Tag "psychogequatsche"

Depression

Jemand sagte mir neulich, er mache sich Sorgen um mich, weil ich Zeichen einer Depression zeige. Jemand anderes fragte mich daraufhin, ob ich mir Hilfe (ob nun bei Freunden, oder professionell) suchen würde, wenn dem so wäre. Meine Antwort darauf war, dass ich auf jeden Fall mit jemanden darüber sprechen würde, wenn ich es erkennen würde, dass ich das aber nicht versprechen kann, weil ich nicht sicher bin, ob ich mitbekomme, dass ich tatsächlich abgerutscht bin.

Heute kann ich klar die Zeichen erkennen und weiß, warum Menschen denken, dass ich abrutsche. Ich kann sehen, warum sie sich Sorgen machen und wollen, dass ich mit ihnen rede.

  • Ich ziehe mich noch weiter zurück, als bisher schon und sage selbst kleinere Treffen mit 5, 6 Leuten, die ich eigentlich gerne mag, ab
  • Ich habe das Gefühl, nie wieder glücklich sein zu können
  • Ich bin völlig überfordert mit all den Aufgaben, die gerade auf mich zukommen und sehe mich als komplett allein gelassen

Das sind auf jeden Fall alarmierende Zeichen, aber es ist auch eine beschissene Kombination von Ereignissen im Moment, die all diese Probleme und Gefühle potenzieren. Das eine ist die Übernahme eines Hauses und damit zusammenhängend die Aufnahme eines sechsstelligen Kredits, für was ich alleine verantwortlich bin.
Das andere ist eine Trennung, die mir einen wertvollen Ansprechpartner und Freund weggenommen hat.

Daraus ergibt sich ein extremes Gefühl des Alleingelassenseins und die völlige Rückhaltlosigkeit gepaart mit einer immensen Verantwortung. Das macht mich im Moment einfach fertig.

ABER:

  1. Kenne ich meinen Ex gut genug, dass ich weiß, dass er schlicht überfordert ist und keine Ahnung hat, wie er mit der Situation sinnvoll umgehen kann. Er will mich nicht absichtlich verletzen und ich bin ihm auch nicht egal, aber er weiß einfach nicht, was er tun soll, also wählt er den “sicheren” Weg und hält sich an ihr Verbot, keinen Kontakt mehr mit mir zu haben, weil er dann wenigstens an einer Front das Richtige macht. Er hat keine Erfahrungen mit so einer Situation und selbst innerhalb der Beziehung schon immer mal wieder Kommunikationsprobleme und Schwierigkeiten, sich “angemessen” zu verhalten. Das ist also eigentlich nur traurig, aber im Moment fehlt mir die Kraft, sein Unvermögen zu kompensieren und es nicht persönlich zu nehmen, dass er nicht mit mir reden will und all “unsere” Themen jetzt entweder mit ihr besprochen werden, oder halt gar nicht, was ihn aber nicht zu stören scheint. Ich kann im Moment nicht anders, als mich zu fühlen, als wäre ich absolut unwichtig für ihn, weil er einen perfekten Ersatz für mich gefunden hat, der einfach noch viel toller ist. (Ja, ich weiß, dass das nicht richtig ist, aber es fühlt sich so an!) Und ja, das ist momentan meine größte Angst in diesem Szenario: dass ich einfach komplett vergessen und irrelevant werde. Deswegen bin ich auch nicht glücklich über diesen kompletten Kontaktstopp, denn das ist genau der einfachste Weg, um jemanden aus den Augen und aus dem Sinn zu verlieren. Ein paar Wochen/Monate nicht gesprochen und der andere ist im Nirvana der Bedeutungslosigkeit verschwunden.
  2. Weiß ich, dass ich wertvoll und verdammt awesome bin und zweifle keinen Moment an mir! Das ist für mich der wichtigste Punkt, weswegen ich glaube, dass das “nur” eine temporäre Krise ist. Ja, es geht mir schlecht und ich habe das Gefühl, dass ich nie wieder glücklich sein werde, für immer allein bleibe und für den Rest meines Lebens nur für dieses Haus arbeiten und existieren werde. Aber nein, ich weiß, dass ich das schaffen kann und ich weiß vor allem auch, dass ich nicht alleine bin. Dass es da Menschen gibt, die mich unterstützen und helfen. Und sobald das alles irgendwann zur Ruhe gekommen ist und erstmal seinen Weg geht, wird das alles auch wieder besser. Momentan gibt es immer neue Nachrichten und Entwicklungen, manche gut, manche schlecht. Aber sie kommen und kommen und ich muss mir überlegen, wie ich damit umgehe. Wie ich darauf reagiere, was ich, im Rahmen dessen, anderen Menschen sagen muss und was ich selbst in der Zukunft machen muss, damit das alles funktioniert.
  3. Bin ich schon immer noch ein realistisch positiver Mensch und weiß, dass alles besser werden wird! Ja, es ist im Moment schwer und wird leider auch noch mindestens für den Rest des Jahres so bleiben, aber irgendwann wird alles besser werden und alles wird wieder normal. Ich werde alles stemmen und irgendwann wird mein Hirn auch einsehen, dass diese Gefühle keine Fakten sind. Sie werden ihre Narben hinterlassen, aber sie werden mich nicht zerstören. Und selbst wenn ich unfassbar naiv bin und in Wahrheit doch völlig irrelevant und unwichtig für meinen Ex geworden bin, dann werde ich darüber hinweg kommen und deswegen nichts daran ändern, wie ich bin, denn ich bin genau richtig so, wie ich bin!
  4. Und selbst wenn ich den Rest meines Lebens alleine bleibe, dann ist das in Ordnung. Ich habe wunderbare Freunde und tolle Menschen um mich herum, die mich lieben und für mich da sind, wenn ich danach frage. Und nur, weil ich im Moment nicht danach frage, oder vielleicht auch nicht danach fragen kann, dann heißt das nicht, dass das so bleibt. Ich halte es da mit dem Spruch von Oscar Wilde: “Am Ende wird alles gut. Wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende”!
  5. Der Sport ist zwar ganz offensichtlich in erster Linie ein Coping-Mechanismus (mir fehlt gerade das Deutsche Wort… Ah, Leo sagt Bewältigung), aber hey, es ist eine positive Strategie, die mir gut tut und nicht schadet, wie es Essen tun würde – was sonst die naheliegendste Alternative gewesen wäre. Wobei, ich esse schon auch viel, aber das gleicht sich mit dem Sport zumindest halbwegs aus. Wenn ich das jetzt noch in den Griff bekäme, dann stünden den letzten 8Kg und 10% Körperfett nichts mehr im Wege.
    Das heißt, ich habe den Drang, etwas Gutes für mich zu tun und auch wenn ich es nicht wirklich toll finde, so muss ich mich morgens nicht besonders zwingen, um eine Runde zu starten, weil der Schweinehund da noch schläft. Das ist definitiv ein sehr gutes Zeichen.

Blick auf die Weser mit den Domtürmen im Hintergrund

Ja, ich bin naiv und gutgläubig und ihr dürft mich sogar für ein bisschen dumm halten, das ist ok. That’s me! Ich weiß, dass ich in meinem Leben verdammt viel richtig mache und werde auch nicht aufhören, andere zu unterstützn und aufzupäppeln, auch wenn sie es mir – aus welchen Gründen auch immer – nicht zurück geben können. Seien es profane finanzielle Mittel oder emotionale / psychische Grenzen, die das verhindern. Ich mache weiter und es wird mir wieder gut gehen und ich werde wieder glücklich sein! Irgendwann!

Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Eintrag öffentlich oder geschützt schreibe, aber ich denke, der geht mehr Menschen an, als nur die, die sich da bisher gemeldet haben.

Trennungsphrasen

Jaaaaa, noch ein Eintrag zum Thema. Ich hoffe aber mal, dass es der letzte ist. Ich habe mich nur so sehr über ein paar gesammelte Kommentare geärgert in den letzten Wochen, dass ich darüber schreiben musste.

“Andere Mütter haben auch schöne Söhne”
“Du musst nicht die Welt retten”
“Willst du wirklich mit so jemandem befreundet sein, der sich nicht für dich einsetzt?!”
“Mach dir doch um den keine Gedanken mehr”
“Er ist der Verlierer, er hat dich verloren”
“Er ist es doch gar nicht Wert, dass du dich da seinetwegen so rein hängst”
“Wart’s ab, bald geht es dir auch am Arsch vorbei”

Mal ganz abgesehen davon, dass diese Kommentare absolut nicht hilfreich oder motivierend sind, stehe ich tatsächlich so alleine mit dem Wunsch da, dass der Mensch, mit dem ich die letzten 1,5 Jahre verbracht habe und den ich als einen meiner besten Freunde ansehe, glücklich ist und dass es ihm gut geht?
Und wenn ich weiß, dass es ihm nicht gut geht (sei es akut, oder weil er allgemein immer ein paar Schwierigkeiten hat), ist es dann falsch, ihm helfen zu wollen? Ist es zu aufdringlich, ihm Hilfe anzubieten? Sollte ich mich besser zurück ziehen und hoffen, dass seine Neue das schon regelt? Dass es jetzt ihr Job ist und ich da nichts mehr zu suchen habe?

Offenbar scheinen das sehr viele so zu sehen. Aber wenn mein erster Eindruck von besagter Neuer nicht darauf schließen lässt, dass sie die Einfühlsamkeit in Person ist? Was dann?

Ja, er ist alt genug und weiß hoffentlich selber was er tut. Und wenn er Hilfe braucht, wird er sich schon melden…

Ist das so? Natürlich hoffe ich das, aber sicher bin ich mir nicht, denn ich weiß, dass er sich auch in guten Zeiten schwer damit tut, andere mit seinen Problemen zu “belästigen”… Also bleibe ich am Ball, denn es hatte ja einen Grund, dass ich ausgerechnet diesen Menschen für 1,5 Jahre in meinem Leben hatte. Ich bin nun wirklich nicht jemand, der schnell Freunde oder Partner findet und wenn jemand in diesen Kreis aufgenommen wird, dann bedeutet das auch, dass er mir sehr wichtig ist. Und das verfliegt nicht, nur, weil wir kein Paar mehr sind. Klar verschiebt es sich alles irgendwie, aber in meiner Welt sind gute Freunde gar nicht so weit von Partnern weg.

Und ich will auch gar keinen anderen schönen Sohn, darum geht es überhaupt nicht. Ich bin ganz zufrieden alleine und die Chance wird es eh so schnell nicht wieder geben. Ich will nur meinen guten Freund behalten und für ihn da sein, womit ich aber von verschiedenen Seiten als bekloppt abgestempelt werde.

“Perlen vor die Säue”
“Verkauf dich nicht so unter Wert”
“Er wird dich nur ausnutzen, wenn du ihn lässt”
“Er weiß eh nicht, was er an dir hat, also warum machst du dich für ihn stark?”
“Wenn ihm etwas an dir läge, dann würde er auch was dafür tun, so machst du dich nur lächerlich”
“Komm bloß nicht auf die Idee, ihn zurück zu nehmen, dann wird er das immer und immer wieder machen, weil du ja auf ihn wartest”

Kaum einer der Kommentierenden kennt ihn oder weiß, was genau vorgefallen ist (zum Teil kennen sie nicht mal mich wirklich) Diese Kommentare sind nur Phrasen, damit der Verlassene sich besser fühlt. Aber mich haben sie sehr geärgert.
Ich sehe ein, dass ich für Außenstehende ein bisschen selbstzerstörerisch wirke, aber ich bilde mir ein, zu wissen, was ich tue und dass es richtig und wichtig ist, für ihn/uns zu kämpfen, auch wenn – oder vielleicht auch gerade weil – er das im Moment nicht kann.

Und ja, wir haben im Moment keinen Kontakt, was auch ok * ist und sicher im Moment auch mir ein bisschen hilft, alles zu verarbeiten, aber ich werde trotzdem immer für ihn da sein und wir werden auf die ein oder andere Art auch immer wieder Kontakt haben. Und solang er nicht von sich aus sagt “Lass mich in Ruhe, du nervst!” sehe ich auch keinen Grund, damit aufzuhören.

Wir haben uns ja völlig ohne Streit getrennt und waren bis zu dem Tag glücklich zusammen. Warum ist es dann also so schwer zu verstehen, dass ich ihn nicht verlieren will? Warum muss ich das immer und immer wieder rechtfertigen? Ja, ich bin unglücklich – sehr sogar! Ja, ich bin enttäuscht. Ja, ich fühle mich ersetzt (besonders, da sie jetzt auch all die Dinge tun und Spiele zusammen spielen, die vorher unsere waren. Es würde sich besser anfühlen, wenn sie komplett andere Interessen hätte… Dann wäre der Gedanke “er braucht dich jetzt nicht mehr” weniger stark)

Aber wenn jemand bis gestern einer meiner besten Freunde war, dann ist er mir doch heute nicht egal und nicht mehr wichtig! Warum ist das so abwegig?

* Das wie und das warum sind keinesfalls ok, aber grundlegend ist es in Ordnung, dass wir ein bisschen Abstand haben.
Oh und falls sich jemand fragt: ja, das ist meine erste emotionale Trennung. 1998 hab ich Schluss gemacht, weil ich mehr Zeit mit seiner (sehr netten) Mutter verbringen musste, als mit ihm und 2000 lief mit Auseinanderleben, Betrug und fiesen Drohungen, da war ich auch schnell drüber weg.

Verständnis

Ich bin ein ganz großer Fan davon, Verständnis zu haben. Ich versuche immer, andere Menschen und ihre Entscheidungen und Meinungen zu verstehen. Das bedeutet nicht, dass ich sie gutheiße oder unterstütze, aber es ist mir wichtig, es wenigstens zu verstehen und meine Reaktion daraufhin auszurichten. Nur nimmt man sich damit die Freiheit, sich über etwas so richtig aufzuregen oder zu trauern.

Das betrifft alle Lebensbereiche, sowohl irgendwas kleines, wie dass dich jemand bittet, deine Jacke woanders hinzuhängen, weil er Katzenhaarallergiker ist; wie dass jemand dir sein Auto doch nicht verkaufen will, oder dass dein Partner dich verlässst, um mal einige Beispiele verschiedener Größenordnungen zu nennen.

Der Allergiker

Klar, kann ich sagen, dass dieser Allergiker übertreibt und ich meine Jacke doch nicht irgendwohin hänge, wo ich sie ggf nicht im Blick habe und sie weg kommen könnte. Aber ich kann auch einfach hinnehmen, dass es wahrscheinlich schon reicht, dass diese Person weiß, dass meine Jacke direkt 1m neben ihr ist, damit sie Atemnot bekommt, auch wenn lose Haare auf Kleidungsstücken in der Regel *nicht* allergieauslösend sind. Aber da ist halt auch eine mächtige Psyche und Atemnot ist Atemnot und muss ja nicht sein. Also verdrehe ich vielleicht die Augen, aber bringe dann meine Jacke weg, nicht weiter erwähnend, dass mein Pullover viel mehr Katzenhaare enthält, als die Jacke, die ja quasi nie wirklich in Kontakt kommt. So geht es allen gut und nichts ist passiert.

