und dann kann man sich dran machen, es zu erreichen. Ich habe aber nie eine Vorstellung, sondern kritzle halt einfach drauf los und das sieht natürlich immer kacke aus. Ich kann mir vorher nicht detailliert vorstellen, wie ich das Ergebnis haben möchte. Geht nicht! Ist beim Zeichnen auch so. Ich wäre bestimmt nicht ganz so grottig, wenn ich einfach vorher eine Idee hätte, wie das Bild hinterher aussehen soll. Meine Schwester kann das. Die ist kreativ und dann halt frustriert, dass sie es ggf nicht so umsetzen kann, wie es in ihrem Kopf aussieht, aber sie weiß genau, was sie möchte und wie es aussehen soll.

Ein anderes Beispiel sind Medien. Wenn ich Serien schaue/lese oder Podcasts höre, dann ist das so eine Art Binge und ich verbringe jede freie Minute damit. Auf neue Teile warten müssen, ist ganz schrecklich. Also jedenfalls ungefähr eine Woche lang. Danach ist es mir einfach egal und wenn dann tatsächlich ein neuer Teil oder eine neue Staffel kommt, dann ist es oft so, dass ich mich nicht mal dafür begeistern kann, es weiter zu schauen/lesen/hören, obwohl ich es vielleicht sogar schon gekauft habe. Das ist ein bisschen Schade. Denn dann wieder in diese Besessenheit rein zu kommen, ist gar nicht so einfach. Und so gibt es von Serien, die ich verschlungen habe, inzwischen oft schon 3+ neue Staffeln und ich habe noch nicht einmal wieder rein geschaut. Buchserien sind inzwischen schon endlich abgeschlossen und ich war damals so heiß darauf, zu erfahren, wie es weiter / zu Ende geht, aber jetzt liegen die Bücher auf meinem Kindle und werden komplett ignoriert.

Genauso Spiele. Ich habe Portal geliebt und tagelang gezockt, aber mit Teil 2 bin ich heute noch nicht durch, weil da auf einmal die Lust weg war. Bioshock 2 genauso. Irgendwann musste ich mal aufhören, weil es ständig abstürzte und danach war es spontan egal.

Und manchmal geht mir das sogar mit Menschen so… Ich verbringe viel Zeit mit jemanden und chatte jeden Tag und auf einmal ist er uninteressant und mehr als ein Herzchen bei Instagram ist nicht mehr drin. Das liegt nicht mal daran, dass ich Dinge über ihn gelernt habe, die mich abstoßen (klar, sowas gibts auch, dass jemand auf den ersten Blick total toll erscheint und sich dann über die Zeit als Nervtröte entpuppt) sondern es ist wie so ein Schalter, der umgelegt wird, weil der Vorrat an Interesse alle ist. Von “yay, mein neuer bester Freund” zu “hö, wer war der noch gleich?” in 3 Tagen. Keine Ahnung, woran das liegt.

Es gibt einige Dinge, die kontant bleiben oder zumindest von selber alle paar Monate/Jahre immer wieder kommen (WoW, Stricken, Doctor Who) aber wenn ich mir die Liste der Sachen in meinen Notizen so anschaue, muss ich mich echt mal gezielt ran setzen und zumindest die inzwischen abgeschlossenen Serien endlich mal fertig schauen/lesen/hören.

Wahrscheinlich ist das alles gar nicht so ungewöhnlich, aber ich empfinde es bei mir als verhältnismäßig extrem.
Wie sieht das denn bei euch aus?

