Lose LGBT Gedanken

Homosexualität ist mir das erste Mal in der Schule begegnet. Es gab Gerüchte, ein Junge würde einen anderen mögen (keine Ahnung, ob das wahr war), ein neuer Schüler, der über einen Freund in unsere Klasse gekommen war, machte immer wieder sehr provokative Bemerkungen ihm gegenüber, um ihn in Verlegenheit zu bringen (auch keine Ahnung, ob da was dran war) aber weder habe ich irgendwo in der Schule jemals wirklich homosexuelle Paare gesehen, noch, einen wirklichen Hass darauf erlebt. Das gab es einfach nicht wirklich.

Was nicht korrekt ist, denn meine beste Freundin war lange in mich verliebt. Ich zwar nicht in sie und bei Mädchen wird das eh immer weniger ernst genommen, aber trotzdem war es ihr immer wichtig, dass wir nicht Händchen hielten oder so, obwohl auch Heteromädchen so was machen.

Sie hatte Angst davor, als homosexuell gesehen zu werden. Mir war das alles ziemlich wurscht, mal abgesehen davon, dass ich ja auch nicht homosexuell war/bin, aber ihr war es wichtig, solche Zeichen nicht nach außen zu senden.

In dieser Zeit entstand auch meine Faszination für schwule Männer. Ich habe keine Ahnung, warum und woher und weshalb ich sie gerne mag, aber es ist so. Ich lese gerne Geschichten mit homosexuellen Männern, gerne auch Fanfictions mit Paaren, die es vielleicht so gar nicht gibt. Aber es ist für mich normal und gut.

Ich glaube, die ersten schwulen / bisexuellen Männer habe ich auch so mit 17, 18 kennen gelernt und das waren alles wunderbare Menschen. Von daher war es für mich nie verständlich, wo dieser ganze Hass und diese Angst herkommt. Oder Aussagen wie: “Wenn Homosexuelle normal wäre, dann wären wir [Heterosexuelle] ja unnormal”. Wieso soll es denn nur ein richtig geben?! Wenn Braune Augen normal sind, können blaue es dann ja, dieser Logik folgend, nicht sein. Zu dem Zeitpunkt fiel mir darauf keine Antwort ein…

Aber selbst in meinem, sehr behüteten und sehr kleinen Leben gibt es auch zwei Transsexuelle. Zwei Männer, die ich als solche kennen gelernt habe und die sich irgendwann geoutet haben und auf dem Weg sind, eine Frau zu werden. Ich denke, das ist ziemlich viel, denn wie gesagt, ich bin nun nicht viel unterwegs und lerne nicht viele Menschen kennen, aber es sind doch zwei Stück.

Und ich muss sagen, ich bin gespannt. Die Entwicklung der einen ist schon sehr beeindruckend und ich freue mich immer wieder, bei FB neue Bilder von ihr zu sehen. Sie sieht glücklich aus und hat sich echt gemacht. Die zweite ist gerade erst am Anfang der Reise und noch ist es seltsam. Das Aussehen passt nicht so recht, die Stimme ist eindeutig männlich, es macht noch den Eindruck einer Partyverkleidung. Aber wenn sie jetzt richtig behandelt wird, wird sich das auch bald ändern und ich bin schon neugierig, wie dieser neue Mensch dann sein wird.

Ich folge einigen LGBT Gruppen auf FB und like oder teile auch viel, was da kommt. Ich flirte voller Spaß mit bisexuellen Frauen und all das ist völlig normal und locker. So, wie es sein sollte.

Aber auch ich habe in meinem Leben Männer getroffen, bei denen man versteht, warum “schwul”als Schimpfwort benutzt wird. Weil diese Männer dermaßen ätzend waren und zwar ganz klar in Verbindung mit ihrer Sexualität, dass man einfach nur sagen konnte: Mann, sei nicht so schwul!

Alternativ diese Hardcore-Lesben mit Undercut und Bomberjacke. Ich kenne keine dieser Frauen persönlich, aber die, die mir so begegnet sind, benehmen sich, wie die letzten Assiprolls, aber verbinden das eben auch wieder so provokativ mit ihrer Sexualität, dass man weiß, warum die Leute so eine Abscheu vor “Kampflesben” haben.

Das ist halt schade. Denn diese Menschen sorgen dafür, dass die ganze Gruppe erst mal skeptisch betrachtet wird. Denn Hannah und Simon von nebenan sieht man ja nicht an, dass sie homosexuell sind, die wirken ja ganz normal.

Aber um mit einem kleinen Schlenker zum Tagesgeschehen zu verweisen: Ein paar schwarze Schafe sorgen dafür, dass die Welt alle Angehörigen dieser Gruppe verurteilt.

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Comments ( 3 )

  1. ReplyskFFM

    "Das ist halt schade. Denn diese Menschen sorgen dafür, dass die ganze Gruppe erst mal skeptisch betrachtet wird." Ich denke "diese Art" von Leuten sorgen zwar für wenig Sympathiepunkte, aber dennoch sind es i.d.R. 08/15-Leute, die das gleich auf eine ganze Gruppe übertragen und pauschalieren. Einer shice, alle shice. Kennt man ja, egal um welche "Randgruppe" es geht.

  2. ReplyHCL

    Es wäre schön und gesellschaftlich ein echter Schritt nach vorne, wenn es keine Unterschiede mehr gäbe. Wenn Homosexualität endlich nicht mehr überall besonders herausgestellt würde. Und wenn Menschen endlich verstehen, dass es kein milieuspezifisches Phänomen ist. Auch Fußballspieler sind schwul und Ballerinas lesbisch. Es wäre ebenso wunderbar, wenn endlich homosexuelle Paare ohne große Hürden auch in Deutschland Eltern werden und Kinder adoptieren dürften. Diese Kids brauchen liebende, fürsorgliche und involvierte Bezugspersonen, kein Mittelstandsdenken.

  3. ReplyMcGreen

    Ich bin mit einem schwulen Kollegen&Partner befreundet.Du hast es schon treffend zum Ausdruck gebracht, daß Homosexuelle echt sehr angenehme Menschen sind.Da ich nur die Beiden, aber mittlerweile schon solange kenne, kann ich dazu nur schreiben, daß dies, mit die normalsten Freunde sind die ich habe.Und nebenbei erwähnt,die besten,nein ich würde sogar sagen die allerbesten Gastgeber, die ich jemals kennen gelernt habe. Zu weiblichen Teil der Homosexuellen kann ich nichts sagen, da ich noch nie welche kennen gelernt habe. P.S.: Falls sich hier mal ein homophober Hetero in diesen Blog verirrt,ich kann Euch echt die Angst nehmen,weil ich zB nach Feiern bei den Beiden übernachtet habe und "wider erwarten" weder befummelt, mit K.O. Tropfen versorgt und vergewaltigt worden bin.Ich bin da morgens ganz "normal" aufgewacht,achso und ich bin nicht schwul also irgendwelche Gangbang Geschichten kann ich da auch nicht zum besten geben. Nein es ist nichts passiert, im Gegenteil, da gab´s Morgens sogar noch ein Frühstück wie in einem Hotel, und das ist jetzt keine Übertreibung.

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