Das Auto

Ich ärgere mich bestimmt sehr darüber, wenn mir ein versprochenenes Auto nicht verkauft wird, weil es toll gepasst hatte und ich mich jetzt schon drauf eingestellt habe. Aber wenn es dann halt jemanden gibt, der es dringender braucht, ggf aus der Familie, oder ein Notfall im Freundeskreis… Na sicher habe ich da Verständnis und suche halt weiter.
Aber hier fängt es schon langsam an, dass es schwierig wird. Denn dadurch, dass ich Verständnis habe, nehme ich mir die Möglichkeit, mich wirklich darüber aufzuregen und Dampf abzulassen, obwohl ich pissig bin.

– Dieses Auto war mir schon versprochen und ich hab damit jetzt fest gerechnet!
Ja, aber da kam halt etwas absolut Gerechtfertigtes dazwischen, Shit happens! (<– mein Hirn)
– Aber ich wollte dieses Auto haben!
Ich weiß, aber es gibt auch noch andere und dass das von seiner Cousine kaputt gegangen ist, die 2 Kinder durch die Gegend kutschieren muss, ist halt leider wichtiger
– Ja, aber…
Nope
– … ach fuck!

Die Trennung

Der Partner hat jemanden kennen gelernt, der besser passt und Dinge in ihm weckt, die du halt nicht wecken kannst. Die Trennung war ehrlich, offen, total fair und du kannst die Gründe absolut nachvollziehen und verstehen. Aber du bist unendlich unglücklich und willst eigentlich nur stundenlang heulen. Kannst du aber nicht, weil du es verstehst und weil der Expartner eben kein Arschloch ist und das mit dem “Lass und Freunde bleiben”, mal ganz ernst gemeint ist.

Ursprünglich stand hier ein längerer Dialog über die Dinge, die blöd gelaufen sind, oder die er mir gesagt hat und die mich extrem verletzt haben, aber ich habe entschieden, dass sie nicht in die Öffentlichkeit gehören, auch wenn sie nur verdeutlichen sollten, dass ich selbst bei solchen Sachen verstehe, warum sie gesagt wurden und deswegen nur bedingt richtig trauern / weinen kann. Also keine Details und nun weiter im ursprünglichen Text.

Damit nimmt man sich die Freiheit, sich wirklich im Selbstmitleid zu suhlen und 3 Tage am Stück zu heulen und es aus dem System zu spülen. Man versteht die Beweggründe, man versteht sogar diesen wirklich bösartigen Satz… Mit dieser Einstellung stuft man sich selber herab und nimmt die anderen Personen wichtiger als sich selbst. Das mag bei der Allergiekollegin undramatisch und egal sein, bei dem Auto grenzwertig, aber bei einer Trennung ist es ein Desaster. Zum Glück liefen meine Trennungen davor eher unschön ab und ich konnte den Mann als das Arschloch sehen, was mich betrogen hat, mir eine Knarre ins Gesicht gehalten hat oder sonstigen Mist gemacht hat.
(Hmm… warum enden meine Einträge gerade alle mit dem Fazit, dass ich mich herabsetze?! Daran sollte ich wohl besser mal arbeiten)

Aber ich verabscheue niemanden dafür, dass er sich in eine andere Frau verliebt, die halt einfach besser passt. Und deswegen kann ich es nicht ordentlich verarbeiten. Ich kann nur abwarten und hoffen, dass ein Gespräch das ganze abschließend und rational beenden kann, sodass ich nicht immer wieder darüber stolpern muss, dass mein Ex mich eigentlich nur ganz nett und hilfreich fand und sich halt um mich gekümmert hat, wenn und wie es ihm in den Kram passte, anstatt mir die Aufmerksamkeit zu geben, die ich verdient hätte, während ich wirklich hart für diese Beziehung gearbeitet habe.

Disclaimer:

Der Eintrag wurde vor dem Eintrag über Freunde und Beziehungen geschrieben, sodass der Text nicht mehr 100%ig stimmt, da ich das Stadium des Heulen wollens inzwischen definitiv verlassen habe und wir halt [vorerst] irgendwie doch keine Freunde sein können, aber wenigstens aussprechen werden wir uns noch. Mein Gedankenkarrussell ist zur Ruhe gekommen und ich bin im Zustand einer “Angepissten Akzeptanz mit Spuren von Resignation und fuck you” angekommen, würde ich mal so sagen 😉
Aber es bleibt dabei: Ich wünsche ihm ganz ehrlich und aus tiefstem Herzen, dass er glücklich ist, also seht das hier keinesfalls als Pranger an oder fühlt euch animiert, euch irgendwie zu positionieren.

Gefühle

Ich habe ja im letzten Jahr immer mal wieder über meine Gefühle oder das Fehlen derselben erzählt. Als Nerd habe ich es als “mein Emotionschip ist kaputt” beschrieben. (I <3 Data)

Im Moment beschäftige ich mich ein bisschen mit Meditation. Es fällt mir leicht, mir Dinge vorzustellen und Bilder in meinem Kopf zu erzeugen. “Stell dir vor, du sitzt gemütlich mit deinen Lieblingsmenschen vor einem flackernden Kaminfeuer und alles ist gemütlichund schön.” Bäm, schon sitze ich da auf einem Kuschelfell in irgendeiner Hütte, schaue in einen Kamin und höre dem Knistern zu. Alles kein Problem.

Aber dann kommt die Aufgabe, meine Gefühle in diesem Moment zu beschreiben oder zu erkennen. Da sind aber keine. Es ist ein Bild, oder besser gesagt ein Film, aber da sind keine Gefühle. Ich kann mir nicht vorstellen, was ich in diesem Moment fühlen würde. Geht einfach nicht.
Erzähl mir, dass ich einen blau leuchtenden Stern habe, der durch meinen Körper wandert oder dass ein goldenes Licht aus meinem Körper strahlt (Doctor Who, anyone?) Kein Problem. Das sehe ich alles vor mir. Der Stern hat ein ganz bestimmtes blau und ich kann mir das Leuchten auch anders vorstellen, als eine Timelord-Regeneration. Aber all diese Bilder werden immer mit Glücksgefühlen verbunden. Ich leuchte ja nicht, weil man einen Lichtschalter gedrückt hat, sondern weil ich voller Glück und [Selbst-]Liebe bin. Ähm… ja, eher nicht so. Also schon, so ganz grundlegend ist das korrekt, aber das hat mit diesen Bildern nichts zu tun. Und da es dann darum geht, dieses Gefühl des Glücks oder der Liebe oder was auch immer zu erinnern und bei Gelegenheit zu reproduzieren, hat sich das mit der Meditation dann wieder erledigt.

Ich habe keine Ahnung, ob ich da diagnostizierbare Schwierigkeiten habe und irgendwo in Richtung Autismus/Asperger tendiere, aber selbst wenn, dann ist es doch in einem Rahmen, der es mir ermöglicht, ohne Einschränkungen und Probleme zu leben, also ist es vernachlässigbar (behaupte ich jedenfalls mal).