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Trinkhilfe Ulla

Ich bin ja schon ein Werbeopfer, man kann es nicht anders sagen. Und Werbung bei Instagram erwischt mich leider viel zu oft.
Naja, aber diesmal war es ja was Sinnvolles.
Ich bin ein notorischer Nicht-Trinker. Wenn ich nicht aufpasse, komme ich locker mit <1l pro Tag aus. Ich habe einfach nur wenig Durst. Nun weiß ich aber, dass es sinnvoll wäre, mehr zu trinken und leide auch häufig an Kopfschmerzen, was ja oft damit in Verbindung gebracht wird. Also habe ich schon länger überlegt, wie ich das beheben kann. Wenn ich Cola Zero und Konsorten trinke, ist es ganz einfach, auf 3 Liter am Tag zu kommen, aber auch ohne Zucker ist das Zeug ja eigentlich nicht gerade empfehlenswert und dass es so zum Weitertrinken animiert ist schon irgendwie ein bedenkliches Zeichen. Naja, egal, ich trinke es trotzdem, aber versuche schon, gerade im Büro, mich auf Wasser zu beschränken. Aber Wasser ist halt langweilig. Ich versuchte, mich über Apps zu motivieren, aber nur weil ich genervt auf mein Handy tippe, oder eine Erinnerung in Chrome weg drücke, heißt das noch lange nicht, dass ich auch was trinke. “Ja, ja, mach ich gleich” und schwupps ist wieder ne halbe Stunde ohne was rum. Jedenfalls schlug mir Instagram schon Ende letzten Jahres immer wieder Ulla vor. Ein kleines Ei, was man mit Hilfe eines Gummibandes an jedes Glas/Flasche anbringen kann und was etwa 30 Minuten nach dem letzten Schluck anfängt zu blinken. Und zwar so lange, bis man wirklich das Glas in die Hand nimmt und eine Trinkbewegung macht. Und da man nun das Glas wirklich physisch in die Hand nehmen muss, trinkt man auch. Es gibt dafür keine App, keine Einstellungsmöglichkeiten, nichts. Ulla spürt anhand von Vibrationen, wenn man morgens ins Büro kommt und blinkt dann zuverlässig, bis man nicht mehr reagiert und dann geht sie schlafen. Lange habe ich sie noch nicht, aber meine 1,5l Wasserflasche ist jetzt immer leer, plus was halt noch an Kaffee, Tee oder Softdrinks dazu kommt. Ich möchte nicht behaupten, dass ich schon total toll merke, dass ich viel fitter, intelligenter, schöner und wacher bin, aber ich muss mindestens stündlich aufs Klo, was zumindest meine Schrittzahl über den Tag erhöht. (der allergrößte Grund übrigens, um nicht so viel zu trinken! Ich hab eh schon so ne Zwergenblase… *narf*) Der Versand von der Slowenischen Webseite erfolgte prompt und schon nach 2 oder 3 Tagen war sie da. Man kann gleich loslegen und angeblich hält die Knopfzellen-Batterie ein halbes Jahr und dann kann man sie einfach selbst tauschen.

25,-€ kostet eine Ulla plus 5,-€ Versand. Erstmal nicht ganz günstig, aber hält ja (hoffentlich) ewig und macht einen hervorragenden Job, also passt das schon.

Disclaimer: Der Eintrag ist nicht gesponsored und ich bekomme nichts, falls jemand sich auch eine Ulla kauft. Aber ich fand es ein nettes Tool, was mir tatsächlich bei meinem Trink-Problem geholfen hat und vielleicht kann sich ja noch jemand vorstellen, dass es was für ihn ist.

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Spamkommentare II

Ok, manchmal schüttel ich doch wieder den Kopf. Der eine lobt immerhin mein Theme und wie schnell mein Blog im IE lädt (äh ja, super *thumbs up*)

Aber ganz hervorragend finde ich gerade ein paar religiöse Kommentare, die schon fast Romanlänge haben. Hier nur mal ein ganz kurzer, aber über/an/von diesen Richard sind hier ganz viele, zu den verschiedensten Beiträgen. WTF?! Da lob ich mir die Casino Werbungen.

D. G. Hart: Richard S., do you think Edwards would have wept at a baseball game? RS: Yes, over the souls of those who played on the Sabbath, those who wasted so much money on beer, and over those who profaned the name of the Lord while cheering/cursing. But other than that, probably not

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Periode

So, liebe Leser, ich denke, der Titel sagt genug, dass ihr euch überlegen könnt, ob ihr weiterlesen wollt, oder nicht. Ist einerseits vielleicht interessant, aber andererseits vielleicht auch ein biiisschen TMI 😉

Warum schreibe ich jetzt über sowas? Gute Frage, war mir gerade nach und ich beschäftige mich im Moment ein bisschen mit Menstruationstassen, daraus ergab sich das.

