Abenteuer

Manchmal muss man aufhören, alles zu überdenken und einfach ein Abenteuer wagen. Was kann schon wirklich schief gehen?

Ein Beispiel dafür: Ich singe viel und gerne und gut – aber nur, wenn kein Publikum dabei ist. Sobald Publikum dabei ist, werde ich nervös und klinge nur noch mittelmäßig. Trotzdem möchte ich gerne in kleinen Besetzungen oder solo singen. Es macht mich glücklich und im Endeffekt kann die Nervosität eh nur besser werden, wenn man sich seiner Angst stellt. Und was, wenn ich falsch singe? Wenn ich einen Ton nicht halten kann, den Text verhaue und jeder merkt es? All diese Gedanken hat man im Kopf, aber wenn man jetzt nicht über seinen Schatten springt, dann hat man verloren.

Und meine Güte, ich bin kein Superstar, der im Fernsehen die Nationalhymne vergeigt, sondern nur ein kleiner Laiensänger, der halt aufgeregt war. Sollte ich einen Fehler machen, geht davon die Welt nicht unter. Ich ärgere mich darüber, aber das war es auch schon.

Es ist nicht immer einfach, die Maschinerie im Kopf abzustellen, die alles immer weiter aufbauscht und gefährlicher und peinlicher macht, als es ist. Aber es lohnt sich und wenn man sich dann einmal getraut hat und das große Abenteuer erlebt hat, vor dem man seit Jahren zittert, dann ist man stolz und glücklich.

Die anderen wissen eh nicht, wie es in einem aussieht und “bewerten” einen ja viel gnädiger, als man selbst. Sie sind beeindruckt, das man so etwas geleistet hat, oder freuen sich einfach über das geteilte Abenteuer (vielleicht war es für sie ja auch viel aufregender, als man dachte).

Abenteuer müssen nicht immer groß und gefährlich sein. Und was für mich ein Abenteuer ist, ist für viele andere Menschen völlig egal und selbstverständlich – ein Teil ihres Alltags.

Es muss nicht die Weltreise sein (kann natürlich) oder der spontane Umzug in eine andere Stadt, ohne zu wissen, wie es weiter geht (definitiv ein Abenteuer), es kann auch ein Solo sein (für die meisten vermutlich schon ziemlich scary) oder auch nur ein Kuss…

Traut euch! Denkt über alles nach, um nichts total dummes zu machen, wägt es realistisch ab, aber zerdenkt es nicht und wenn es euer Wunsch ist, dann vergesst all die möglichen negativen Konsequenzen und stürzt euch hinein und genießt euer Abenteuer, so lange es geht.

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