Ich weiß, dass ich im Gegensatz zu gewissen anderen Menschen extrem limitiert bin, was meine Gefühle angeht. Ich meine jetzt nicht mal in der Breite, da ich denke, dass ich grundlegend doch die meisten Gefühle durchaus habe, aber halt in der Intensität. Der Ausschlag entfernt sich nur minimal von der Nulllinie und es gibt nur sehr selten mal größere Amplituden und selbst wenn, dann sind sie nur von kurzer Dauer.

Persönlich empfinde ich das als positiv. Zu sehen, wie andere Menschen mit ihren intensive[re]n Gefühlen erscheint mir oft sehr anstrengend und in manchen Fällen auch belastend. Wahrscheinlich erscheint es mir so, weil ich es nicht kenne, aber es reicht ja schon, Twitter zu lesen, um zu erkennen, dass manche Menschen da echt kämpfen.
Mir reicht es schon, wenn sich mal ein paar Monatliche Hormone breit machen und ich etwas sensibler auf Themen oder Situationen reagiere. Das ist immer noch weit weg von dem, was andere Frauen* erleben, aber es nervt schon genug. Diese Diskrepanz von Gefühl und Verstand ist ätzend. Und hier rede ich noch von mir als glücklich und gesundem Menschen. Und nicht von psychisch angeschlagenen.

“Ich verdiene das nicht”

Ja, ich schreibe schon wieder als nicht Betroffene über ein Thema aus dem Bereich Depressionen.
Ich habe schon viel zu viel Berührung damit gehabt und denke, ich habe eine ganz gute Sensibilität dafür entwickelt. Ich verstehe an vielen Stellen, warum jemand etwas bestimmtes denkt oder sagt, auch wenn ich es nicht wirklich nachvollziehen kann. Ich habe keinerlei Ausbildung, das sind alles Gedanken meiner persönlichen Erfahrungen mit Menschen, die mir nahe stehen und auch solchen, die ich nur bei Twitter mal lese.

In Anlehnung an das Thema “Wertschätzung”, was ich ja nun lang lang genug durchgekaut habe, begegnet mir immer wieder das Szenario, dass Menschen sich selbst nicht für würdig halten, dass man ihnen etwas Gutes gut. Die fühlen, dass sie es nicht verdient hätten, dass man sie liebt und sie als wertvoll ansieht.

Das ist etwas, was mich ehrlich fertig macht! Was muss jemandem in seinem Leben passiert sein, oder was müssen Menschen ihm eingeredet haben, damit er wirklich das Gefühl hat, er sei nichts Wert und habe nichts Gutes verdient. Manche fühlen, sie hätten dafür alles schlimme verdient und seien selbst daran Schuld, andere fühlen, sie haben gar nichts verdient.

Ich schreibe bewusst “fühlen”, denn wenn ich etwas gelernt habe, dann ist es, dass diese Menschen (oder ein Großteil davon) ganz rational durchaus erkennen können, dass sie tolle Menschen sind und dass sie Gutes bewirken können und dass sie wunderbar sind. Aber da sind immer diese völlig irrationalen Gefühle, die eine Mauer zwischen der Seele dieses Menschen und der Realität bauen. Eine Mauer, durch die all diese rationalen Gedanken, oder alles, was ihnen von außen gesagt wird, nicht durch kommt. Und sie wissen, dass diese Mauer da ist und dass sie sich damit selbst schaden. Sie können sich selbst ständig erzählen, dass sie toll und wertvoll sind, genau wie alle anderen auch, aber diese irrationale Gefühlsmauer sagt “redet ihr mal, ich weiß es besser!”

Ich kann nur ahnen, wie sich das anfühlt. Ich kann es mit meiner Schüchternheit vergleichen, die mich in gewissen Situationen unendlich nervös werden lässt, obwohl ich weiß, dass mir nichts passieren wird. Ein ganz banales Beispiel: Klassenabend der Gesangsschüler. Ich weiß, dass niemand mich auslachen wird, da ich in den vergangenen 5 Jahren bis auf 2 Konzerte alle anderen versaut habe. Ich habe bei allen Abenden so gepatzt, dass ich aufhören und neu einsetzen musste. Und ich habe immer nur Freundlichkeit und Lob geerntet. Es gibt also faktisch keinen Grund, dass ich da vorne stehe und so verkrampft bin, dass da nur noch Entenquaken raus kommt. (und ich wieder 2 mal starten muss) Aber genau das passiert jedes Mal wieder. Gut, nach all den Jahren wird es besser und letztes Jahr bin ich tatsächlich durchgekommen, ohne abbrechen zu müssen, aber die Ente am Anfang war trotzdem da. Also ja, ich verstehe ein klitzekleines Bisschen, was es heißt, zu wissen, dass alles gut ist, aber trotzdem etwas ganz anderes zu fühlen.

Aber diese Wertlosigkeit… das ist furchtbar! Menschen, die es nicht schaffen, Post von guten Freunden oder lieben Verwandten zu lesen, weil sie das Gefühl haben, dass sie so schlimme Versager sind und es gar nicht verdienen, zu lesen, dass sich jemand um sie sorgt und ihnen helfen möchte und die Briefe wochenlang ungeöffnet herumliegen lassen.
Menschen, die sich eigentlich schon gar nicht mehr trauen, ihren besten Freunden unter die Augen zu treten, weil sie das Gefühl haben, dass sie demjenigen gegenüber alles falsch gemacht haben und die Beziehung komplett ruiniert. Und da hilft es auch nicht, wenn man als dieser Freund sagt, dass man es selbst gar nicht so drastisch empfunden hat und es schon seit Jahren vergessen und vergeben hat, was passiert ist. Das ist egal, es ist trotzdem eine unendliche Überwindung, sich mit mir zu treffen. Und das macht mich so unendlich unglücklich.

Ich möchte doch eine Hilfe und ein Anker für diese Menschen sein und möchte da sein und eine Hand hinhalten, wenn sie gebraucht wird. Nicht selbst wegen einer Auseinandersetzung vor 3 Jahren ein Stressfaktor sein. Es ist traurig, wenn die allerbeste Freundin, die man je hatte, solche Beklemmungen hat, einen zu sehen… und ich kann nichts tun. Ich kann nur immer und immer wieder sagen, dass ich da bin und sie für mich genauso wichtig ist, wie damals, als alles noch in Ordnung war. Aber dann kommen wir wieder an diese Mauer…

Da mich das Thema die Tage sehr beschäftigte, fragte ich heute noch jemand anderen, der auch krank ist, ob das bei ihm auch so sei. Die Antwort war ähnlich erschreckend. Er habe nicht nur nichts gutes, sondern einfach gar nichts verdient und gefühlt sieht er sich in seiner jetzigen Situation darin auch komplett von der Vergangenheit bestätigt. Ich weiß nicht im Detail, was alles schief gelaufen ist, aber damit ein erwachsener Mensch sich so gering schätzt und so wenig anerkennt, was er kann und ist, dann muss da schon sehr viel familiär kaputt gegangen sein.

Aber wie twitterte meine Schwester so schön:

Wieder einmal ein zusammengewürfelter Haufen Gedanken, aber das beschäftigt mich gerade sehr und ich meine es todernst, wenn ich schreibe:

Danke fürs Lesen und keine Ahnung, ob ich damit irgendwas Gutes tue, aber es war mir wichtig!

“Lass uns Freunde bleiben”

So, hier ist der letzte Eintrag zum Thema Kurztherapie, denn sie wurde gestern abgeschlossen. Nicht erfolgreich, aber mit der Erkenntnis, dass da so weiter nichts zu machen ist. Die Resistenz stand ja schon beim letzten Mal im Raum.