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Spotify Mixtapes

Spotify gibt sich ja Mühe und hat einen Algorithmus, der einem jeden Monat 30 Lieder ermittelt, von denen er glaubt, dass man sie gut fände.

Ich weiß nicht Recht, wo der bei mir mal falsch abgebogen ist, aber in der Regel sind diese Vorschläge definitiv nicht das, was ich gut finde. Ja klar, es sind mal gute Stücke dabei, aber auch so unendlich viel Schrott!

Ich bin ja eigentlich ganz entspannt, was Musik angeht und höre wirklich viel, aber es gibt Dinge, die gehen nicht und ganz weit vorne sind alle Varianten von “Ballermann – Mucke”! Sowas wird sofort weggedrückt, wenn es mal auftaucht, aber das hält Spotify nicht davon ab, es immer wieder zu versuchen. Dazu auch gerne Deutsche/Niederländische/Skandinavische (Pop-)Schlager. Aber warum?!

Nun ja, jetzt gibt es ein relativ neues Feature, welches sich “Mixtapes” nennt. Das sind thematisch geordnete endlos-Playlists. Und nun schauen wir doch mal, was uns da so unterbreitet wird:

1. Soundtracks von Computerspielen und Filmen: Großartig! Hauptsächlich orchestral und episch.
2. Pop aus den 80er/90ern: Jepp, definitiv my guilty pleasure. DJ Bobo macht einfach Spaß
3. Klassik, hauptsächlich auch instrumental. Jepp, immer gern genommen.
4. Deutsche Schlager! WTF?! Helene Fischer und Mathias Reim??? Ja, zugegeben, es gibt deutlich schlimmere Musik (da sind wir wieder beim Ballermann) aber trotzdem, das ist nicht meine Musik, die ich mir jetzt freiwillig als Endlos-Playliste anhören möchte.

Verstehe ich nicht. Irgendwann muss ich mal irgendwas gehört haben, was den Algorithmus so verwirrt hat, dass er nicht mehr weiter weiß. Meine ganzen Chorstücke, die ich so zum lernen höre, werden aber z.B. ziemlich ignoriert. Naja, trotzdem ne schöne Funktion und die ersten Tapes sind defintiv cool. Außerdem habe ich auch in den Vorschlägen schon wirklich interessante neue Stücke entdeckt.

Ich versuche mal, ob ich meinen Weekly-Mix einbinden kann und ob er dann auch updated: (Und die Liste vom 2.1. ist zu einem überraschend großen Teil hörbar)

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Rückblick 2016 – Vorschau 2017

2016… was kann/will man zu diesem Jahr sagen?

Na gut, lassen wir alle Politik mal außen vor und beschränken uns auf das, was bei mir persönlich passiert ist.

Vorsätze hatte ich im letzten Jahr gar keine gemacht. Wobei ich vielleicht sogar die ein oder andere Sachen hätte abhaken können. Na gut, ich sammle mal zusammen, was so passiert ist. Und eigentlich war auch nichts schlimmes dabei, sondern nur eher gute Sachen.

