Periode

So, liebe Leser, ich denke, der Titel sagt genug, dass ihr euch überlegen könnt, ob ihr weiterlesen wollt, oder nicht. Ist einerseits vielleicht interessant, aber andererseits vielleicht auch ein biiisschen TMI 😉

Warum schreibe ich jetzt über sowas? Gute Frage, war mir gerade nach und ich beschäftige mich im Moment ein bisschen mit Menstruationstassen, daraus ergab sich das.

Ich war erst 10 Jahre und 3 Monate alt, als ich das erste Mal meine Periode bekam. In den Osterferien bei meiner Großtante in Erlangen.
Niemand hatte mich bis dahin darüber aufgeklärt, was es damit auf sich hat und so wurde ich eines Mittags völlig überraschend von einer komplett durchbluteten Unterhose begrüßt und war völlig ratlos.
Da ich immer sehr unabhängig und pragmatisch war, bin ich nicht sofort zu meiner Großtante gerannt, wie ich es wohl besser hätte tun sollen, sondern überlegte, dass es vielleicht irgendwie eine Art Durchfall sei, oder sowas. Aber da es nicht roch und ich so überhaupt keine Erklärung dafür hatte, machte ich erstmal nichts.

Abends wusch ich dann die besagte Unterhose per Hand, immer noch nicht Willens, meine Großtante darauf anzusprechen. Tat nichts weh, was sollte das schon schlimmes sein.
Glücklicherweise entdeckte sie die Hose und rief sofort meine Mutter an und besorgte mir Binden. Ich sah mich darin bestätigt, dass es also nichts schlimmes war und machte mir keine weiteren Gedanken. Fand es nur extrem lästig, weil man mit normalen Binden einfach irgendwie immer Flecken hatte.
Also gab es dann irgendwann welche mit Flügeln Damals war gerade Always Ultra neu und ich habe sie alle ausprobiert und alle gehasst.

In der 5. (also ab dem Sommer nach besagten Osterferien) hatten wir immer Schwimmen statt Sport. Meine Sportlehrerin war da eiskalt und sagte meiner Mutter, dass ich eben Tampons benutzen sollte und ja, das tat ich dann auch und war happy. Meine Mama kann Tampons gar nicht leiden und hielt mich wahrscheinlich mit 10 auch für zu jung, deswegen hatte sie mir das nie vorgeschlagen, aber endlich war alles so viel hygienischer und die nervigen Binden waren Geschichte.

Klar gab es Gerüchte und Getuschel, aber ich war eh die am frühesten und weitesten entwickelte, was den Körper anging, also war das nicht neu und mir herzlich egal.

In der Girl oder Mädchen las man immer, wie furchtbar die Tage sind und die schlimmen Stimmungsschwankungen oder ähnliches. Das ist wahr und ich kenne Leute, bei denen ist das so, aber ich hatte immer Glück. Denn lasst euch sagen, Hormone sind ne fiese Nummer. Die paar Male, die ich tatsächlich mal damit zu kämpfen hatte, habe ich mich immer wieder selbst betrachtet und gedacht “Mädel, was fährst du denn gerade für einen Film? Totale Überreaktion!” Aber man kann nichts dagegen tun. Man ist einfach plötzlich total sensibel, nimmt sich alles viel mehr zu Herzen und fängt an zu heulen, obwohl die Gründe das so ganz objektiv gar nicht hergeben. Super ätzend! Aber zum Glück kann ich diese Situationen wahrscheinlich noch an beiden Händen abzählen und ich beende jetzt immerhin mein 27. Jahr mit dem Scheiß (leckomio, ist das lang)

Was ich relativ regelmäßig habe, sind Unterleibsschmerzen am zweiten Tag. Das kann zwischen einem Zwicken und Todesqualen liegen, die hatte ich aber zum Glück auch erst zwei oder drei mal, sonst denke ich mal, liege ich wohl so auf der Hälfte dazwischen.

Also alles in allem habe ich großes Glück mit dem Ablauf und nur wenig Probleme. Keine Stimmungsschwankungen, keine Fressattacken, alles gut. Ätzend wird es halt im Urlaub, wenn man ggf mit öffentlichen Toiletten vorlieb nehmen muss. Ist halt doch ne etwas blutige Angelegenheit und dann erstmal die Kabine zu verlassen, um an Wasser zu kommen, kann blöd sein. Wäre man toll vorbereitet und ein super organisierter Mensch, dann sollte man immer ein paar feuchte Tücher dabei haben, um alles zu reinigen, aber selbst wenn ich sowas zufällig dabei haben sollte, dann wahrscheinlich in der Tasche, die an meinem Platz, oder draußen bei Freunden wartet oder so.