Wie es jetzt weiter geht? Keine Ahnung.

Sie empfiehlt dringend Psychopharmaka, um meine Widerstände zu lösen, weil so eine Phobie nur schlimmer werden kann.

Ich denke nicht, dass das notwendig ist, da ich keine akute Phobie habe. (ja, ja, ich weiß, Verdrängung und so) denn so, wie es mir jetzt geht, geht es mit seit 37 Jahren. Ich habe nie neue Symptome entwickelt oder mich weiter zurück gezogen. Ich bin eher mehr unter Menschen und in sozialen Situationen als früher. Also alles, was ich (und die Leute um mich herum) als Veränderung wahrgenommen haben, ist also höchstens eine Verbesserung. Ich stecke nicht in einer schlimmen Phobie, die jetzt immer schlimmer wird. Ich bin einfach so und das schon seit dem Kindergartenalter.

Muss ich mein – für mich – glückliches und zufriedenes Leben mit einem Menschen, den ich gerne mag (mich!) also wirklich in Frage stellen, weil jemand mich für psychisch gestört hält? Ich denke nicht. Ich habe Gespräche mit Menschen gesucht, die mich gut/lange kennen und zum Teil selbst auch Erfahrungen mit Therapien und etwaigen Störungen haben. Ich bin ja durchaus bereit zu akzeptieren, dass ich blocke und mich nicht ändern will, weswegen ich es wichtig fand, mir Feedback von anderen zu holen, ob ich da vielleicht etwas übersehe oder nicht wahrnehme, weil ich es nicht kenne/in Worte fassen kann.

Die Ergebnisse waren alle ähnlich: keiner hält mich für so labil/gestört, dass er dem Vorschlag, mir Medikamente zu holen, sofort zustimmen würde. Es gab interessante Gespräche und ich werde auch weiterhin versuchen, mit Freunden darüber zu sprechen und mir ein Feedback zu holen und es im Auge behalten. Ich bin ja sogar geneigt, es drauf ankommen zu lassen und es mal einem Psychiater zu erzählen, um mir so von einem echten Profi eine Antwort geben zu lassen. Nur, damit ich nicht mehr drüber nachzudenken brauche. Und wenn er sieht, dass da dringend was getan werden muss, dann vertraue ich ihm jedenfalls mehr, als dieser Therapeutin, die mich ja durchaus auch an einigen Stellen sehr falsch eingeschätzt hat.

Warum jetzt aber der Titel? Als wir uns dann drauf einigten, dass es keinen Sinn mehr habe und uns verabschiedeten, drückte sie mir ihre Visitenkarte in die Hand und sagte, wir könnten ja in Kontakt bleiben und wenn ich Fragen hätte, oder mal eine zweite Meinung bräuchte, solle ich mich ruhig melden. “Sie sind ein außergewöhnlicher Mensch und ich mag außergewöhnliche Menschen”. War nett gemeint und wer weiß, ob ich es nicht mal brauchen kann, aber nach diesen hoffnungslosen 6 Terminen und der “Beziehung”, die so gar nicht funktioniert hat, wirkte es einfach genau so: “Lass uns Freunde bleiben”.

Soziale Phobie

Ja, die Therapie geht weiter und ich beschäftige mich damit. Und da mir Aufschreiben und Worte finden immer ganz gut hilft, beschäftigt ihr euch jetzt auch damit.

Wenn sie noch einmal sagt, dass ich mich nicht achte und wertschätze, dann schreie ich. Dieser Satz macht mich wirklich, wirklich aggressiv! Aber ich denke eh darüber nach, aufzuhören, wobei wir jetzt gerade an einem Punkt angekommen sind, an dem es nach Flucht aussieht.

Die letzte Diagnose lautet: Soziale Phobie

Ich denke, damit liegt sie grundlegend nicht verkehrt. Nachdem ich anfangs erstmal heftig abgewehrt habe, da ich einige Phobiker kenne und mich keinesfalls in deren Situation (Panikattacken, Schwierigkeiten in normalen Alltagssituationen) sehe. Aber natürlich kann eine Phobie verschieden stark ausgebildet sein und durch meine extremen Kontrollmechanismen habe ich alles gut im Griff, sodass ich die Symptome niemals als krankhaft einstufen würde. Aber wie sagt man so schön, man kommt immer kränker vom Arzt wieder, als man hingegangen ist.

Meine Selbsteinschätzung sagt: Ich bin sehr introvertiert und schüchtern, aber kann eigentlich ziemlich gut mit Menschen, wenn ich mich denn dann mal dazu überwinde, etwas in die Richtung zu tun.

  • Ja, ich bin nervös, wenn ich vor Leuten reden muss
  • Ja, ich bin nervös bei Bestellungen / Anrufen / live-support Chats
  • Ja, ich erröte unglaublich schnell und bekomme schwitzige Hände
  • Ja, ich weigere mich, in einem MMO in Random Gruppen zu gehen
  • Ja, ich vermeide, mich in anderer Leute Leben zu drängen und jemanden anzurufen, ihn bei FB zu adden oder ne Mail zu schreiben (wir reden hier von neuen Menschen, die ich nicht näher kenne, nicht Freunden – wobei ich auch Freunde nicht ungefragt anrufe)
  • Ja, ich tue mich schwer, Blogeinträge/Tweets zu veröffentlichen, weil ich mir Gedanken darüber mache, was meine Leser darüber denken
  • Ja, ich kann Leuten schlecht sagen, dass ich etwas nicht möchte, weil ich mir Sorgen mache, dass ich sie damit vor den Kopf stoße

Objektiv betrachtet sind das klare Anzeichen für eine Soziale Phobie, aber eigentlich lässt sich das doch auch prima mit Introvertiertheit / Schüchternheit erklären, oder? Ich habe keine wirklichen Angstmomente, ich mache mir nur Gedanken oder werde nervös. Und wenn etwas schief geht, kann ich immer darüber lachen und mache mir nie lange einen Kopf darum. Klar ist es in dem Moment kurz peinlich, aber danach ist es vorbei.
Mein Standardbeispiel dafür sind immer die “Konzerte” bei meinem Gesangslehrer. Das ist eine kleine Gruppe, fast nur aus uns Schülern und in 6 von 7 Konzerten habe ich verkackt. Ich war so nervös, dass ich die Kontrolle über meine Stimme verlor und quakend wie eine Ente eingesetzt habe. Ich musste jedes Mal das Stück abbrechen und neu ansetzen. Und ja, das macht mich vorher schon schrecklich nervös, aber wenn es dann passiert, dann kann ich ganz souverän damit umgehen und danach läuft alles prima. Der Worst Case ist eingetreten, also kann es jetzt nur noch besser werden. Das klingt doch eigentlich ziemlich gesund, oder?

Es steht jetzt im Raum, stimmungsaufhellende Maßnahmen zu ergreifen und Cortisol zu senken. Ich komme mir dabei vor, wie so ein Möchtegern. Ich habe wirklich viele psychisch kranke Menschen mit fiesen Problemen in meinem Leben und weiß, wie schwer sie sich tun. Ich sehe, wie sehr sie kämpfen müssen.
In meinen Augen geht es mir prima und ich bin zufrieden und happy mit meinem Leben. Das bisschen Introvertiertheit ist manchmal ein bisschen lästig, aber nichts, womit ich nicht umgehen könnte. Die Vorstellung, dass ich, der ich der stabilste und ruhigste Mensch bin, den ich kenne (naja, fast wenigstens) jetzt plötzlich über Stimmungsaufheller nachdenken soll, ist so strange.
Heutzutage braucht man eine psychische Erkrankung, um dazuzugehören… Bei Twitter sind alle irgendwie kaputt… So fühlt es sich für mich an, weil ich mich mit Leuten wie meiner Schwester vergleiche, die seit Jahren arbeitsunfähig ist und unter Antidepressiva steht, weil sie an schlechten Tagen nicht mal Bus fahren kann, ohne Panik zu haben und selbst an guten Tagen hat sie Beklemmungen.