  • Ich habe einige alte Bekanntschaften aufgefrischt und auch aufgewertet, dazu einen ganzen Schwung neuer Leute kennen und schätzen gelernt. (Im Rahmen dessen habe ich mal Soerens Blog in meinen Blogroll aufgenommen. Ein kleiner Privatblog, der aber mit viel Liebe geführt wird.)
  • Ich habe mich in einem Fitnessstudio angemeldet – ginge ich jetzt auch noch regelmäßig hin, wäre es gleich noch viel awesomer *hust*.
  • Bei mir hat sich grundlegend in meiner Lebenseinstellung viel geändert, nachdem ich im Frühjahr ein paar psychologische Bilder entdeckt habe, die mein Leben auf einmal so gut erklären. Worte zu haben für etwas, was man vorher nicht beschreiben konnte, ist erleichternd. Es ändert nichts an den Symptomen, aber man kann so viel freier damit umgehen und muss sich nicht selbst immer in Frage stellen oder rätseln, warum so grundlegende Dinge einfach nicht klappen. Ja, sehr vage, ich weiß, aber es ist sehr persönlich und ich bin noch nicht sicher, ob und wie ich das teilen möchte. Es ist nichts schlimmes und ich bin nicht krank, soviel kann ich verraten.
  • Hugo hat sich ausgesprochen gut hier eingelebt <3
  • Ich habe 50+ Bücher geschafft, dieses Jahr. Da bin ich schon ein bisschen stolz drauf. Wenig gestrickt, aber doch Zeit fürs Lesen gefunden.
  • Ich bin dank @Sonnenhexer dieses Jahr ein bisschen in den Diablo3 Rausch verfallen. Nicht schlimm, aber immerhin. Außerdem habe ich mir Overwatch angesehen und bin halt ein totaler Shooter-Noob, aber ab und zu macht es doch Spaß 😉
  • Oh doch, einen Vorsatz hatte ich: mehr Tee trinken. Das ist nicht wirklich was geworden. Ich trinke ihn, aber nicht so viel und ich kaufe deutlich mehr nach… also schauen wir mal, ob ich dieses Jahr mehr wegschmeiße als neu kaufe

Ich denke, das ist alles, was ich über das alte Jahr sagen kann. Also Good-Bye!

Für das neue Jahr hat schon mal mit einer Diabetes-Diagnose für Muffin begonnen *schniff* Gut zu behandeln (morgens und abends Insulin spritzen), aber trotzdem blöd.
Ansonsten muss ich an meinen sozialen Fähigkeiten arbeiten (ja, das ist auch eine alte Story) und definitiv eine Routine fürs Fitnessstudio. Ich bin ja immerhin schon ganz angetan, dass ich mich endlich angemeldet habe, aber ich seh mich ja schon, dass ich Muffin als Ausrede, da ich ja um 8 für das Insulin zu Hause sein muss 😉 Naja, gibt ja auch noch Wochenenden.

Vielleicht wieder ein bisschen mehr stricken, die 50 Bücher beibehalten (hab das Widget auch schon aktualisiert) und sonst Abenteuer wagen und nicht alles durchplanen und absichern. “Was nützt ein Plan, ist er auch noch so schlau – er bleibt doch immer Theorie. Und nur das eine weiß mach ganz genau: so wie man plant und denkt, so kommt es nie!” Oh und aus gegebenem Anlass: ich muss mehr trinken und zwar nicht nur Tee, sondern allgemein.

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Amsterdam

Ich war verreist! Ja, nur 3 Tage, aber hey. Und es war auch noch jemand dabei!

Im Herbst unterhielt ich mich mit L. über Holland, da er dort zu einem Kunden fahren musste. Auf seinen Kommentar, dass er das Land eigentlich gar nicht kennt, buchte ich spontan ein Zimmer für Dezember.

Vor einer Woche, am 19. ging es dann also los. Wir trafen uns unterwegs im Zug und fuhren gemeinsam nach Amsterdam. Ich war schon ein paar mal dort und finde die Stadt einfach super. Wetter war auch trocken und oft sonnig, also was will man mehr.

Die ersten 20€ ließ ich direkt in einem Laden ganz am Anfang, der UK/US Süßigkeiten verkaufte. Pfefferminz/Erdnussbutter/Mandel M&Ms <3 L. war cleverer und erledigte den Einkauf auf dem Heimweg.

Zwar hatten wir uns grob überlegt, was wir vorhaben, aber so richtig nen Plan hatten wir nicht, also erstmal zum Hotel gelaufen und dann im Vondelpark ans Wasser und erstmal überlegt, wie es weitergeht.

Erstmal einigten wir uns auf Essen. Da sind wir zum Glück sehr kompatibel und so gingen es zu einem unglaublich pompööös eingerichteten Sushiladen mit All you can eat. Ja, nicht ganz Niederländische Nationalküche, aber die kam dann später. Omnomnom, war das gut!

