Tschüss 2015, Hallo 2016

So, wieder ist ein Jahr rum. Ich wünsche euch, dass 2016 einfach großartig wird und eure Ziele und Wünsche erreicht werden.

Ich hatte ja beim letzten Jahreswechsel das Gefühl, dass 2015 MEIN Jahr würde. War es dann aber nicht. Ich habe nichts von dem erreicht, was ich mir vorgenommen hatte und dümple in den meisten Bereichen meines Lebens noch genau da rum, wo ich vor einem Jahr auch schon war. Aber das Jahr als solches war deutlich besser, als die beiden vorherigen. Nur, dass mein Begleiter der letzten 15 Jahre gestorben ist, war natürlich ein Tiefpunkt. Tiger, du fehlst mir!

Und wie jedes Jahr sitze ich hier vor meinem Blog und denke darüber nach, wie es weitergehen wird. Die erste Jahreshälfte ’15 hatte immerhin >20 Einträge. Die beiden Serien (Bücher und Musik) haben funktioniert, weil sie mir einen Anstoß gegeben haben. Ich nutze die Gelegenheit mal, euch von meinem “kreativen” Schreibprozess zu erzählen:

  1. Ich habe eine konkrete Idee: Ich weiß, was das Thema ist und ich weiß, was ich dafür formulieren will. Das geht soweit, dass ich abends im Bett den ausformulierten Text im Kopf habe. Leider nicht auf Papier, aber dann denke ich tatsächlich nicht mehr über das Thema nach, sondern meine Gedanken werden von selber zu einem strukturierten Text. So etwas dann zu Papier (Monitor) zu bringen ist nur noch Fleißarbeit. Das ist der Idealfall; der Text ist da, ich muss nur noch tippen. Und da ich grundlegend ganz gut schreiben kann, ist das dann ein No-Brainer und fix erledigt. Das betrifft Geschichten, Einträge und spezielle Mails, passiert nur leider so gut wie nie 🙁 (Wobei das auch sein Gutes hat, denn im Bett zu liegen und einen fertig formulierten Text im Kopf zu haben, ist nicht schlaffördernd, weil das dann ja auch mit dem Drang verbunden ist, den Text jetzt so perfekt und fertig, wie er ist, auch aufzuschreiben.)
  2. Ich habe ein Thema: Wenn ich Glück habe, habe ich zumindest ein konretes Thema und kann mir dafür etwas aus den Fingern saugen. Das ist dann aber tatsächlich Arbeit, da ich mir überlegen muss, was ich denn dazu schreiben kann und will. In der Regel führt das aber früher oder später doch zu einem Text. Für den Blog gesprochen sind das Einträge, die als Draft herumliegen und immer wieder bearbeitet werden, bis ich zufrieden bin und sie veröffentliche. Für die meisten Fälle ist das wohl der Standard. Ein Thema, was halt erstmal ausformuliert werden muss.
  3. Ich habe eine vage Idee: Das sind die schlimmsten Sachen. Und die sind auch wirklich seltsam. Manchmal habe ich eine grundlegende Idee, über was ich schreiben will, schaffe es dann aber nicht, darüber nachzudenken und etwas daraus zu formulieren. Gefühlt ist das, als wären das zwei gleichpolige Magnete in meinem Kopf, sodass die Ausarbeitung der Idee immer wieder ausweicht und ich einfach nicht drüber nachdenken kann. Klingt strange, ist aber so. Da muss ich (wenn es mir wichtig ist) wirklich dran bleiben und Stückchen für Stückchen zusammen setzen. Das betrifft in der Regel Geschichten. Für eine habe ich schon alle Überschriften der einzelnen Teile, die auch mehr oder weniger den Inhalt beschreiben, aber die wirklichen Texte und die Ausarbeitung des Ganzen weicht mir aus und will sich nicht fassen lassen :(. Im Blog sind das oft tiefgründige Themen. Ich habe einen sehr langen Eintrag über Feminismus hier rumliegen, mit dem ich aber seit mindestens 1,5 Jahren nicht zufrieden bin und nicht richtig weiter komme. Ich habe zwar meine Meinung und die Grundaussagen inzwischen festgehalten, aber das ist noch kein Artikel, kein ordentlches Gesamtwerk. Ich habe eine klare Meinung dazu und es sollte nicht so schwer sein, die kundzutun, aber vielleicht ist da auch die Hemmung, etwas “falsches” zu sagen. Ich weiß es nicht. Jedenfalls ist diese Art der Idee/Textfindung extrem nervig und der Hauptgrund, warum ich so wenig schreibe, obwohl es mir eigentlich viel Spaß macht.