Es gibt noch mehr Facetten, die mir dabei zu denken geben und den Wunsch wecken, die ganze Sache sein zu lassen. Das wäre jetzt zu viel für diesen Rahmen, aber in meinen Augen stimmen da viele Verhältnismäßigkeiten einfach nicht. Und ich bin unsicher, wie weit ich mich da rein ziehen lassen sollte und ob ich damit nicht tatsächlich eher irgendetwas aufputsche, was schon ok ist.
Sie hat mich als Therapie-resistent eingestuft (auch ein Grund für die Stimmungsaufheller und das Cortisol), sodass ich mich bald entscheiden muss, ob ich weiter mache, oder nicht. Denn wenn ich mich nicht darauf einlasse, dann ist alles weitere reine Zeit-/Geldverschwendung.
Sie hat mir eine Liste von Lebensmitteln gegeben, mit denen man das Cortisol natürlich senken kann (Walnüsse, getrocknete Aprikosen, Tomaten und Pflaume oder Kiwi). Das habe ich jetzt immerhin mal angefangen und werde mir das für 2 Wochen anschauen, ob sich da irgendwas tut. Der nächste Schritt wäre dann Johanniskraut und danach… Psychiater.
Alternativ kann/muss ich halt sagen, ich lebe damit und finde mich und mein Leben so, wie es gerade ist, ziemlich dufte, also sind wir hier fertig.

Selbstachtung / Therapie

Selbstwertgefühl. Selbstachtung. Sich selbst lieben.
Nur wer sich selbst liebt, kann auch andere lieben.

Keine unbekannten Worte / Sätze, aber was macht denn bitte Selbstachtung aus?

Ich persönlich denke, dass ich mich achte und wertschätze. Ich nehme mir Zeit für mich, tue Dinge, die mich glücklich und zufrieden machen und vermeide Situationen, von denen ich weiß, dass sie mir nicht gut tun und viel Kraft kosten. Ich habe mich sehr gerne und wir sind gute Freunde. Und wenn ich mich mit anderen vergleiche und sehe, was da für negative Gefühle gegen sich selbst gerichtet sind und wie wenig manche Menschen von sich halten, dann denke ich mir immer, wie gut es mir geht und dass ich da auf jeden Fall etwas richtig mache.

Klar bin ich nicht perfekt, aber ich kann mir Fehler verzeihen. Ich verletze mich nicht absichtlich, ich zerstöre nicht mein Ego, indem ich mir selbst sage, wie unfähig und wertlos ich bin. Alles Dinge, die ich bei anderen immer wieder sehe und die mich erschrecken. Schlimm genug, wenn andere einem das einreden, aber man selbst…

Aus Gründen war ich vor einigen Tagen bei einer Therapeutin. Und die Hypothese lautete: Sie lieben/achten/wertschätzen sich nicht und ihr Vater ist Schuld. Sie brachte auch gleich die entsprechenden Psychologischen Konzepte und ja, ich weiß, dass meine Eltern an vielen Stellen hätten besser handeln können und ganz von der Hand zu weisen ist ihre Argumentation auch nicht, aber seien wir mal ehrlich: irgendwas ist immer und ich weigere mich, mir deswegen absprechen zu lassen, dass ich ein gutes Verhältnis zu mir habe.

Sie wollte, dass ich mir vorstelle, wie ich und mein Leben wären, wenn ich mich lieben würde und nicht alles kontrollieren wollen würde und mich nur nach sozialen Normen richten würde.
Konnte ich ihr nicht beantworten, denn dafür reichte meine Vorstellungskraft nicht aus.

Aber was müsste ich denn bitte tun, um mich selbst zu achten? Was bedeutet denn Selbstachtung / -wertschätzung? Darauf wollte sie mir keine Antwort geben, sondern stellte neue Gegenfragen.

Also habe ich bei Twitter nachgefragt. Was glauben andere Menschen, dass Selbstachtung und Selbstwertschätzung sei. Was tun sie für sich, weil sie sich lieben?

Überraschung: sie tun die gleichen Dinge, die ich auch tue. Anscheinend glaube nicht nur ich, dass sich Zeit für sich selbst zu nehmen und Dinge zu tun, die einen glücklich machen und die Welt mal außen vor zu lassen, genau das ist, was man tut, weil man sich selbst wichtig nimmt.

Daraus ergibt sich jetzt natürlich eine Art Widerstandshaltung, die für Therapien immer ganz hervorragend ist. Aber ich hasse es, mir Dinge unterstellen zu lassen, die so nicht wahr sind, nur weil sie in irgendein Konzept passen.

Und wenn dann meine eigenen Gedanken zum Thema abgetan werden mit “nein, so ist das auf keinen Fall, denn das was du beschreibst hat nur was mit neurologischen/physischen Ursachen zu tun”, was aber schlichtweg falsch ist, dann ist die Bereitschaft, viel Geld zu investieren, eher gering, auch wenn die Neugierde da ist, ob sie es tatsächlich schafft, aus mir einen besseren Menschen zu machen – was ich aber mal so überhaupt nicht sehen kann.

Ich bestehe nicht auf meine Selbstdiagnose, aber ich habe genug recherchiert um zu verstehen, dass neurologische Probleme zwar ein Grund sein können, aber keinesfalls immer vorhanden sein müssen (und großteils auch nicht sind) um die Diagnose zu stellen.

Ganz ehrlich, ich habe ein bisschen Schiss, denn das, was sie da als Ziel formuliert hat, ist etwas, was komplett außerhalb meiner Vorstellung ist. Wenn man in eine Therapie geht, hat man ja normalerweise eine Idee, wie es am Ende aussehen soll. Ein depressiver Mensch kennt seine “guten” Tage und weiß, dass er dadurch mehr davon haben kann. Als ich vor Jahren eine Verhaltenstherapie gemacht habe, wusste ich, dass ich danach in der Lage sein sollte (das Ergebnis war nicht überzeugend, aber das ist eine andere Geschichte) besser mit psychisch kranken Menschen umzugehen und Grenzen zu ziehen.

Aber diesmal? Das klingt, als würde sich ein ganz grundlegender Teil meiner Persönlichkeit ändern. Ja, Liebe ist was gutes und es kann eigentlich nur positiv ausgehen, aber wie soll das aussehen? Ich weiß es nicht. Und da ich ja schon sehr zufrieden bin, tue ich mich schwer damit, ggf 2000€ in etwas zu investieren, was völlig außerhalb meiner Vorstellungskraft ist und von dem ich nicht sicher bin, dass ich es auch wirklich erreiche. Ja, ich muss alles selber bezahlen, da es sich hierbei um eine Privatbehandlung handelt.

Die ersten Hausaufgaben bestanden darin, Dinge an mir zu finden, die ich hübsch finde. Ja, kann ich, kein Problem. Das Ziel dabei ist es, positive Gefühle zu generieren, aber dafür finde ich Schönheit leider echt nicht wichtig genug. Und das Konzept, mir auf etwas auf etwas einzubilden, für das ich nichts kann, finde ich ein bisschen albern. “Ätsch, ich bin hübscher als du”, ist genauso blöd wie “ätsch, ich bin Deutsche und du nicht”. Also aus meinem Aussehen Stolz und positive Gefühle generieren… naja, mal schauen.