Danach hatten wir eigentlich das Van Gogh Museum angedacht, aber irgendwie wurde es dann doch nur der Shop und ein Bummel über den anliegenden Weihnachtsmarkt (naja, das, was da so unter Weihnachtsmarkt läuft – als Deutscher ist man da ja schon sehr verwöhnt). Der Shop ist neben dem großen I Amsterdam Zeichen, von dem man nur sehr menschenreiche Fotos bekommt.

Für den Abend haben wir uns dann eine Kanalfahrt durch das Amsterdam Light Festival gegönnt. Lichtkunst entlang der Hauptgrachten. Sehr schön.

A video posted by Miss Evil (@serpina) on

Tag 2 startete mit einem eher miesen Frühstück im Hotel, wunderbarer Sonne und einen extrem nervigen schwäbischen Kiffer, der mit schlechten Witzen ein paar Spenden für den nächsten Joint sammelte.

DHL liefert auch über Wasser, was gerade im Innenstadtbereich auch deutlich entspannter ist, als mit dem Auto zu fahren. Meine Fresse, der Verkehr ist da heftig.

Weiter ging es dann mit einem besucht im Science Museum NEMO (Hier die Wasseruhr im Eingangsbereich)

dem scheußlichsten Kaffee ever, Burger und Pommes und einem Besuch im Rotlichtviertel – halt um mal da gewesen zu sein. Wir haben uns nicht die groß angepriesene Banana-Show angeschaut.
Auf dem Rückweg dann noch ein bisschen Besinnlichkeit.

Am letzten Tag gab es dann nicht nur endlich echte niederländische Pfannkuchen zum Frühstück, sondern auch gute Pommes mit Erdnusssauce zu Mittag <3 Ein Vogel gab sich sogar Mühe, und einen Schwank aus seinem Leben zu erzählen, um was abzubekommen (und er war deutlich netter und besser als der Schwabe vom Vortag), aber er bekam nichts.

Bevor dann der Abschlusseinkauf beim Delikatessenhändler (Delikatessen und US Food passt ja auch wie die Faust aufs Auge) kam, waren wir noch im Katzenmuseum, wo es sogar ein paar lebende Exemplare gab.

Der Abschied war dann dunkelgrau und regnerisch, was die Trennung nicht so schwer machte.

Dafür war die Heimfahrt dann noch ein Abenteuer, da ein Auto auf die Schienen gefahren war und so der Zugverkehr erstmal brach lag. Also mit dem Bus nach Bad Bentheim und von da dann weiter in die verschiedenen Richtungen. Ich habe fast noch den Fehler gemacht, von Osnabrück den RB mit 2:30 Laufzeit zu nehmen, anstelle des geplanten IC, der nur 50 Minuten unterwegs ist. Aber noch rechtzeitig gemerkt und so nur 2 Stunden Verspätung, statt 4.

Nach wie vor eine tolle Stadt und mit L. auch eine sehr angenehme Begleitung. 5 *****, gerne wieder 😉

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Hosentaschenpsychologie

Naja, eigentlich ist der Titel falsch, aber mir fiel nichts passenderes ein.
Es geht weniger darum, dass ich mich gerne damit befasse und freiwillig meine Zeit damit verbringe, als darum, dass ich inzwischen mit so vielen kaputten Menschen zu tun hatte, dass ich so viel daraus gelernt habe.

Ich bin niemand, der andere Menschen zwingend in Schubladen steckt. Sei, wie du möchtest, solang du mich anständig behandelst, ist alles gut. Aber mich selbst analysiere ich gerne. Ich bin ein ISTJ, ein Realist, ein extrem introvertierter Mensch, ein könnte-wenn-wollte, ein Mensch, der sehr empathisch ist und gut mit anderen Menschen kann, aber nicht möchte, ein sehr stabiler und selbst-zufriedener Mensch, ein Mensch, der viel mit dem Informations- und dem Apellohr hört, aber dafür nur schwer Zugang zu Menschen mit großen Beziehungsohren hat.