Daraus wird jetzt vielleicht klar, warum ich solche Serien schätze, da ich da nur wenig kreativ sein muss und trotzdem einen halbwegs brauchbaren Output habe.

Ich liebe Blogs. Ich habe einen randvollen Feedreader und lese da von einfachen Privatblogs, über halbkommerzielle USA-Muttis (Ich liebe Printables und Organisationskram), zu Webcomics und Technik/Games. Ein bunter Strauß und ich liebe sie alle. Manche sind wie ich, mit kaum Publikum und eher belanglosen Einträgen, manche lassen einen an ihrem ganzen Leben und jedem Schnupfen teilhaben, manche sind wirklich fokussiert auf ein Thema und schreiben darüber leidenschaftlich und auch etwas tiefer gehend und manche sind natürlich auch Profis mit x-tausend Lesern. Man kann deutlich die Unterschiede sehen und natürlich frage ich mich manchmal, ob ich wirklich als so ein blablablog irgendwo in der Masse untergehen möchte. Die Antwort dazu ist ein bisschen ambivalent 😉 Ich hätte schon gerne mehr Leser, aber dafür muss ich halt auch mehr sinnvollen Inhalt bringen und das ist ja nun nicht ganz einfach, wie wir festgestellt haben. 😉

Dann stellt sich auch die Frage, WAS könte ich denn noch für Inhalte bringen. Ich beschäftige mich zurzeit viel mit meinem BulletJournal (ja, wie so ein Hipster-Blogger-Mädel) und habe dazu auch schon seit Ewigkeiten einen Entwurf in der Hinterhand. Also könnte ich vermehrt darüber schreiben. Ist halt mal was ganz anderes und ich weiß immer nicht, ob das meine Leser interessiert, aber das sollte mir wahrscheinlich egal sein – ich will halt nur die 5 treuen Menschen hier nicht vergraulen <3 Also, wie ihr seht, jedes Jahr die gleichen Fragen und ich denke, ich werde dieses Jahr mal ein bisschen experimentieren. Ich bin nicht bereit, den Blog aufzugeben, denn ich mag ihn eigentlich sehr gerne. Ich werde die Bücher und die Musik wohl wieder aufnehmen und dann mal schauen, ob mehr Handarbeit/Organisation/Katzen dazu kommt. So, ihr habt jetzt einen knapp 1000-wortigen (ist das ein Wort? Nein, wie heißt das richtig?) Eintrag durchgehalten, ich bin stolz auf euch und danke für eure Geduld mit mir 🙂 Wenn ihr ne Meinung oder Idee / Wunsch habt, einfach her damit. Ansonsten findet ihr mich am Zuverlässigsten auf Instagram: Serpina

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Comments ( 2 )