Morgen ist der nächste Termin und nachdem ich mich direkt am Tag nach dem letzten schon per Mail über ihre Misinterpretation meiner Selbstdiagnose aufgeregt habe, wird das bestimmt recht lustig. Naja, ich werde hingehen und ihr zumindest für ein paar Sitzungen eine Chance geben, bevor ich ein endgültiges Resümee ziehe.

Gewichtsgedanken

Das wird wahrscheinlich ein langer Eintrag und ob was Informatives dabei raus kommt, kann ich auch noch nicht versprechen, aber ich lege einfach mal los.

Es gibt immer mal wieder Momente und Menschen, wo ich mich frage, wie es zu so einem Gewichtsanstieg kommen konnte, ohne, dass zwischendurch irgendwann mal auf die Bremse getreten wurde. Ein Beispiel dafür ist mein Kollege. Der Mann ist gut 1,90 Groß und wiegt deutlich über 200Kg. Das sind Außmaße, die einem wirklich Probleme im normalen Leben machen. Er ist gesundheitlich soweit topfit und hat (bisher) keine ernsten Probleme, aber immer wenn er von seiner Lifeguard-Karriere als Schüler erzählt, möchte ich gerne mal ein Bild von damals sehen und möchte wissen, wann und warum alles so aus dem Ruder gelaufen ist. Aber sowas fragt man natürlich nicht.

Also habe ich mal über mich selber nachgedacht. Zu meinen Spitzenzeiten (~2009) habe ich über 90Kg gewogen, was für eine “Größe” von 1,55 schon verdammt viel ist. Aber mein Vorteil war immer, dass ich gerade durch die geringe Größe deswegen nie in einen Bereich kam, in dem ich “zu viel” für irgendwas war. Ich konnte immer in normalen Läden einkaufen gehen (gut, es musste Größe 46/48 sein, aber die findet sich heutzutage recht häufig) und auch Sitze (Stühle mit Seitenlehnen, Zug, Flugzeug) waren nie ein Problem. Nur die Schaukeln auf dem Kinderspielplatz, aber das ist vielleicht verständlich 😉
Und ich hatte immer das Glück, dass ich sehr kompakt bin und einfach rundum gleich viel gepolstert. Dadurch sah man nicht, *wie* viel das eigentlich so war. Die mittlere Schwester hat viel Bauch, die Kleine ist obenrum ziemlich schmal und hat dafür einen riesigen Hintern. Das macht es natürlich sehr viel auffälliger, als wenn jemand halt von oben bis unten gut zusammen passt und halt nur insgesamt dick ist.

Wie ist es also bei mir dazu gekommen? Das waren mehrere Schübe.
Bis zur Pubertät (~15) war ich immer moppelig und laut BMI im unteren “Übergewicht” Bereich. (Ab 60 ist normal, ich lag immer so bei etwa 60-63). Das lag zu einem großen Teil an meiner Mama. Klingt jetzt doof, das so abzuwälzen, aber war tatsächlich so. Sie selber war immer untergewichtig und isst auch total wenig. Nicht, weil sie es so möchte oder drauf achtet, sondern weil es sich einfach nicht anders ergibt. Ein Brot zum Frühstück, dann ein kleines Stück Kuchen zum Kaffee und abends eine moderate Portion irgendwas warmes. Damit ist sie happy und braucht nicht mehr. Bei etwa 1,60 und knapp 40Kg hat sie vermutlich auch nicht viel mehr Energiebedarf.

Aber sie hatte eine große Schwäche für Schokolade und damals immer so eine 400g Milka unter der Sofalehne. Und daraus ergab sich dann die Tradition, dass sie uns Kindern auch jedem jeden Tag eine Tafel Schokolade oder ähnliches mitbrachte. Jeden Tag eine Tafel Schokolade! Für jedes Kind, nicht etwa zu dritt geteilt. Rückblickend kann man sich da nur an den Kopf fassen, aber damals war es natürlich geil.
Das, gepaart damit, dass wir kein Frühstück hatten und uns selber um unser Essen irgendwie gekümmert haben (außer das warme Abendessen) war natürlich die ideale Voraussetzung für Desaster.

Wir alle drei waren dick. Ich war immer noch froh, nicht die dickste zu sein, aber habe das auch nicht als Anlass genommen, um irgendwas zu ändern, aber ich hätte auch nicht gewusst, was und wie. Meine mittlere Schwester war halt die dickste und hat unendlich gelitten. Wo mir vieles egal war und mich meine Mitschüler auch nicht sonderlich interessiert haben, hat es sie extrem mitgenommen, Außenseiter zu sein und gehänselt zu werden.
Wie die Kleine damit umgegangen ist, weiß ich tatsächlich gar nicht. Auch das von der Mittleren habe ich erst vor wenigen Jahren erfahren. Ich war nie so der führsorgliche Typ und sie waren halt auch 4, bzw. 6 Jahre jünger als ich.

Der erste große Zunahmeschub kam dann als ich meine erste richtige Beziehung hatte. Ich habe die 10 Kg damals auf die Pille geschoben, in der Realität war es eher, dass wir ziemlich schnell zusammen gezogen sind und uns um unser eigenes Essen kümmern mussten. Freiheit! Jeden Scheiß kaufen, den man wollte und die Minipizzen von der Pizzaria an der nächsten Kreuzung waren einfach nur göttlich!

Als ich dann 19 war, lag ich bei Kleidergröße 42 (das weiß ich nur noch, weil ich mich an die Suche nach einem Abi-Outfit erinnere). Das müssen also locker schon 75Kg gewesen sein.

Der Umzug nach Bremen brachte Abi-Stress, bald Trennungs-Stress und viele Trostsüßigkeiten. Da kamen wohl ein paar Kilo eher schleichend.

Der letzte große 15Kg Schwung kam dann mit meinem Job. Ich hatte Geld und komnnte mir kaufen, was ich wollte (Essen und Klamotten), ich saß nur noch vor dem Rechner, trank jeden Tag einen Liter Orangensaft, ohne mir darüber klar zu sein, dass das mal eben 450 Kalorien sind und genoss es, endlich angekommen und stabil zu sein.

Natürlich habe ich es gemerkt, aber neue Sachen kaufen war einfacher und mehr Spaß als Abnehmen. Und ich ertappe mich bis heute immer bei dem Gedanken, dass ich denke “ist zwar scheiße, aber noch sind es unter xxKg und ich werde jetzt drauf achten” Dieses “noch unter xx” erhöhte sich zwar über die Jahre, aber ich habe mich auch einfach lange nicht auf die Waage gestellt.

Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, was mich zu Jahreswechsel ’10/’11 letztendlich dazu bewegt hat, aber ich habe mit WW online 22Kg in 10 Monaten abgenommen. Anfangs war ich grundlegend motiviert und später haben mich die Erfolge motiviert. Es ging irgendwie so einfach. Was aber auch nicht schwer ist, wenn man sich vorher ausschließlich von TK-Pizza oder Mikrowellenzeugs und Schokolade ernährt hat. Ich fing an zu kochen und habe Gemüse für mich entdeckt, die ich noch nie gegessen habe oder immer dachte, ich würde sie nicht mögen. Meine Mama hasst beispielsweise Kürbis und so gab es das bei uns nicht und ich war immer sehr skeptisch. Aber so eine großartige Suppe aus Kürbis und Apfel ist was sehr feines!