Es macht mir Spaß, diese Dinge über mich heraus zu finden und wenn jemand solche Informationen mit mir teilt, bin ich durchaus auch dankbar, da das das Leben einfacher machen. All diese Dinge über mich zu wissen, hilft mir ungemein, mit anderen Menschen klar zu kommen. Wenn man erstmal verstanden hat, dass jemand hauptsächlich auf dem Beziehungsohr hört, dann versteht man auch, dass man 1. nicht einfach den Mund aufmachen darf und sagen, was man denkt und 2. dass man sich leider auch nicht einfach mit einem “Ich bin nur verantwortlich für das, was ich sende und nicht für das, was du verstehst.” aus der Nummer wieder raus kommt. Auch wenn der Satz meiner Meinung nach korrekt ist und ich es oft sehr anstrengend finde, jeden Satz genau vor-formulieren zu müssen, bevor ich ihn sage und mich dann auf unendlich emotionale Diskussionen einlassen zu müssen, weil es eben doch wieder in den falschen Hals kam. Und ich bin nun echt nicht jemand, der ungefiltert alles raus blökt, was ihm einfällt.

Aber all die Jahre mit solchen Menschen, haben mich sensibel für die Problematik gemacht und ich kann heute einschätzen, woher es kommt, wenn jemand angefressen reagiert und nehme es nicht mehr so persönlich, wie ich es früher getan hätte. Ich bin geduldiger, wenn jemand immer wieder die gleichen [Selbst-] Zweifel äußert und daraus resultierend immer wieder die gleichen Fragen stellt. Wo ich früher zickig geworden wäre, werde ich heute traurig, weil es nur deutlich macht, wie kaputt jemand eigentlich ist und wie viel da in einem Leben schief gelaufen ist. Und wenn mir jemand nicht vertrauen kann, weil er schon so oft verarscht wurde, dann gefällt mir das vielleicht nicht, aber ich akzeptiere es und gebe ihm die Zeit, um zu lernen, dass ich ein wirklich netter Mensch bin und weder verstellt, noch bösartig.

Selbst wenn ich mich mit jemandem im Streit trennen würde, würde ich niemals seine Schwächen in irgendeiner Form ausnutzen. Das ist nicht meine Art und ich kann mir im Moment auch nicht vorstellen, was jemand dafür tun müsste, dass sich das ändert. Und mir wurden schon eine Gaspistole vor die Nase gehalten und ich habe nicht mal zu dem Zeitpunkt mein Wissen in irgend einer Form gegen denjenigen verwendet.

Dafür bin ich aber auch immer noch naiv genug, dass ich glaube/hoffe, dass ich mit meiner Nettigkeit etwas bei solchen Menschen erreichen kann. Dass ich ihnen den Glauben an andere Menschen wenigstens ein klitzekleines bisschen wieder herstellen kann oder dass ich ihr Leben wenigstens für ein paar Momente verbessern kann. Natürlich bin ich nur ein Tropfen auf den heißen Stein und was da teilweise schon seit frühester Kindheit durch die Familie zerstört wurde, kann ich nicht wieder gut machen, das ist mir schon bewusst. Aber ich kann hoffentlich zeigen, dass es auch andere Menschen gibt und man nicht immer auf der Hut sein muss.

Und je mehr man sich damit beschäftigt, desto besser versteht man auch die Leute um sich herum und kann auch die nicht-diagnostizierten Dinge entdecken, die in vielen von uns schlummern.

Als Jugendliche habe ich darüber nachgedacht, Psychologie zu studieren, wobei ich nie in die klassische Therapie wollte, sondern eher weiter in Richtung Musikpsychologie. Hat sich so nicht ergeben, aber spannend finde ich es immer noch und es hilft so sehr im Umgang mit Menschen, wenn man zumindest eine grobe Idee davon hat, was in manchen Köpfen vorgeht. Die Umstände, unter denen ich einen Großteil dessen gelernt habe, waren nicht schön, aber im nachhinein bin ich dankbar und froh darüber, weil ich Menschen, die mir nahe stehen, damit unterstützen und angemessen behandeln kann.

Danke fürs Lesen und ich denke, das war erstmal der letzte Post in diese Richtung. Als nächstes gibt es wieder einen Jahresrückblick und es gibt auch immer noch ein paar Lieder auf meiner Liste.

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