  1. ReplyMcGreen

    Hallo Fiona, da ich nicht so exakt sagen kann in welche Kategorie damit, antworte ich einfach mal in Deinen "Hallo 2016" Beitrag. Passt insofern,da Wir uns via Twitter dieses Jahr begegnet sind. Da ich grad mal wieder nicht schlafen kann und mir 1000 Gedanken durch den Kopf gingen, hab ich mal einen davon aufgegriffen, bin aufgestanden und habe grad in ca 45 Minuten an einem Thema für deinen Blog auf meiner Maschine getippt.hierbei geht es um: Die Intelligenz und Ihre Anziehungskraft auf mich Ich war so zwischen 14 und 15 Jahre alt, als ich das erste mal auf einen Menschen traf, der aus meiner Sicht sehr schlau schien bzw. es auch tatsächlich gewesen sein muß, und mich in den Bann zog. Mein Vater hatte zu diesem Zeitpunkt mal wieder eine neue Freundin in Vegesack, die ich sympathisch genug fand, daß ich auch dann und wann mal dort übernachtete, um meinen Vater am Wochenende zu besuchen.Eines Wochenende klingelte es an der Tür, und die Freundin meines Vaters sagte, daß Ihr jüngerer Bruder zu besuch käme.Dieser wohnte eigentlich in Cuxhaven und besuchte Sie hin und wieder. Er war zu diesem Zeitpunkt ca 19 Jahre alt und studierte in Cuxhaven.Björn kannte sich mit Computern aus und verfügte über ein vielfältiges/umfangreiches Allgemeinwissen und teilte meine Leidenschaft für Gesellschaftsspiele wie zB Monopoly uvm. Um sich fit zu halten fuhr Björn viel mit dem Rad und kam sogar die lange Strecke von Cuxhaven nach Bremen mit seinem hochwertigen Motobecane Rennrad, was mich zudem auch noch sehr beeindruckte. In den folgenden Jahren entwickelte sich eine sehr gute Freundschaft zwischen uns, da ich mich mit keinem meiner gleichaltrigen Klassenkameraden auch nur ansatzweise so unterhalten und beschäftigen konnte wie mit Ihm. Diese Freundschaft wurde von meinen bereits geschiedenen Eltern jedoch mit einer hohen Skepsis betrachtet, und meine Mutter unterhielt sich mit mir sogar plötzlich über Homosexualität usw. und mein Vater regte sich sogar über Björn auf und unterstellte diesem ebenfalls Homosexualität in Kombination Pädophelie. Beides vollkommen falsch und aus der Luft gegriffen, da weder das Eine noch das Andere zutraf. Seitens meines Vaters eskalierte die Situation sogar,da dieser Björn körperliche Gewalt androhte sollte Er mir etwas antun, wenn nicht gar schon geschehen. Letztlich trennte sich mein Vater irgendwann von Nicole und mein Kontakt zu Björn riss ab, obwohl uns nicht weiter als Freundschaft verband, die auf einer geistigen Ebene stattfand. Eine Freundschaft derer Qualität ich erst ungefähr 20 Jahre später erneut fand. Björn jedenfalls sah ich in meinem Leben nie wieder, obwohl Er mir niemals auch nur ein Haar gekrümmt, oder auch nur im Ansatz etwas sexuelles versuchte.Im Gegenteil war seine Freundschaft damals geradezu eine Bereicherung in meinem jungen Leben, die ich bis dato noch nicht kannte. In Punkto Sexualität entwickelte ich im übrigen das "normale" Interesse für Mädchen und hatte dann mit 18 allerdings erst meine erste richtige Freundin mit der ich dann auch sämtliche Erfahrung gesammelt hatte. Erst mit Anfang 30 lernte ich abermals einen Menschen kennen, der genau wie Björn ein hohes Maß an Intelligenz verfügte, und sich auch hier eine langjährige Freundschaft entwickeln konnte.Um den Beitrag nicht noch unnötiger in die Länge zu ziehen, komme ich jetzt aber mal allmählich auf den Punkt :D, denn worauf ich eigentlich hinaus wollte ist folgende Tatsache. Als ich zufällig über den Blog einer Frau stolperte und die Vielfältigen Themen, die Sie dort so ausführlich behandelt, verspürte ich wiedermal diese Besondere Anziehungskraft, die allerdings in diesem Falle ausschließlich vom geschriebenem Wort Ihrer Blogeinträge ausging. Diese Anziehungskraft veranlasste mich letztlich mit Dir Fiona unter anderem auch via Twitter persönlich Kontakt aufzunehmen,weil ich neugierig wurde Dich persönlich kennen zu lernen. Ich sehe nächste Woche wirklich gelassen entgegen und bin einfach nur mal gespannt, ob Dir das Spaghetti Eis hier in Lesum schmeckt. Auf bald und liebe Grüße Mario ;-)

  2. Rückblick 2016 – Vorschau 2017 | Evil Blog

    […] hatte ich im letzten Jahr gar keine gemacht. Wobei ich vielleicht sogar die ein oder andere Sachen hätte abhaken können. Na […]

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