Ende ’11 machte ich dann aus Krankheitsgründen Pause und war davon überzeugt, ich könne ja jederzeit wieder starten, weil es so einfach war. Dann kam Weihnachten und der Beginn von 2012, 13, 14 und ich kam nie wieder rein. Dadurch, dass ich ja inzwischen nicht mehr so unglaublich falsch aß, konnte ich ja nicht mehr so viel verbessern und die einzige Möglichkeit war halt, die Menge wirklich runter zu schrauben. Aber das ist so doooof.

Dann ergab sich aber auch ein weiteres Problem, was ich erst vor ein paar Tagen verstanden habe. Wenn ich meine Daten in irgendwelche Rechner eingab, erzählten die mir immer, dass ich ja mit meiner Bewegung (immerhin 10Km Rad am Tag und Singen ist auch anstrengender als es aussieht) deutlich über 2000 Kalorien am Tag verbrauchen würde. Da ja überall die 2000 als Durchschnittswert für normale Frauen angegeben wird, habe ich das auch nie in Frage gestellt.

Also suchte man sich eine 1500 Kalorien-Diät und hoffte, dass man damit dann doch pro Monat wieder die 2Kg verlieren sollte, wie auch schon 2011. Tat ich aber nie. Als ich mich bei MyFitnessPal.com anmeldete und denen sagte, dass ich 1Kg in der Woche verlieren will, setzten sie mich auf 1400 Kalorien. Wenn man von einem normalen Durchsatz von 2400 ausgeht, dann ist die Rechnung ja auch korrekt.

Aber ich verbrauche am Tag nur etwa 1700 Kalorien. Und das beinhaltet schon das Fahrrad fahren. Da ich nur 1,55m groß bin, braucht mein Körper gar nicht so viel, selbst bei einem BMI der zwischen Übergewicht und Adipös I liegt.

Von daher sind die 1400 (was einfach der generelle Tiefstwert ist, den MFP vorschlägt) natürlich nichts, was mir auch nur ein halbes Kilo pro Woche bringt. (1 Kilo besteht aus 7000 Kalorien. Also muss man 1000 am Tag weniger essen, als dass man verbraucht, um in einer Woche 1 Kilo loszuwerden)

Das habe ich tatsächlich erst letzte Woche entdeckt. Ich hatte mich immer auf diese 2×00 verlassen.

Jetzt versuche ich also, mich mit etwa 1000-1100 Kalorien über den Tag zu bringen, um noch ein brauchbares Defizit zu erzeugen. Es ist für mich nicht schwer, mit 1000 Kalorien zu überstehen. Ich merke, dass mir das von der Energie absolut reicht, aber 1000 sind halt verdammt schnell erreicht und wenn man auch noch drauf achten will, dass man genug Eiweiß zu sich nimmt, (was ich momentan noch nicht mache), dann ist man auch ziemlich festgelegt auf vieles.

Von daher habe ich schon immer wieder Hunger, wenn ich dann halt zum Frühstück ein Glas Chocomel hatte, weil es noch im Kühlschrank steht und ich es ja nicht wegkippen will. Aber das Glas hat dann halt auch 1/4 meiner Tageskalorien und auch wenn mir die Energie problemlos reicht, so meldet sich der Magen doch schon, wenn er nichts Substanzielles bekommt.

Das ist das Problem, wenn man so klein ist. 1000 Kalorien sinnvoll zu füllen heißt halt auch, dass wenig Platz für Ausrutscher oder Genuss bleibt. Denn wenn ein paar Stückchen Schokolade dann spontan das Abendessen komplett ersetzen, ist man zwar für den Moment glücklich, aber nicht satt.

Aber im Moment bin ich motiviert und ein-, zweimal im Monat gibt es eh “Cheatdays” an denen ich dann mit Freunden brunche. Wobei das Frühstück neulich “nur” 2000 Kalorien hatte, da hatte ich doch mehr befürchtet und wollte erst gar nicht aufschreiben. Aber da war ich auch pappsatt und hab den Rest des Tages dann nichts mehr gegessen. Aber das möchte ich mir auch nicht nehmen. Dafür esse ich zu gerne, als dass ich vollständig darauf verzichten würde.
Ich habe auch schon eine Sushi-Verabredung in 2 Wochen, das ist auch nicht mit 1000 Kalorien erledigt, aber ich freue mich riesig drauf und werde es genießen, egal, wie viel es am Ende wird.

Bleibt am Ende noch das Thema Sport, denn damit könnte ich ja meinen Umsatz hervorragend anheben und müsste nicht mehr so jammern. (Ich frage mich gerade, bei welchem Umsatz ich denn dann lande, wenn ich bei meinem Zielgewicht bin, dann ist ja gar nichts mehr übrig…)
Das ist richtig, aber ich hasse Sport! Und solange ich nichts finde, was mir wirklich Spaß macht, wird das auch nichts werden. Ich fahre bei halbwegs anständigem Wetter 10-15Km Rad am Tag, das bringt grob +200. Das Studio war ein Reinfall, aber so habe ich es ausprobiert und weiß, dass das in dieser Form für mich nicht funktioniert. Denn wenn ich mich nur hinquäle, dann mache ich alles nur mit nem halben Arsch, um schnell wieder raus zu sein. Daraus habe ich bisher keinerlei Verbesserung/Veränderung wahrgenommen.
Was 2011 gut funktioniert hat und was ich wieder angehen wollte (aber die Gewohnheit muss sich auch erst wieder einschleifen) war ein Wii Sportprogramm, was Cardio und Muskeln bearbeitet und zwischendurch auch immer Fortschritte festhält. Hat auch keinen Spaß gemacht, aber das ist ne halbe Stunde, die man abends mal eben zwischendurch erledigt und dafür nichts extra machen muss. Irgendwann war es drin und ich habe es vor dem Schlafen gehen fast automatisch gemacht und gar nicht mehr drüber nachgedacht.

Na, noch jemand an Board? Wie erwartet, ist der Eintrag ein bisschen ausgeufert, aber das bewegt mich die Tage gerade, denn speziell diese 1700 haben mich echt überrascht und frustriert. Zusätzlich habe ich das Buch “Fettlogik” gelesen, was mir schon vor Jahren mal empfohlen wurde und bei Twitter gerade einen ziemlichen Hype erlebt. Da war vieles drin, was sehr interessant ist. Klar, man findet immer und zu allem Studien, die einem beweisen, was man will, aber ich finde, was sie schreibt ist für mich schlüssig und dass das ganze Drama meine Schuld ist, weil ich einfach zu gerne leckere Sachen esse, habe ich eh nie in Frage gestellt. War jetzt also nicht der Heilige Gral und ein Engelschor begann zu singen, wie es bei manchen der Fall zu sein scheint, wenn man bei Twitter liest, aber es ist gut, manche Sachen bestätigt, nochmal erklärt oder eben auch widerlegt zu bekommen, die da so seit 30 Jahren in meinem Kopf rumschwirren. Vieles davon sind ja wirkich Sachen, die man immer wieder irgendwo hört und einfach ohne großes Nachdenken verinnerlicht. Und die Kritiker, die ihr vorwerfen, 500 Kalorien am Tag zu propagieren, haben es nicht richtig gelesen.

Wer gerne einen Kommentar oder eigene Leidens-/Erfolgsgeschichten dalassen möchte, ist herzlich eingeladen, ich freue mich über Nachrichten.

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