Und das bringt mich zur Kurve mit den Menstruations Cups. Eigentlich sind die total super. Umweltfreundlich, weil man einen Cup mehrere Jahre verwenden kann und keine Binden/Tampons wegschmeißt, kein blödes Fädchen, sehr viel aufnahmefähiger als B/T und so weiter.

In der Theorie jedenfalls… In der Praxis habe ich schon zwei Versuche mit den Dingern gestartet und irgendwie lief das nie, wie es sollte. (Eigentlich lief da unglaublich viel, aber meist am Becher vorbei…)

Die Idee ist ja, dass man das Ding einsetzt und es dann den Kanal abschließt und alles Blut auffängt. Muss nicht ganz oben direkt auf dem Gebärmutterhals sitzen, aber je nach Länge der Vagina und Tragekomfort und Größe der Tasse halt so weit oben wie möglich.

Im Idealfall spürt man sie gar nicht. Also vergleichbar zu einem Tampon. Gut, einige Frauen spüren auch Tampons ständig, die werden sicher auch den Cup spüren, da der ja nun doch deutlich größer und voluminöser ist. Viele schneiden auch unten den Schniepsel ab, weil eigentlich nur der so weit vorne sitzt, dass er stört (bzw. es gibt auch welche ganz ohne).
Ich habe eher das Problem, dass ich es an der Gebärmutter spüre. Also offenbar sitzt er bei mir doch schon recht weit drin. Irgendwann bildet sich darin nämlich ein Vakuum und der Cup saugt sich oben fest. Und das kann unangenehm werden. Nicht rasend schlimm, aber immerhin, man merkt halt negativ, dass er da ist.

Viel schlimmer ist aber, dass es schnell passiert, dass sie sich nicht richtig ausdehnt und was dran vorbei läuft. Also Google befragt und ja, man muss ein bisschen dran drehen und ruckeln und Muskeln nutzen und nochmal mit dem Finger ganz rum fahren, um sicher zu sein, dass es sitzt und… Ihr stellt euch das gerade vor, oder? So auf der Toilette in sich rumfummeln… das macht keinen Spaß! Und jetzt denken wir nochmal zurück an die öffentlichen Toiletten mit Wasser außerhalb der Reichweite. Ganz großes Kino!

Gut, ich habe noch keine Routine, hab es ja nie lang genug durchgezogen, aber vielleicht muss ich auch mal nen anderen Cup testen, der irgendwie stabiler ist und sich besser ausbreitet… oder ne andere Einführtechnik, damit mehr Luft drin bleibt und er sich ausbreiten… blöde Nummer! Aber das ist wohl eines der Dinge, bei dem man dranbleiben muss und es einfach 3, 4 Monate lang durchhalten und ausprobieren, was ich nie getan hab.

Wenn das Ding nämlich richtig sitzt, dann gibt es beim Rausnehmen auch keine größere Sauerei, da ja außen nichts ist. Wenn es nicht richtig sitzt, dann sieht man aus, wie in einem Splatterfilm und ein Wasserhahn außer Reichweite wird immer mehr zu einem no-go Kriterium. Ich denke da nur an die Damentoilette beim Chor, wo immer eine lange Schlange ist und im besten Fall auch die Türe zu dem Bereich mit dem Waschbecken komplett offen steht… Isch möschte das nischt!

Von daher schwanke ich gerade, ob ich wirklich nochmal Geld für ein anderes Modell ausgebe, oder mein ökologisches Gewissen doch einfach zum Teufel jage und wieder mit Tampons weiter mache. (Gerade nochmal geforscht und die Marke, die ich habe, ist offenbar bekannt dafür, dass das “Aufploppen” nicht so zuverlässig ist, wie bei anderen, also wohl doch mal ne andere Marke testen)

Unter meinen Lesern sind ja mindestens 2 Damen, aber vielleicht haben die Herren ja Erfahrungen aus zweiter Hand und möchten sich auch am Thema beteiligen? Ich würde mich jedenfalls über Gedanken oder Erfahrungen freuen.

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Comment ( 1 )

  1. ReplyMario H.

    Ich bin keine Frau und selbst aus zweiter Hand kann ich nichts beitragen. Aber ich habe den Artikel gern und ganz gelesen und fand ihn super. Danke. Weiter so. :)

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